Kinder bieten buntes Maskenspiel im Bahnhof Dahlhausen

In ihrem Bühnenstück verfolgen die kleinen Schauspieler das Ziel
In ihrem Bühnenstück verfolgen die kleinen Schauspieler das Ziel
Foto: Gero Helm
Was wir bereits wissen
Kinder werden bei Umweltprojekt zu Schauspielern. Erst geht’s in den Wald, dann auf die Bühne. Ziel ist, die Kleinen für die Natur zu sensibilisieren.

Dahlhausen..  „Mach das Licht aus, wenn du rausgehst, dreh den Wasserhahn ab, wenn du nichts abwäscht, und schmeiß den Müll nicht auf den Boden“, kriegen viele Kinder vermutlich oft zu hören und sehen darin bloß eine weitere Regel neben dem Zimmeraufräumen. Das Umweltbildung aber auch Spaß machen kann und sogar mit dem Schauspiel verknüpft werden kann, beweist das Umweltprojekt „Blick durch die grüne Brille“ des Vereins Pro Kulturgut.

„Vor einem Jahr kam mir die Idee, die heute vom Kulturrucksack gefördert wird“, sagt der Projektverantwortliche Andreas Felix Kroll und blickt auf die waldlich dekorierte Bühne im historischen Bahnhof Dahlhausen. Selbstgesammelte Blätter, Pflanzen und gebastelte Augen geben dem Wald wortwörtlich ein Gesicht. „Kinder für den Wald zu sensibilisieren, ihnen ein Gefühl für die Natur zu geben, das ist wichtig.“

Teils chaotisch, aber mit Charme

Dazu zählten etwa der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen und das Verhalten in der Natur. „Natürlich konnten die Kinder ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Wald einbringen“, sagt Kroll über das Projekt, welches mit fünf Kindern in der ersten Herbstferienwoche auf die Beine gestellt wurde. Als Vogel Papagena mit einer bunten Maske und Federn verziert über die Bühne tanzt, ist Projektassistentin Carmen Ines Siepmann Arias sichtlich begeistert. „Was man hier sieht, ist ein Werk fast nur von Kindern. Teilweise mag es etwas chaotisch sein, aber das hat doch seinen Charme“, sagt die Studentin der Kunstwissenschaften und Spanisch, die derzeit ein Praktikum bei Pro Kulturgut absolviert.

Mit den Kindern seien sie in den Wald gegangen, hätten Bastelmaterialien gesammelt und über das Thema Umwelt gesprochen. „Herausgekommen ist ein Stück in Eigenregie, das von dem Mensch als Bedrohung für den Wald erzählt“. Nicht nur thematisch schlagen die Kinder eine Brücke, auch Tanz und Theater vereinen sie in ihrem Stück. „Beeindruckend, was in einer Woche möglich ist“, sagt Vater Carsten Trombach stolz. In Zeiten von Handys und Spielekonsole sei Umwelt ein wichtiges Thema.

Der Elfjährige Adriano Abbondandolo spielt die Rolle des Elefanten Fridolin, der gemeinsam mit anderen Tieren den Wald retten will. „Wir dachten am Anfang, dass wir es in so kurzer Zeit gar nicht auf die Bühne bekommen, jetzt hat aber alles geklappt“. Ihm habe gut gefallen, dass die Gruppe im Wald gewesen sei, um zu Proben und Ideen zu sammeln. Seine Schwester Laura steckt hinter der bunten Maske des Vogels Papagena. „Der Wald bietet viel Bastelmaterial, die Masken haben wir selbst gemacht“, sagt die Zwölfjährige.

Projektleiterin lobt Potential

Projektleiterin Sandra Kalscheuer führt während der Aufführung Regie und unterstützt beim Text. „Mit den Kindern so locker zu arbeiten, war eine schöne Erfahrung.“ Die 19-Jährige bringt dabei für das Projekt den passenden Hintergrund mit: „Seit meinem sechsten Lebensjahr tanze ich, seit meinem 13. Lebensjahr spiele ich Theater, Gitarre und Klavier.“ Lange Spaziergänge im Wald und das Wachsen des Projekts hätten ihr viel Freude bereitet. „Da gerade Herbst ist, konnten wir toll mit den gesammelten Blättern arbeiten.“ Zwar habe sie viel Erfahrung in Tanz und Theater, aber: „Die Kinder bringen eigenes Potenzial mit, sie sind im Theater – ganz passend – einfach Naturtalente“.