Munteres Stöbern an einem Ort der Stille

An zwei Tagen öffnete das Hospiz St. Hildegard in Wiemelhausen seine Türen. Hauptattraktion war der traditionelle Flohmarkt
An zwei Tagen öffnete das Hospiz St. Hildegard in Wiemelhausen seine Türen. Hauptattraktion war der traditionelle Flohmarkt
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Tage der offenen Tür mit Flohmarkt locken rund 1000 Besucher ins Hospiz St. Hildegard an der Königsallee. Wichtige Einnahmequelle für die Einrichtung.

Wiemelhausen..  In einem Haus, in dem viele eher andächtige Stille vermuten, war am Wochenende richtig Leben drin. Das Hospiz St. Hildegard öffnete die Türen, rund 1000 Besucher folgten der Einladung und kamen zur Königsallee.

Der Hausflohmarkt, der traditionell mit dem Tag der offenen Tür einhergeht, bildete dabei den programmatischen Start in ein besonderes Jahr für die Einrichtung. „Das Hospiz St. Hildegard besteht seit 20 Jahren, seit 19 Jahren führen wir diese Veranstaltung durch. Damals gab es einige Vorbehalte gegenüber der Hospizbewegung. Auf diesem Weg wollten wir eine Möglichkeit schaffen, dem Thema mit einer niedrigen Hemmschwelle näher zu kommen“, schilderte Katrin Gondermann, die stellvertretende Leiterin.

So hat sich der Tag der offenen Tür, der zweimal im Jahr jeweils zur Zeitumstellung stattfindet, eta-bliert, ist zu einem Treffpunkt geworden. Das mache sich auch bei den Spenden für den Flohmarkt bemerkbar. Durchs gesamte Gebäude zogen sich auch diesmal wieder jede Menge Trödelangebote; von Gläsern über Vasen bis hin zum ausrangierten Tischgrill war alles dabei.

Die Einrichtung ist auf Spenden angewiesen

Allein für den Sonntag standen sogar noch zwei Garagen voll mit Waren parat, um die Tische wieder auffüllen zu können, die bereits am Samstag leer gekauft waren. Mehr als drei Tage hatten die ehrenamtlichen Helfer zuvor die Spenden sortiert und – sofern nötig – auch ausgemistet. „Aber das kommt selten vor“, betonte Gondermann. Vielmehr sei die Sammlung zum Selbstläufer herangewachsen, Spender wüssten inzwischen, wann sie etwas abgeben könnten. Auf großartige Aufrufe müsse das Hospiz daher nicht mehr setzen.

„Kuchen, Waffeln, Vorträge“: Mit diesen drei Worten lässt sich beschreiben, wie das Programm am Tag der offenen Tür aussieht. Denn das Haus will sich seinen Gästen auch vorstellen, bietet Einblicke in die Arbeit. In der Hoffnung, dass vielleicht noch der eine oder andere ehrenamtliche Helfer dazustößt. Ebenso ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen, benötigt darüber rund 320 000 Euro für den jährlichen Etat. Umso bedeutender erscheint da der Flohmarkt für den guten Zweck.

Doch stört es die jeweils elf dort lebenden Patienten nicht, wenn so viel los ist? „Nein“, stellte Gondermann klar. „Wir sind ein Haus des Lebens. Sofern die Patienten ansprechbar sind, schätzen sie die Veranstaltungen auch.“ Sie berichtete aus vergangenen Tagen: Ein junger Mann habe sich nach dem Einzug gefreut über die Abwechslung und Ablenkung, damals begann gerade eine neue Ausstellung an der Königsallee. Er sagte dazu: „Tod bin ich ja noch lange genug.“