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Kinder löchern Politiker

02.10.2013 | 18:22 Uhr
Kinder löchern Politiker
Die Politiker Wolfgang Dohn (links, SPD) und Gereon Kuriewicz (CDU) stellten sich im Jugendhaus der Ini Pro Steinkuhl den Fragen der Kinder.Foto: Dietmar Wäsche

Bochum-Steinkuhl.  Bezirksvertreter Wolfgang Dohn und Gereon Kuriewicz kamen ins Jugendhaus der Initiative pro Steinkuhl und diskutierten mit den Jugendlichen über die Wahl.

Mindestlohn , Koalition, Schwarz/Rot . Was bedeuten all diese Begriffe, die in den letzten Wochen nur allzu oft zu hören waren? Bei dem Besuch zweier besonderer Gäste konnten die Kinder der „Initiative pro Steinkuhl“ (Ini) all diese Fragen klären. Wolfgang Dohn (SPD) und Gereon Kuriewicz (CDU) kamen ins Jugendhaus der Ini und besprachen unter anderem die Ergebnisse der Bundestagswahl mit den Sechs- bis 14-Jährigen.

„Wir haben im Vorfeld der Wahl gemerkt, dass die Kinder sich für Politik interessieren, Fragen zu den Kandidaten und Parteien stellen und etwas über Politik im Allgemeinen wissen wollten“, sagte Frauke Kempkens, Leiterin der Ini. Direkt nach der Wahl gab es schon eine Diskussionsrunde unter den Kindern. Schnell kam der Kontakt zu den beiden Politikern zustande. „Wolfgang Dohn und Gereon Kuriewicz sind Mitglied der Stadtteilinitiative pro Steinkuhl. Beide haben sofort zugesagt“, so Kempkens.

Kinder waren gut vorbereitet

Für die Politiker war das kein leichtes Unterfangen, immerhin mussten sie von ihrem „Politiker-Sprech“ zu einer kindgerechten Sprache wechseln und Begriffe möglichst anschaulich erklären. Beim Thema „Koalitionsverhandlungen“ kamen beispielsweise Gläser und Plätzchen zum Einsatz, um zu verdeutlichen, dass es sich um eine Kompromissfindung handelt.

Die Kinder gingen gut vorbereitet in die Diskussion und hatten sich einige Fragen zurecht gelegt. Beispielsweise, ob nach der Wahl auch die Wahlversprechen eingehalten werden und warum so viele Bürger die CDU gewählt haben. Aber es gab auch Fragen, die den Alltag der Kinder direkt betreffen: „Gibt es die Möglichkeit für ein Freibad in Steinkuhl?“ oder „Kann die Schule nicht erst um 9 Uhr beginnen?“

"Die Stadt Bochum ist eher arm"

Dohn und Kuriewicz erklärten zusammen, dass die Politiker theoretisch beides beschließen könnten, es aber in der Praxis nicht so einfach sei. Kuriewicz: „Die Stadt Bochum ist eher arm und darum wird drei Mal überlegt, ob man wirklich ein neues Freibad bauen kann. Das Unibad ist nämlich in der Nähe und wer unbedingt schwimmen gehen möchte, kann das auch im Sommer dort tun.“

Wolfgang Dohn erklärte außerdem, „dass die Bochumer Politiker nicht so einfach über schulische Dinge entscheiden können, weil die nämlich vom Land Nordrhein-Westfalen beschlossen werden.“

Zwar gaben sich die beiden Bezirksvertreter größte Mühe, die komplexen Themen der Politik kindgerecht darzulegen, „aber einige der Kinder sind noch zu jung, um das alles zu verstehen“, so Kempkens. Ihr gehe es aber auch nicht um die Details, sondern darum, dass Politik für die Kinder greifbar wird und sie ein Demokratieverständnis aufbauen. „Dann haben wir schon einen wichtigen Schritt geschafft“, sagt Kempkens.

Nadia Al-Massalmeh

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Kinder löchern Politiker
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2013-10-02 18:22
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