Gesperrte Brücke teilt Bochum-Weitmar

Clemens Grabe (16) steht überrasacht vor der gesperrten Brücke.  Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
Clemens Grabe (16) steht überrasacht vor der gesperrten Brücke. Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool

Weitmar..  Ein Glück, dass Töchterchen und Sohnemann noch im nahen JAWO-Kindergarten an der Neuhoffstraße warteten. Hätten sie gehört, wie ihre Mutter fluchen kann, dann wäre sie wohl zusammengezuckt. „Ich muss meine Kinder abholen, aber ich weiß nicht wie!“, schimpfte die junge Mutter ebenso ratlos wie erzürnt, als es für sie an der Brücke Am Kuhlenkamp kein Fortkommen mehr gab.

Doch sie war gestern nicht die Einzige, die vor der massiven Absperrung quasi gestrandet war. Seit Wochenbeginn ist die Brücke über den künftigen Springorum-Radweg, wie gemeldet, gesperrt. Nichts geht mehr für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge. Das musste auch Christian Becker feststellen. Der 45-Jährige nutzte das herrliche Frühlingswetter zur einer Radtour rund um Weitmar. Doch der Weg Richtung Prinz-Regent-Straße war ihm versperrt.

Dafür hatte Klaus Meter als verantwortlicher Polier gesorgt. Seine Baufirma beginnt heute mit dem Abriss der Betonbrücke aus dem Jahr 1890. Allerdings gibt es Widerstände: „Am Montag habe ich die Sperren aufgestellt, heute Morgen waren sie beiseite geräumt.“

Dampffwalzen-Test nicht bestanden

Seit die Brücke vor fast 125 Jahren errichtet wurde, ist sie ein Sorgenkind. Schon bei ersten Testfarten mit einer Dampfwalze stellte sie sich als reichlich schwach auf der Brust dar. So wurde ihre Tragfähigkeit auf 12 Tonnen beschränkt, seit drei Jahren waren es sogar nur noch 3,5 Tonnen.

Dass die Brücke irgendwann einmal gesperrt wird, wissen die Bürger in Weitmar und Umgebung. Schließlich ist das marode Bauwerk schon seit zwei Jahren für den Schwerlastverkehr gesperrt. Die Bogestra muss ihren Linienbus 346 auf der Route zwischen Querenburg und Dahlhausen einen weiten und teuren Umweg fahren lassen.

Doch nun ist ein Ende der Einschränkungen in Sicht. Unten führt der Radweg künftig durch eine Röhre. Der nach dem Abriss der Brücke entstehende Freiraum wird anschließend aufgefüllt. „Und dann kommt eine Betondecke drauf, so dass auch wieder schwere Fahrzeuge hier her fahren können“, kündigt Polier Klaus Meter an.

Die Bogestra schickt ab Mitte Juni ihre Buslinie 346 wieder über die altgewohnte Strecke, allerdings mit einem neuen Fahrplan.