Stiepeler Künstlerin meißelt Gedanken in Stein

Kleine und große Skulpturen aus Marmor oder Alabaster entwickelt Edith Hütter in ihrem Garten.
Kleine und große Skulpturen aus Marmor oder Alabaster entwickelt Edith Hütter in ihrem Garten.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Stiepeler Künstlerin Edith Hütter arbeitet in ihrem heimischen Garten an formvollendeten Skulpturen. Ab 21. Juni lädt sie zu einer Werkschau ein.

Stiepel..  Sich auf den Stein einlassen, fühlen, was daraus werden kann: Edith Hütter arbeitet nicht nur an ihren Skulpturen, sondern sich auch durch sie hindurch. Mit dem Werkzeug, mit dem Kopf, auf einer geistigen Ebene. „Während der Arbeit wächst die Neugier und damit auch die Idee“, betont die Künstlerin aus Stiepel, die ab 21. Juni ihre zweite Ausstellung gestaltet und dabei nach einem Kooperationsprojekt im letzten Jahr erstmals nur ihre eigenen Werke präsentiert.

Und zwar im heimischen Garten. Dort, wo Hütter arbeitet, ihre Gedanken in Stein meißelt. Wer die Hintertür „Zum Ruhrblick“ nutzt, sieht sofort, dass hier eine Künstlerin lebt. Für die Ausstellung sollen zwar noch einige Skulpturen zusätzlich aufgestellt werden, doch stehen bereits zahlreiche Formen in einer Art Dauerausstellung neben der Laube, in der sich Hütters Werkbank befindet. Was nicht sofort ersichtlich ist, sind jedoch die Gedanken, die sie im Rahmen ihres Schaffens entwickelt. „Nur manchmal suche ich den Stein nach einer konkreten Vorstellung aus“, sagt die Bildhauerin. Oftmals bleibe aber das Ergebnis dann so abstrakt wie die erste Eingebung.

Nach dem Studium in Mathematik und Geographie und 26 Jahren als Realschullehrerin wandte sich Hütter (Jahrgang 1951) der kinesiologischen Lebensberatung zu (alternativmedizinisches Behandlungskonzept). Seit 2002 ist sie selbstständig als Beraterin tätig, nun über vier Jahre auch als Hobby-Bildhauerin. „Besonders in den letzten Jahren als Lehrerin spürte ich die Schwierigkeiten, die Schüler beim Lernen haben. Deshalb habe ich mich entschlossen, Kinesiologiekurse zu besuchen, in denen es darum geht, Kanäle fürs Lernen zu öffnen.“

Frage nach dem Sinn des Lebens

Inzwischen hat sie an etwa 20 Kursen teilgenommen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Sinn des Lebens. „Deshalb habe ich zudem spirituelle Kurse besucht, u.a. das Heilerseminar. Dazu kamen Kurse zur systemischen Therapie wie Familienaufstellung.“ Aus diesen Seminaren heraus und nach einem weiteren VHS-Kursus in der Bearbeitung von Speckstein entstand die Leidenschaft für die Kunst. „Das Steinebearbeiten hat mich wie ein Virus gepackt. Jeder Stein bietet eine andere Herausforderung, die ich gern annehme.“

Etwa 60 Skulpturen erarbeitete Hütter seitdem. Wie viel Zeit sie dafür benötigt, sei unterschiedlich, bei größeren Figuren komme durchaus ein Ausschuss von 50 Kilogramm zusammen. Ihr neuestes Werk: Ein Kojote aus einem indianischen Zyklus, der ebenso ab dem 21. Juni zu sehen sein wird.