Lindener Unternehmen Greifenberg geht in die Insolvenz

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Die Firma hat 35 der zuletzt 124 Beschäftigten entlassen. Produktion läuft reduziert weiter. Insolvenzverwalter sucht Investoren.

Linden..  Die Albert Greifenberg GmbH & Co. KG ist zahlungsunfähig. Geschäftsführerin Maria Greifenberg-Bell hat am 3. November 2014 die Überschuldung angezeigt und Insolvenz angemeldet, das Amtsgericht Essen am 1. Januar 2015 das Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind 124 Mitarbeiter, von denen das Unternehmen zum Jahreswechsel 35 entlassen hat. Die Produktion läuft reduziert weiter. Insolvenzverwalter Holger Rohde, ein Anwalt aus Essen, sucht nach Investoren, die den Betrieb weiterführen könnten. Gläubiger haben bis zum 18. Februar Zeit, Forderungen anzumelden. Die Gläubigerversammlung ist für den 4. März angesetzt.

Die Albert Greifenberg GmbH hat ihren Sitz an der Gottwald­straße 17 im Gewerbegebiet Beul in Hattingen und produziert Schmiedeteile, Flansche und Bunde. Auch Radlaufwerke für Eisenbahnen hat das Unternehmen auf der Fertigungsliste. Produziert wird zum weitaus größeren Teil allerdings nicht in Hattingen, sondern am Standort Linden.

Im Jahr 1952 hatte Albert Greifenberg die Firma gegründet. 1965 entstanden die Werkshallen für den Bau von Rohrverbindungsstücke an der Straße Deimketal in Linden. 1984 wuchs das Unternehmen durch den Kauf der Betriebsstätten von Gottwald/Mönninghoff in Hattingen, die im Sommer jenes Jahres in Konkurs gegangen waren.

210 Mitarbeiter an drei Standorten

1985 verlegte Greifenberg seinen Firmensitz von Bochum an die Hattinger Gottwaldstraße, konzentrierte dort allerdings nur Verwaltung, Lager und Logistik, während die Fertigung zu großen Teilen in Linden verblieb. 1990 übernahm man dann noch die Firma Horchler in Freudenberg und erreichte um das Jahr 2000 einen Höchststand mit 210 Mitarbeitern an drei Standorten. Vor allem als Lieferant von Flanschen hat sich die Albert Greifenberg GmbH einen Namen gemacht und 800 Kunden in ganz Europa beliefert. Geführt wird das Unternehmen von Maria Greifenberg-Bell, der Tochter des Gründers.

„Es gibt noch einige Restaufträge, die zurzeit abgearbeitet werden“, sagt Insolvenzverwalter Rohde. Gleichzeitig sei die Suche nach Investoren angelaufen, die sich eine Übernahme des Unternehmens vorstellen können. „Das ist schwierig, aber nicht hoffnungslos“, meint Rohde.

Hoffnung auf einen neuen Geldgeber hatten sich die betroffenen Mitarbeiter und die IG Metall auch im November 2014 noch gemacht, als sich die Anmeldung der Insolvenz herumsprach. Seit der Kündigung der 35 Beschäftigten ist die Stimmung allerdings deutlich schlechter geworden, heißt es.