Jugendliche sammeln kreative Ideen für den Südwesten

Aufgeteilt in Arbeitsgruppen zeichnen die Jugendlichen auf einer Karte ein, was wo verbessert werden kann.
Aufgeteilt in Arbeitsgruppen zeichnen die Jugendlichen auf einer Karte ein, was wo verbessert werden kann.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
60 Jugendliche beteiligen sich am Jugendforum des Kinder- und Jugendrings und machen sich Gedanken, wie man ihre Heimat noch schöner gestalten kann

Weitmar..  Einen roten Kreis malt Abu Aeaitar auf den Stadtplan des Bochumer Südwestens. In großen Buchstaben schreibt er mit dem Marker „Weitmar“ hinein. Hier kennt sich der 17-Jährige aus, fühlt sich zu Hause und hat Vorschläge, wie es hier schöner werden kann. Genau wie die anderen knapp 60 Mädchen und Jungen, die zum Jugendforum des Kinder- und Jugendrings in das Jugendzentrum Weitmar (Jawo) gekommen sind, um neue Ideen für den Bochumer Südwesten zu sammeln.

In Workshops haben die Jugendlichen die Möglichkeit, an der Verbesserung ihres Stadtteils teilzuhaben. „Zuletzt haben wir unser Jugendforum stadtweit veranstaltet. In Weitmar wollen wir jetzt zum ersten Mal direkt an das unmittelbare Umfeld der Jugendlichen anknüpfen“, sagt Rolf Geers, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings.

Mit kreativen Methoden sammeln die Jungen und Mädchen in Gruppen Ideen: sie tanzen, sprühen Graffiti, basteln am Computer eine Collage aus Gesichtern in Form des Stadtteils, spielen Theater und beschäftigen sich mit Stadtplanung. So wie Abu. Ihm fällt zuerst der Sportplatz am Jawo ein. „Der Rasen ist in einem schlechten Zustand und die Zäune sind kaputt“, sagt er und markiert den Ort mit einem schwarzen Pin. „Hätten wir auch Tore und Netze, würden sich bestimmt wieder viele Leute dort treffen und Sport machen.“

Warum nicht ein Beachvolleyballfeld auf den Ruhrwiesen?

In dieser Gruppe ist auch Cihan Argac. Der 19-Jährige hat sich das Stück Stadtplan vorgenommen, auf dem die Umrisse von Dahlhausen sind. „Wir haben die Ruhrwiesen. Bei gutem Wetter ist hier immer viel los und da ist viel Platz, weit und breit aber nichts zu tun“, sagt er und hat den Vorschlag, die Ruhrwiesen mit einem Beachvolleyballfeld oder einer Grillecke attraktiver zu gestalten.

In einer anderen Gruppe ist das Thema Poetry-Slam. Unter der Leitung von Slammer Sven Hensel wollen die Jugendlichen im Tonstudio des Jawo einen Text über ihr zu Hause schreiben. Begriffe wie Geborgenheit, Fremdenfeindlichkeit und Hochhaus werden zum Thema.

Änderungswünsche gehen in einem offenen Brief an die Politik

Nach zwei Stunden Workshop tragen die Jugendlichen ihre Ideen zusammen. Ihre Änderungswünsche wollen sie aber auch der Politik nicht vorenthalten. Alle Ergebnisse des Nachmittags werden der Oberbürgermeisterin, Rat, dem Jugendhilfeausschuss und dem Bezirksbürgermeister in einem offenen Brief im Frühjahr vorgestellt.