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Von der Außenwelt abgeschnitten

08.11.2012 | 18:09 Uhr
Von der Außenwelt abgeschnitten
Hans und Hiltrud Kalisch beklagen sich darüber, dass ihr Nachbar seinen Privatweg völlig versperrt hatFoto: TGM

Oberdahlhausen.   Hans und Hiltrud Kalisch ärgern sich: Beide Wege zu ihrem Haus sind für die Senioren kaum passierbar. Einen hat der benachbarte Bauer sogar mit Heuballen versperrt.

„Wir leben hier wie auf einer Insel mitten in Bochum!“ Sie seien total abgenabelt von der Außenwelt, beklagen sich Hans und Hiltrud Kalisch, wohnhaft Am Birkenwald 9.

Zwei Wege führen zu ihrem Grundstück, beide befinden sich im Besitz des benachbarten Bauernhofs Wibbecke. Ein Weg führt 120 Meter lang über eine Privatstraße in „sehr schlechtem Zustand“; dieser sei schon lange mit Schlaglöchern übersät, sagt Kalisch.

Letztes Schlupfloch, um auf kurzem Weg Geschäfte in Oberdahlhausen zu erreichen, war der zweite Weg über die Hofstelle des Privateigentümers, doch auch dieser ist jetzt völlig verstopft. Seit Oktober versperren hier übel riechende Strohballen den Weg.

Ständig sei der 72-jährige Kalisch damit beschäftigt, den ersten Weg mit Zement und Schotter notdürftig auszuflicken, damit er wenigstens mit dem Auto das Haus erreichen könne. Doch der Weg sei kaum passierbar: „Der Letzte, der versuchte, uns zu erreichen, war ein Waschmaschinenmonteur. Mit schweren Schäden am Fahrzeug musste er danach erstmal eine Werkstatt aufsuchen“, so Kalisch.

Der Briefträger kommt schon länger nicht mehr vorbei

Mahnbriefe seien für die Kalischs nichts Ungewöhnliches, denn der Briefträger würde schon länger nicht mehr bei ihnen vorbei kommen. Inzwischen hätten sich die Kalischs mit einem Nachbarn, der über einen eigenen Zuweg verfügt, geeinigt, dass er für sie die Post annimmt. Die schwere Mülltonne müsse jedes Mal zur Leerung den langen abschüssigen Pfad bis auf öffentliches Gelände heruntergefahren und danach wieder hoch geholt werden.

Wie soll das weitergehen?, fragen sich die Kalischs. „Und was ist, wenn uns mal ein Rettungswagen erreichen muss?“

Stadt will den Privatweg auf eigene Kosten sanieren

Hier auszuziehen, könnten sich die Kalischs trotz allem nicht vorstellen. Viel zu stark seien die Senioren hier verwurzelt. „Hier steckt unser Leben drin. Wenn wir diesen Ort einmal verlassen müssen, dann nur nach nebenan auf den Friedhof“, steht für beide fest.

Doch wie könnte ihnen geholfen werden? Heidi Wibbecke, Inhaberin des Bauernhofs und des Weges, verweist auf WAZ-Nachfrage auf laufende Gespräche mit der Stadt, die Eigentümerin des Grundstücks Am Birkenwald 9.

Heidi Wibbecke: „Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen wir Privatpersonen eine Nutzung des Privatwegs nicht erlauben.“

Bei der Stadt ist man sich der schwierigen Erreichbarkeit des Grundstücks Am Birkenwald 9 bewusst. Wie Pressesprecherin Annika Vößing mitteilte, habe die Stadt bereits zweimal angeboten, die im schlechten Zustand befindliche Privatstraße auf eigene Kosten zu sanieren. „Der Eigentümer hat dies aber abgelehnt.“ Man prüfe nun, eventuell gerichtliche Schritte einzuleiten, um zu erreichen, dass der versperrte Weg – wie im Bebauungsplan ausgewiesen – als Fuß- Rad- und Rettungsweg benutzbar wird. „Die Stadt wird als Eigentümer des Grundstücks alles tun, um die Erreichbarkeit sicherzustellen.“

Vielleicht nimmt die Angelegenheit aber noch eine andere Wendung. Nachbar Wolfgang Stein berichtet, dass ihm das Grundstück Am Birkenwald bereits zum Kauf angeboten wurde. Damit würde er gleichzeitig zur Schaffung einer neuen Zufahrt verpflichtet.



Kommentare
09.11.2012
08:47
Verfaulende Heuballen
von Kamitaro | #1

Gehören die Heuballen nicht in Folie eingewickelt?! Die sind fest zusammengebunden, dass ein zersetzen, wie z.B. bei Laub, nicht möglich ist. So ziehen sie Feuchtigkeit und verfaulen, was einen bestialischen Gestank mit sich bringt. Zudem liegen sie bei allem vorhandenen Platz ausgerechnet vor dem Garten dieser Anwohner.

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