Taschendieb scheitert mit „Antanztrick“ bei Zivilpolizist

Die „Antänzer“ sind auch immer wieder im Bermudadreieck unterwegs.
Die „Antänzer“ sind auch immer wieder im Bermudadreieck unterwegs.
Foto: Christoph Husemeyer
Ein Taschendieb wollte in der Innenstadt ausgerechnet einen Zivilpolizisten mithilfe des „Antanztricks“ bestehlen und wurde daraufhin festgenommen.

Bochum.. Mithilfe des sogenannten „Antanztricks“ haben Taschendiebe in der vergangenen Woche mehrere Passanten in der Innenstadt bestohlen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hatten einige der Opfer von nordafrikanischen Tätergruppen berichtet, die Passanten gezielt umarmen, in ein Gespräch verwickeln und ihnen dabei unbemerkt Handy oder Portemonnaie abnehmen.

Einer dieser Täter suchte sich allerdings das falsche Opfer aus. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 11. Januar, führten Zivilbeamte des Bochumer Einsatztrupps einen Sondereinsatz zur Bekämpfung der einstudierten Taschendiebstähle durch. Dabei fielen den Polizisten einige „Antänzer“ auf, die in der Innenstadt unterwegs waren.

„Wir gute Freunde“

Einer dieser Männer sprach gegen 4.30 Uhr genau einen der Zivilbeamten an, legte ihm den Arm um die Schulter und fragte nach einer Zigarette. Er schmeichelte dem Hauptkommissar mit den Worten „Wir gute Freunde“ und griff in die Jackentasche, wo der Beamte sein Diensthandy verstaut hatte.

Der erfahrene Zivilfahnder bemerkte selbstverständlich die Absicht des Taschendiebes. Für den 27-Jährigen Täter, der in Meinerzhagen lebt und wegen ähnlicher Delikte in Köln und Dortmund bereits verurteilt wurde, hat es sich vorerst „ausgetanzt“, wie die Polizei kommentiert. Der Mann wurde festgenommen und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Polizei warnt aus diesem Anlass ausdrücklich vor Personen, die mit dem „Antanztrick“ versuchen, Passanten zu bestehlen. Oft würden diese Kriminellen in Zweier- oder Dreigruppen durch Lokale gehen und sich dort ihre späteren Opfer gezielt aussuchen.

Die Polizei rät dazu, fremde Personen nicht an sich heranzulassen. Manche Täter seien mit Pfefferspray oder anderweitig bewaffnet und würden auch bei Widerstand des Opfers nicht davor zurückschrecken, die Beute gewaltsam an sich zu reißen.