Linden feiert rauschenden Umzug

Super Einsatz! Die „Himmelsstürmer“ der Liebfrauengemeinde sorgen wieder für ein großes „Helau!“ beim Rosenmontagszug.
Super Einsatz! Die „Himmelsstürmer“ der Liebfrauengemeinde sorgen wieder für ein großes „Helau!“ beim Rosenmontagszug.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei bestem Wetter ziehen rund 55 000 Narren durch den Stadtteil – das ist rekordverdächtig. Beste Stimmung mit vielen bunten Festwagen und Fußtruppen.

Linden..  Da müssen die treuen Jecken aus dem Südwesten schon eine Weile zurück denken, um sich an einen solch’ prächtig besuchten Rosenmontagszug zu erinnern. Statt wie in früheren Jahren gerne üblich bei Regen oder Eiseskälte marschieren die Karnevalisten diesmal bei Bilderbuchwetter durch den Stadtteil.

Die Sonne lacht, die Stimmung ist allererste Sahne. „Einmalig!“ strahlt Peter Gellermann, Präsident von Kolping Linden, der das bunte Treiben auf der Bühne an der Liebfrauenkirche stets lustig kommentiert. „Wenn morgen früh in der Zeitung steht, es seien nur 30 000 Leute hier gewesen, dann ist das eine Lüge.“

Keine Sorge, Herr Gellermann, einige mehr waren es schon. Rekordverdächtige 55 000 Jecken sollen es Schätzungen der Polizei zufolge gewesen sein. Dicht gedrängt wie selten zuvor steht das Narrenvolk bunt verkleidet entlang der Lindener Meile und wartet auf das Eintreffen des Festzuges. Ob als Frosch, als Bärchen, als Blue-Man, als Rapper Cro oder als Sternenkrieger verkleidet: Die Narren haben sich für ihre Kostüme wieder einiges einfallen lassen.

Besonders gern gesehen sind diesmal Wikinger-Kostüme – und dies nicht ohne Grund. Das Motto des Lindener Karnevalszugs „Hey hey Linden“ ist eine kleine Verbeugung vor der berühmten Zeichentrickserie „Wickie und die starken Männer“. Auch der Bezirksbürgermeister Marc Gräf, der sich schwungvoll ins Geschehen mit einbringt, läuft mit zwei Hörnern auf dem Kopf auf. „Als oberster Wikinger gehe ich gern vorne weg“, meint er scherzhaft.

Zug bahnt sich Weg durch die Menge

Um 14.11 Uhr setzt sich der bunte Zug an der Lindener Straße in Bewegung, traditionell angeführt von der Polizei. Mit dabei ist der stellvertretende Leiter der Lindener Wache, Werner Wiegand, der vor 31 Jahren mit Bollerwagen das heutige Großspektakel gewissermaßen erfand. Direkt dahinter ist die umtriebige Ruhrlandbühne mit gleich sechs Gruppen vertreten: von der Kindertanzgruppe über die Tanzgarde bis zum Disco- und Prunk-Wagen. Respekt!

Schritt für Schritt bahnt sich der Zug den Weg durch die Menge – begeistert beklatscht oder mit dem Handy gefilmt. Mit dabei im festlichen Zug sind der Prunkwagen der Werbegemeinschaft, der LDSV, der SV Waldesrand, die „Zwerge“ von Christ-König oder die jungen Karate-Kämpfer vom Budo-Sportclub. Vom Wagen der Kolpingsfamilie Linden grüßen Prinz Andreas II. und sein Adjutant Stefan Rodemann.

LDKC gestaltet Wagen als Kanu

Die „Schlappen Lappen“ sind mit Wagen und mit Fußtruppe am Start, während der LDKC seinen Wagen passend als übergroßes Kanu gestaltet hat. Zentrale Anlaufstelle der fröhlichen Feier ist die Bühne vor der Liebfrauenkirche, wo neben OB Ottilie Scholz auch Mitglieder aus Rat und Bezirksvertretung schunkeln.

Die Karawane zieht weiter – und der Sultan? „Der hat Durst“, strahlt Dieter, heute als OP-Arzt unterwegs und lobt: „Wirklich ein super Umzug!“