Lilo Wortelmann aus Stiepel hilft mit Kunst und Musik

Lilo Wortelmann, Künstlerin aus Stiepel, präsentiert das Plakat, mit dem sie für die Benefizveranstaltung am 28. Februar mit Kunst und Musik wirbt
Lilo Wortelmann, Künstlerin aus Stiepel, präsentiert das Plakat, mit dem sie für die Benefizveranstaltung am 28. Februar mit Kunst und Musik wirbt
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Lilo Wortelmann aus Stiepel unterstützt seit Jahren Hilfsprojekte für Donezk und Tschernobyl-Betroffene. Ans Aufhören denkt sie auch mit 70 nicht.

Stiepel..  Zum 70. Geburtstag letztes Jahr hatte sich Lilo Wortelmann vorgenommen, kürzerzutreten. „Doch dann passierte das in der Ukraine“, sagt die Künstlerin aus Stiepel. Und ihr war klar: „Nein, ich kann jetzt nicht aufhören zu helfen.“ Seit 1987 unterstützt Lilo Wortelmann zusammen mit ihrem Mann Rüdiger – ebenfalls 70 – die Donezk-Hilfe, seit 1991 zudem die Aktion „Heimstatt Tschernobyl“, durch die Menschen aus den noch immer atomar-verstrahlten Gebieten umsiedeln können. Für beide Projekte stellt Wortelmann Ende Februar eine Benefizveranstaltung auf die Beine: Am 28. Februar gibt’s in der Stiepeler Dorfkirche einen Abend mit Musik und Kunst.

Die Lage in Donezk bezeichnet Lilo Wortelmann als dramatisch. Sie baut auf die politische Diplomatie. „Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.“ Direkter Kontakt zu Bochums Partnerstadt bestehe aktuell nicht. „Vor Weihnachten ist der letzte Hilfstransport der Donezk-Hilfe vor Ort eingetroffen. Seither können wir nur im Verborgenen helfen“, sagt Lilo Wortelmann, „mit geringen Beträgen über ein Geldkartensystem.“

Zuletzt war sie vor drei Jahren in Donezk. „Es ist so wichtig, sich vor Ort Einblick zu verschaffen, Kontakte zu knüpfen. Aber natürlich auch zu schauen, wo unsere Spendengelder hinfließen.“

Für ein Haus brauchen 50 Menschen drei Wochen

Das ist bei dem anderen Projekt, dass Lilo Wortelmann unterstützt, sofort zu sehen. Dort – in dem weißrussischen Ort Stari Lepel – werden Häuser für Familien aus den verstrahlten Gebieten gebaut. Mit vereinten Kräften packen Weißrussen und Deutsche an. „Wir sind meist um die 50 Leute“, berichtet Lilo Wortelmann. „Für ein Haus brauchen wir etwa drei Wochen.“

Ihr und ihrem Mann macht dieses Mitwirken großen Spaß. „Es ist eine Freude, mit so vielen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen produktiv zu sein“, schwärmt sie. Auch über den täglichen Feierabend. „Wenn wir gemeinsam am Lagerfeuer sitzen, wird die Gitarre rausgeholt und gesungen“, schildert Wortelmann einen wunderbaren Mix aus Völkerverständigung und Versöhnung.

Für den Bau der Häuser werden ausschließlich Materialien aus der Gegend verwendet. In diesem Falle heißt das: Wasser, Ton, Erde, Holzhäckseln und Schilf zum Dämmen. Lilo Wortelmann kommt das sehr entgegen. Auch die Kunst, den sie kreiert, habe immer mit der Natur zu tun, sagt sie. „Holz, Ton, Muscheln aus dem Meer – alles, was uns die Erde schenkt, verwende ich für Schmuck und Objekte. Einiges davon ist auch bei der Benefizveranstaltung in der Dorfkirche zu sehe. „Ich lege mein ganze Kraft in die Kunst“, sagt Wortelmann. „Und in die Hilfe . . .“