Lesebühne in Oveney startet in die neue Saison

Saisonstart der Lesebühne in Oveney: Zum Auftakt stellte Anja Liedtke ihr Buch „Blumenwiesen und Minenfelder. Reiseerzählungen aus Israel“ vor.
Saisonstart der Lesebühne in Oveney: Zum Auftakt stellte Anja Liedtke ihr Buch „Blumenwiesen und Minenfelder. Reiseerzählungen aus Israel“ vor.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Am Konzept der literarischen Reihe ändert sich kaum etwas, nur personell wurde umstrukturiert. Juckel Henke organisiert künftig allein.

Stiepel..  Aus dem Trio ist ein Alleinunterhalter geworden – trotzdem gerät „LiO“, die Lesebühne in Oveney, dadurch nicht zur „One-Man-Show“. Denn obschon sich Klaus Märkert und Ulli Engelbrecht aus der Organisation der regelmäßigen Lesungen zurückgezogen haben, hält Juckel Henke als Mitbegründer das Programm aufrecht und holt sich dazu nun jeweils zwei Gastautoren auf die Bühne. So bleibt’s beim literarischen Dreiklang. Am Samstag machten Anja Liedtke und Peter Märkert den Anfang.

Anja Liedtke hatte dazu eine Geschichte aus ihrem Buch „Blumenwiesen und Minenfelder. Reiseerzählungen aus Israel“ mitgebracht. Die Bochumer Literatin ließ dabei Meir Schwarz zu Wort kommen, mit dem sie in einem privaten Institut in Israel zusammengearbeitet hatte und der ihr die wahre Geschichte des Flüchtlingsschiffs „Exodus“ erzählte. Ein bedrückender Moment, der einen deutlichen Kontrast zur Kaffee-und-Kuchen-Atmosphäre im Garten der Gaststätte darstellte.

Peter Märkert rezitierte aus seinem Ruhrpott-Krimi „Jeder Einzelne“. Eine Story, die K.-o.-Tropfen, Tod und einen Justizirrtum verbindet. Aus der Arbeit als Bewährungshelfer weiß Märkert, wovon er schreibt. Weitere, neue Krimis seien in Arbeit und sollen in Kürze erscheinen, wie Peter Märkert ankündigte.

Juckel Henke konnte mit der ersten Lesung unter neuen Voraussetzungen zufrieden sein. Das Format an sich scheint weiterhin gut anzukommen, vor allem bei der Zielgruppe. „Wir haben zu 80 Prozent weibliches Publikum. Das hängt natürlich mit der Anfangszeit samstags um 15.30 Uhr – Fußball-Bundesliga-Zeit – zusammen. Aber schließlich lesen Frauen auch mehr, sind belesener.“ „LiO“ verbinde obendrein Kultur und Freizeit: „Wer eine Runde um den See gegangen ist, kann anschließend zu uns kommen.“

Und dafür steht auch schon ein neuer Termin fest: Am Samstag, 18. Juli, um 15.30 Uhr präsentiert Juckel Henke an der Oveneystraße 65 die nächste Ausgabe der Literaturreihe mit Autor Rüdiger Preuss aus Dortmund und dem Bochumer Schriftsteller Rainer W. Campmann.

Preuss veröffentlichte 1998 den Bretagne-Ruhrgebietsroman „Nebel, den der Wind vertreibt“ und „Der Märchenfischer“. Siegfried Lenz bescheinigte dem Autor bereits „eine beeindruckende Prosa voller Sinnlichkeit, Atmosphäre und epischer Gelassenheit“.

Campmann gab im Auftrag des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt in der WAZ von 1974 bis 1988 die Literatur- und Grafikseite „Aus der Werkstatt“ heraus. Er schreibt Gedichte, Reportagen, Drehbücher und vor allem Erzählungen und ist zudem Lektor und Herausgeber.