Tänzerisches Spiel mit der Identität

Einer ganz einfachen und doch furchtbar komplizierten Frage ging das Künstlerkollektiv ConcEpt2.1 in ihrer vierten Produktion „Ich sehe was | saw du nicht siehst“ am Wochenende im Musischen Zentrum auf den Grund: der Frage nach der wahren Identität.

Ausgehend von Werken wie Walter Benjamins Meilenstein „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ entwarfen die Choreographinnen Sabrina-Dunja Sandstede und Svenja Mordhorst Identitäten – und zwar auf allen Ebenen. In Musik, Film und Tanz wurden Körper und Bilder entworfen, multipliziert und modifiziert. Mal schoss eine Tänzerin ein Polaroid-Foto von einem Polaroid-Foto nach dem anderen, während eine andere Tänzerin diese als Unikate ans Publikum verkaufte, mal versuchte eine Tänzerin, den sich bewegenden Schatten einer anderen mit Kreide zu erfassen. Wege, die Identitäten zu doppeln, fand die Inszenierung viele.

Die drei Tänzerinnen waren dabei authentisch, nah und hochmotiviert. Schade nur, dass die Performance ihr volles Potenzial nicht ausschöpfte, zu selten arbeiteten die verschiedenen Disziplinen miteinander statt je für sich selbst zu stehen. Die Bühnenmomente, in denen das geschah, waren dafür umso intensiver.