Naturfreunde pflanzen Blutbuche

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Gedenkfeier auf dem Friedhof Donnerbecke in Erinnerung an Genozid an Armeniern vor 100 Jahren. Neben der Buche wächst eine armenische Platane.

Linden..  70 Jahre nach Kriegsende haben die Naturfreunde bei einer bewegenden Gedenkstunde auf dem Friedhof an der Donnerbecke an die Gräueltaten der Weltkriege erinnert. „Wir denken an die ehemaligen Kriegsgegner, an die Morde am jüdischen Volk und heute insbesondere an den Genozid am armenischen Volk vor 100 Jahren“, so der Vorsitzende Jochen Hopmann. „Diese Geschehnisse müssen uns Naturfreunde weltweit gegen Gewalt aufbringen.“

Frühling steht für Neubeginn

Unter dem Motto „Ein grün wachsendes Fundament für unsere Zukunft“ nahm Heide Rieck von den Bochumer Literaten an der Gedenkstunde teil: 155 Bäume als Zeichen der deutsch-armenischen Freundschaft stehen jetzt in Bochum. „Wir haben bewusst 155 Bäume aus Armenien geholt und nicht 100“, betonte Azat Ordukhanyan, Vorsitzender des Armenisch-Akademischen Vereins 1860. „Denn damit wollen wir zeigen, dass unsere Freundschaft älter und wichtiger ist, als ihre Unterbrechung vor 100 Jahren.“ Unter dem Titel „Armenischer Frühling“ finden in diesem Jahr zahlreiche kulturelle Veranstaltungen zu dem für viele weitgehend unbekannten Land Armenien statt. „Das Wort ‘Frühling’ soll den Neubeginn der Deutsch-Armenischen Freundschaft symbolisieren“, so die Literatin Heide Rieck.

In Linden wurde an historischer Stätte vor einem Mahnmal gegen Gewalt auf dem Friedhof an der Donnerbecke eine Blutbuche gepflanzt. Vereinsvorsitzender Azat Ordukhanyan rang in seiner Dankesrede ergriffen nach Worten: „Noch nie zuvor hat eine deutsche Organisation einen Baum für die Opfer des Genozids an den Armeniern vor 100 Jahren im Schatten des Ersten Weltkrieges auf deutschem Boden gepflanzt“, sagte er. „Ein wahrhaft historischer Augenblick.“ Darauf pflanzte er neben die Blutbuche eine Platane aus der Baumschule Kapan im Süden der Republik Armeniens – zum Gedenken an die Zwangsarbeiter, Krieggefangenen und Bombenopfer des Zweiten Weltkrieges, darunter 400 000 Armenier. 70 Jahre nach der Befreiung von Terror und Krieg.

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