Wanderung vor der eigenen Haustür

Gut verpackt machten sich die Teilnehmer der Stadtteil-Wanderung in Querenburg auf den Weg.
Gut verpackt machten sich die Teilnehmer der Stadtteil-Wanderung in Querenburg auf den Weg.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Initiative „Zeig mir dein Quartier“ der evangelischen Kirchengemeinde Querenburg lädt zu Führungen ein. Teilnehmer erfahren Neues über ihren Stadtteil.

Querenburg..  Gute Laune trotz Nieselregens: Beim zweiten Spaziergangs der Initiative „Zeig mir dein Quartier“ der evangelischen Kirchengemeinde Querenburg wanderten 20 Teilnehmer (darunter Bewohner des Ökumenischen Studienwerks) zusammen mit der ortskundigen Monika Westphal und Pfarrerin Adelheid Neserke durchs Laerholz zwischen Hustadt und Alt-Querenburg.

„Es hat Spaß gemacht. Wenn es trocken ist, gehen wir zum Bachlauf und spielen dort“, sagten Ioga-Omega und Peter (beide zehn Jahre alt) am Ende. Schon beim Spaziergang spielten die beiden zwischenzeitlich miteinander. Ihr zukünftiges Ziel ist der renaturierte Querenburger Bach unterhalb der Hustadt, den die 68-jährige Adelheid Westphal zum Wendepunkt ihrer Wanderung auserkor.

Westphal war sehr zufrieden: „Ich habe meinen Lieblingswanderweg vorgestellt, wenn ich mal schnell ins Grüne möchte“, sagte sie. „Durch die Beiträge anderer Teilnehmer wurde das sehr informativ.“

Molche kehren zurück

Mit dabei waren auch Dorothea Neugebauer sowie Doris Hoveyes. Die pensionierte Lehrerin Neugebauer informierte die Mitwanderer über die Pflanzenwelt im Wäldchen, die Wasser- und Forstmaßnahmen der letzten Jahren sowie über die Schäden, die Pfingststurm Ela letztes Jahr angerichtet hat.

Noch zwei Wanderungen in diesem Monat

Neugebauer machte den beiden Jungen Ioga-Omega und Peter den Besuch des Baches schmackhaft. „Seitdem der Querenburger Bach wieder ein Bachbett hat, gibt es hier Molche und andere Kleintiere“, sagte sie. „Auch viele Pflanzen und Kräuter, die die natürliche Feuchtigkeit am Bach lieben, siedelten sich hier an.“

Erinnerung an Ära der Zechen

Doris Hoveyes wies an der Hinweistafel zur Zeche Eulenbaum auf die Bergbauzeit im Ruhrgebiet hin. „Viele Zechen gab es hier in der Region“, sagte sie. Zum Beispiel die Zeche Dannenbaum auf dem Opel-Gelände. Opel habe damals vielen arbeitslosen Bergleuten ebenso wie die neu gegründete Ruhr-Universität Arbeit gegeben. Die Zeche Eulenbaum gehörte ab 1897 zu Dannenbaum.

Student Biniel Mallyo aus Tansania war ganz begeistert von der Wanderung. „Ich habe viel vom Stadtteil und seiner Geschichte kennengelernt, was ich sonst nie erfahren hätte“, sagte er. Er sei auch gut mit den anderen Teilnehmern ins Gespräch gekommen. Pfarrerin Adelheid Neserke, die die Idee zu diesen von Stadtteilbewohnern geführten Spaziergängen entwickelte, war wiederum gerührt, dass trotz des Mistwetters so viele mit ihr unterwegs waren.