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„Schon ein kleiner Abschied“

31.05.2012 | 18:24 Uhr
„Schon ein kleiner Abschied“
Viel Musik und besinnliche Momente gab es bei der „Nacht der offenen Kirchen“ in Laer. Foto: Gero Helm

Laer.  Zum letzten Mal feiert die Kirchengemeinde Altenbochum-Laer eine „Nacht der offenen Kirchen“. Vermutlich im Herbst wird das Gebäude abgerissen.

„Seit den Anfängen in den 70er Jahren war ich im Presbyterium aktiv“, erinnerte sich Rosie Raddatz bei der fünften landesweiten „Nacht der Offenen Kirche“. Unter dem Motto „Die Kirche in Laer geht – Kirche in Laer bleibt!“ fand dieses besondere Treffen auch in der evangelischen Kirche an der Suntumer Straße statt. Es wird die letzte „Nacht der Offenen Kirche“ in diesem Gotteshaus sein, bevor voraussichtlich im Oktober der Abrissbagger kommt. Sinkende Einnahmen haben das Presbyterium zum Verkauf der Kirche gezwungen, jetzt ist hier ein Wohnheim für behinderte Menschen geplant (die WAZ berichtete).

Raddatz, die sich mit sieben weiteren Gemeindeaktiven um die Kirchennacht kümmerte, blickte dabei auch wehmütig auf die zahlreichen Kinderbibelwochen zurück, die sie in den knapp vier Jahrzehnten zusammen mit Ehemann Heinz organisierte. „Früher kamen immer viele Kinder, die die Kirche mit Leben füllten. Dieses Jahr waren es nur noch zwölf.“

Damit scheint nicht nur die Kirche vor dem Aus zu stehen, sondern auch die Gemeinde. Am Abend zeigte sich das ebenfalls: Von den etwa 40 Besuchern waren die meisten langjährige Freunde.

Das auf die Beine gestellte Programm mit fünf Stationen hatte es gleichwohl in sich: Ein Labyrinth durchzog den Boden des Gottesdienstraumes. Am Lesepult luden Kerzen und Blumen zum meditativen Verweilen ein. Seitlich vom Altar lehnte ein mit Sand befülltes Kreuz, wo die Besucher Kerzen des Erinnerns anzünden und in Ruhe verweilen konnten.

Ein Ort für Dankgebete und Klagen

Vor dem Orgelbereich war ein Ort für Dankgebete und Klagen. Letztere konnten öffentlich und persönlich aufgeschrieben werden. Die meisten entschieden sich für den privaten Weg. Diese wurden bei der abschließenden Andacht verbrannt und so symbolhaft auf die Reise zu Gott geschickt. Öffentlich hieß es unter anderem: „Lieber Gott, vielen Dank, dass wir in dieser Kirche so viele glückliche Stunden erleben durften!“

Verschiedene Angebote bereicherten den Abend. Im Zentrum stand immer wieder das Oberthema „Weg“ als Rück- und Ausblick für das Gemeindeleben. Zum Nachtsegen am Ende trafen sich alle zum irischen Segenslied „Möge die Straße“. „Das Lied verbindet uns in unseren Gottesdiensten immer wieder“, so Jutta Jacobi die langjährige Kirchmeisterin. „Das hier ist schon ein kleiner Abschied“, so Jacobi weiter.

Der Arbeitskreis für die Nacht der Offenen Kirche geht das Jahr gleichwohl aktiv an. „Im September gibt es wieder das Gemeindefest“, erklärte Jacobi. Derzeit wird das Gemeindehaus aufgeräumt. Denn das bleibt!

Wicho Herrmann


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