Kunstrasen an der Wohlfahrtstraße in Wiemelhausen

Die Sportanlage „Auf der Heide“ an der Steinkuhlstraße mit Rasen- und Ascheplatz wird aufgegeben.
Die Sportanlage „Auf der Heide“ an der Steinkuhlstraße mit Rasen- und Ascheplatz wird aufgegeben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Sportstättenentwicklungsplan sieht Aufgabe der Anlage Auf der Heide vor. Dafür wird an anderer Stelle investiert. Denn im Süden fehlt es an Plätzen.

Süd..  Sieben Fußballplatz-Schließungen sieht der Sportstättenentwicklungsplan der Verwaltung für Bochum vor. Keine indes für die Bezirke Süd und auch Südwest. Der Kelch scheint an der Region vorübergegangen zu sein. Gleichwohl kein Grund zum Jubeln, finden die Lokalpolitiker der Bezirksvertretung Süd.

Einen Fehlbedarf von 2,5 Plätzen hat die Verwaltung bis 2020 für Süd prognostiziert; ausgeglichen wird er nicht. Lediglich die Aufwertung des Platzes an der Wohlfahrtstraße (hier ist ein Kunstrasen vorgesehen) bringt eine positive Veränderung um – statistisch gesehen – einen halben Platz.

Zu wenig, finden die Bezirksvertreter. „Wir als Bezirk müssen uns dafür einsetzen, dass etwas getan wird“, fordert Can Duman (Die Linke). Ob das etwas bringen wird? Der Stadt fehlt es einfach an Geld, um alle Anlagen optimal in Schuss zu halten. Knapp zwölf Millionen sind dafür nötig, zur Verfügung stehen jährlich allerdings gerade einmal 750 000 Euro – viel zu wenig. Haushalten heißt also die Devise.

Immer weniger Vereinsfußballer

Zudem beobachtet die Verwaltung den Trend, dass die Zahl der Vereinskicker immer weiter sinkt – von derzeit 16 852 auf 16 204 bis 2020. „Dafür wird es künftig mehr Freizeitmannschaften geben“, sagt Jana Neumann vom Sportamt voraus. Sie und ihre Kollegen schlagen im Sportstättenentwicklungsplan vor, die Anlage Auf der Heide zu schließen. Dorthin ist aktuell BW Weitmar 09 ausgewichen, weil der Ascheplatz am Erbstollen saniert wirt (wir berichteten). Aufgefangen werden soll der Verlust, in dem der Platz an der Wohlfahrtstraße in Wiemelhausen für 700 000 Euro einen Kunstrasen erhält. Und das relativ zeitnah. Begonnen werden soll mit den Arbeiten laut Jana Neumann im nächsten Jahr. Die Fertigstellung ist dann für 2017 vorgesehen.

Auch für die Bezirkssportanlage am Hustadtring/Westerholtstraße ist ein Kunstrasen vorgesehen. Dies wird laut Verwaltung aber nicht vor 2019 in Angriff genommen. Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf-Inhoff (SPD) kann das nicht verstehen, „wo der Bedarf doch so groß ist“.

Das sieht CDU-Ratsmitglied Wolfgang Horneck anders: „Wozu die Aufregung? Wir im Süden stehen doch besser da als andere.“ Er verspricht aber: „Wir werden uns im Sportausschuss mit den Fragen aus den Bezirken befassen und dann auch über die Priorisierung befinden.“ In diesem Kreis wird am 12. Juni auch abschließend über den Sportstättenentwicklungsplan entschieden.