Susanne Linke setzte starken Tanz-Akzent in Bochum

Die Choreographin und Tänzerin Susanne Linke wird künstlerische Leiterin der Sparte Tanz am Theater Trier
Die Choreographin und Tänzerin Susanne Linke wird künstlerische Leiterin der Sparte Tanz am Theater Trier
Foto: Tanja Pickartz / far

Bochum.. Susanne Linke (70) wird ab der Spielzeit 2015/16 künstlerische Leiterin der Sparte Tanz am Theater Trier. In Bochum hatte die international gefragte Tänzerin und Choreographin zuletzt mit einer Neuauflage ihrer spektakulären Performance „Ruhr-Ort“ für Aufmerksamkeit gesorgt.

Es kracht und zischt, es rummst und dröhnt, es flackern Feuer in der Düsternis – die Kammerspiele wurden bei „Ruhr-Ort“ zu einer pulsierenden Körper-Werkstatt des alten Ruhrgebiets der Bergleute und Stahlarbeiter. Die Maloche von einst, speziell: die darin gebundene maskuline Energie, war/ist es, die Susanne Linke interessierte.

Industrielle Soundkulisse

Die jungen Tänzer von Pottporus/Renegade setzten die Neufassung ihres 1991 erstmals aufgeführten Tanzabends explosiv und mitreißend um. Aus dieser Vorstellung ging niemand unbeeindruckt hinaus. Die Plastik-Ohrstöpsel, die eingangs gegen die tosende industrielle Soundkulisse der Vorstellung verteilt worden waren, trugen manche Besucher wie eine Auszeichnung nach Hause.

Neues Ensemble

Vor knapp einem Jahr – am 24. Januar 2014 – hatte diese singuläre Begegnung zwischen altem und neuem Ruhrgebiet, zwischen Tanzgeschichte und zeitgenössischer urbaner Kunst Bochumer Premiere. Inzwischen ist „Ruhr-Ort“ abgespielt, und damit verlässt auch Susanne Linke wieder unsere Stadt. Nun wird sie ihren speziellen Stil, der sowohl deutsche Tanztradition wie Einflüsse des amerikanischen Modern Dance vereint, in Trier weiter verfeinern. Neben eigenen Kreationen setzt Linke dort choreographische Schwerpunkte für ihre Arbeit mit einem neuen Ensemble, das sie aufbauen wird.

Gleichwohl gilt die „Ruhr-Ort“-Aufführung der Bochumer Theaterleitung als Aufforderung, die Sparte „Tanz“ weiter zu akzentuieren. Die angekündigte enge Kooperation mit der Renegade-Gruppe in der „Zeche 1“ macht in dieser Hinsicht Hoffnung.