Tanztheater erzählt von der Gier nach Ruhm

Foto: diana kuester

Freunde des gehobenen Tanztheaters freuen sich auf eine neue Produktion aus dem Hause Renegade. Zum fünften Mal ist die umtriebige Tanzkompanie aus Herne an der Königsallee zu sehen. Ihr aktuelles Stück widmet sich einem zeitlosen Thema: „Ruhm“. Die Uraufführung steigt am Samstag in den Kammerspielen, und ist bereits ausverkauft.

Spannend daran ist insbesondere die Wahl des Regisseurs: Der 42-jährige Neco Celik war bislang vor allem im Film- und Theaterbereich zu Hause. Er drehte Reportagen fürs ZDF, inszenierte fürs Kino („Auf niedriger Flamme“), für die Oper oder war für den Mülheimer Dramatikerpreis nominiert. Doch mit Tanztheater hatte er bisher nichts zu tun. „Ich habe gewusst, dies wird ein Experiment“, sagt er und fügt an: „Das Stück wird zur Premiere nicht fertig sein. Es wird bei den Vorstellungen immer weiter entwickelt.“

Obwohl er sich als Choreograph auf unbekanntes Terrain wagt, bleibt er sich dennoch treu. Denn Celik ist ein glühender Anhänger des Hip Hop – und dieser Einfluss wird auf der Bühne zu erkennen sein. Dies allerdings ohne schiefe Baseballmütze und Ghettoblaster, mit denen man HipHop-Tänzer gemeinhin assoziiert. „So etwas wäre auf einer Bühne der Hochkultur völlig unpassend“, findet Celik. Vielmehr möchte er den Austausch zwischen Hoch- und Subkultur in seiner Performance näher ausleuchten.

„Ruhm“ erzählt in mehreren getanzten Geschichten von Glanz und Gloria, von der Gier nach Ruhm und von der schnellen Vergänglichkeit. „Was ist Ruhm und wie funktioniert es als sozialer Mechanismus? Das war eine zentrale Frage.“ Die Zuschauer erwarte ein „echter Trip“, sagt Celik. Bei der Premiere wird die Musikerin „An On Bast“ (Anna Suda) live auf der Bühne spielen. Sie gehört zu den wichtigsten Produzentinnen der polnischen Electro-Szene und legt sonst in großen Clubs auf. „Das schafft eine Klangwelt voller Energie und Bewegung.“