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Nur der Regen blieb fern

01.10.2008 | 17:25 Uhr

Verlängerte Jubiläums-Fliegenkirmes zur 1000-Jahr-Feier der Stiepeler Dorfkirmes mit Riesenrad und Festzelt.Besucher kamen meist spät, aber dann gewaltig. Geneigter Tanzboden bis in die Nächte gut angenommen

Stiepel. Kein anderes Fahrgeschäft konnte sich größerer Beliebtheit aller Besuchergenerationen der diesjährigen Stiepeler Fliegenkirmes erfreuen wie das Riesenrad. Zum ersten Mal in der tausendjährigen Geschichte dieses Jahrmarkts stand dort ein Riesenrad und dann gleich ein so gewaltiges von 38 Meter Höhe.

Zu den ersten begeisterten Passagieren gehörte Pfarrer Jürgen Stasing, der sich diese Attraktion zum Kirchenjubiläum gewünscht hatte. Er wollte einmal von oben auf seine Kirche herabschauen. Die Bochum Marketing, in deren Obhut die Planung der Kirmes liegt, erfüllte diesen Wunsch unter der Auflage, dass die Fliegenkirmes um einen Tag verlängert würde. Deshalb war in diesem Jahr schon am Freitag die offizielle Eröffnung mit Fassanstich durch Bezirksbürgermeister Lutz Gollnick und Pfarrer Stasing. Unter diesem Umstand litten allerdings sowohl die Knappen, denen am Freitag das Dorffest zum Kirmesauftakt genommen wurde, als auch der Rassegeflügelzüchterverein Phönix Stiepel, dem der Standort der Kleintierausstellung und das Publikum des Eröffnungstages abhanden kamen.

Eine weitere Neuerung hatte die Jubiläumskirmes der Dorfkirche zu verdanken, und zwar ein Festzelt auf dem großen Parkplatz des Gotteshauses. Weil beim Jubiläumsgottesdienst am Sonntag nicht alle Besucher in die relativ kleine Kirche passten, plante der Freundeskreis eine Übertragung in ein besonderes Zelt. Das wäre aber sehr teuer für die Gemeinde gewesen. Deshalb blieb das Festzelt über die gesamte Zeit der Fliegenkirmes stehen, wurde auch zu diesem Zweck genutzt.

Insgesamt war der Besuch im Zelt nachmittags und am frühen Abend eher spärlich. Doch die Stiepeler kamen spät, aber gewaltig und blieben fast immer bis in den frühen Morgen. Auf jeden Fall war der Zeltwirt mit dem Geschäft zufrieden. In vielen Gesprächen mit alteingesessenen Kirmesbesuchern wurde sogar der Wunsch nach jährlicher Wiederholung geäußert.

Wenn, wie in den Dörfern des Münster- oder Sauerlandes üblich, der Erfolg eines Festes am Getränkeumsatz gemessen wird, war das ein großartiges Fest. Die Stimmung war an allen Tagen ausgelassen und fröhlich. Das gute Wetter begleitete die Kirmes ebenfalls an allen Tagen - selbst am Montag, als es in Bochum-Mitte regnete, Stiepel aber von den Niederschlägen verschont wurde.

Am Montag beschloss traditionsgemäß ein Höhenfeuerwerk die Kirmes. Aber das bedeutete für die meisten Kirmesbesucher noch nicht das Ende der Feier. Was in den vergangenen Jahren dann in den umliegenden Gaststätten weiterging, spielte sich in diesem Jahr im Festzelt ab. Mit wenig Nachbarschaft, die sich durch den Lärm gestört fühlten, konnte die Tanzmusik auf der großen, etwas bergab geneigten Tanzfläche in Bewegung umgesetzt werden. KTh

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