Koreaner feiern Neujahrsfest

Farbenfrohe Kleidung aus ihrer Heimat zeigen diese Frauen beim Koreanisches Neujahrsfest in Dahlhausen.
Farbenfrohe Kleidung aus ihrer Heimat zeigen diese Frauen beim Koreanisches Neujahrsfest in Dahlhausen.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim koreanischen Neujahrsfest erinnern ehemalige Gastarbeiter an ihre ferne Heimat. Die meisten von ihnen sind längst „echte Bochumer“ geworden.

Dahlhausen..  Traditionelle Trommelklänge in farbenfroher Kleidung, Fächertanz in koreanischer Tracht, aber auch moderner Pop-Tanz, Gesangseinlagen und Parodie: Das Neujahrsfest „Seollal“ der koreanischen Gemeinde bot große Vielfalt zwischen Tradition und Moderne.

„Dieser deutsch-koreanische Abend bietet eine gute Gelegenheit, die interkulturellen Beziehungen zu verbessern“, betonte Sung-Hun Baek, Vorsitzender des koreanischen Verbandes, bei seiner Begrüßung. Gut 250 Besucher und Akteure kamen ins Matthias-Claudius-Haus der Ev. Kirchengemeinde an der Keilstraße.

Leckere Speisen gehören dazu

Baek ging noch weiter: „Viele von uns haben hier, seit wir Anfang der 70er Jahre als Gastarbeiter hierher kamen, eine Heimat gefunden.“ Sein launiges Fazit: „Wir sind echte Bochumer geworden mit Ruhrpott-Deutsch sowie Currywurst und Pommes.“ Gleichwohl gab es an dem Abend – sozusagen als Türöffner zur koreanischen Kultur – leckere traditionelle Speisen aus dem fernöstlichen Land. Auch dort gehört gemeinsames Essen zur Gastfreundschaft dazu.

Bezirksbürgermeister Marc Gräf erinnerte in seinem Grußwort an die lange Tradition des Neujahrsfestes in der Stadt. „Bereits seit 1970 wird das Fest gefeiert. Ein Beleg dafür, wie sehr die Koreaner hier ihre Heimat gefunden haben und weiterhin die Traditionen pflegen“, so Gräf. Seine Bemühungen, den traditionellen Neujahrsgruß auf Koreanisch zu sprechen, nahmen die vielen Koreaner im Saal mit einem herzlichen Lachen entgegen.

Nach einem weiteren Grußwort vom koreanischen Bundesverband in Frankfurt startete die Feier. Die Trommelgruppe der koreanischen Schule eröffnete das Fest mit „Pung-Mull“, einem Bauerntanz. Sie nutzten dafür mit der „Min-Jung“ Trommeln aus Korea.

Deutsch und Koreanisch wechselten sich ab. Tenor Seo Min Gye bot zum Beispiel mit kräftiger Stimme den Schlager „Dein ist mein ganzes Herz“ dar. Huh Iy-Eum begleitete ihn am Klavier.

Weitere Glanzpunkte folgten. Das „Team Rush“ (fünf junge Frauen um die 20 Jahre) trat mit Coverdance zu modernen Popstücken auf. Die Herren Young-Jin Lee, Su Bem Chang und Tae Ho Che parodierten die „Drei Tenöre“ so komisch, dass allen vor Lachen die Tränen in den Augen standen. Fünf Damen des Bochumer Kulturvereins boten einen Fächertanz. Dessen Höhepunkt: Das Zusammenspiel als eine sich öffnende und schließende Blüte. Toll!

Durch das Programm führten Haeng-Ja Fischer und Donghym Kim. Mit viel Humor gaben sie einiges an Hintergrundwissen weiter.