Gemütliches Gemeindefest in Linden

Pfarrer Rolf Schuld (kariertes Hemd) setzt sich zu einer Gruppe Senioren, die das Gemeindefest der ev. Gemeinde Linden besuchen.
Pfarrer Rolf Schuld (kariertes Hemd) setzt sich zu einer Gruppe Senioren, die das Gemeindefest der ev. Gemeinde Linden besuchen.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Klein aber fein: Die Evangelische Kirche in Linden gestaltete am Samstag einen Treffpunkt für Jung und Alt „Am Poter“. Auch dabei: der Kindergarten Gambia.

Linden..  Das Gemeindefest der evangelischen Kirche in Linden ist vielleicht nicht das größte seiner Art, aber womöglich das gemütlichste, wie Pfarrer Rolf Schuld beim Blick in den Gemeindesaal betonte: „Zur Kaffeezeit ist hier kein Platz mehr frei.“

Doch bestand auch das Lindener Fest am Samstag aus mehr als nur Kaffee und Kuchen. Schon um 12 Uhr ging’s los, und es herrschte gleich Betrieb „Am Poter“. Das Seniorenduo gebildet aus Friedhelm Hill und Erwin Bartz übernahm am Nachmittag das musikalische Programm unter dem Motto „Swing and more“, bevor Sebastian Leo zu einem offenen Singen mit Kinderliedern und selbstkomponierten Liedern anstimmte. Zahlreiche Stände – im Innen- und Außenbereich – rundeten das Angebot ab.

300 Paten für Afrika

„Wir nutzen solche Gelegenheiten gerne, um uns vorzustellen, unsere Arbeit bekannter zu machen“, schilderte etwa Ernst Feller, der den Stand des „Kindergartens Linden in Gambia“ betreute. Seit 1986 engagiert er sich für das soziale Projekt in Afrika, zunächst in der Wattenscheider Einrichtung, 1999 wurde dann der Lindener Kindergarten von 23 Mitgliedern gegründet. Nach erfolgreichen Verhandlungen mit dem Dorfrat von Jabang Village folgte rasch die Grundsteinlegung und der Bau von zwei Gruppenräumen mit einer Toilettenanlage. „Aber das reichte nicht aus: Wir haben schnell festgestellt, dass wir den gesamten Lebenszyklus abdecken müssen“, schaute der 80-Jährige auch auf die Anfänge der Gruppe zurück.

Schnell betreuten vier Erzieher 55 Kinder, es kamen Ambulanz, Küche, Wohnungen und eine Solaranlage dazu. Zusammen mit einer Moschee und der naheliegenden Grundschule wuchs und wächst langsam, aber sicher, ein Dorfzentrum heran. Feller ist selbst zweimal pro Jahr vor Ort, sieht die Fortschritte. Getragen wird das Projekt von drei Säulen: 300 Paten spenden monatlich, auch regelmäßige Einzelspenden gehen ein. Bei Veranstaltungen wie dem Lindener Gemeindefest verkauft die Gruppe Handarbeiten, Kunsthandwerk oder Marmelade vom Affenbrotbaum aus Afrika.

Neben dem „Kindergarten Linden in Gambia“ präsentierte sich „Am Poter“ aber auch der evangelische Gesellen- und Meisterverein, der zusammen mit der Frauenhilfe einen Großteil der Helfer fürs Fest abstellte. Auch viele Jugendliche zählten zu den über 50 ehrenamtlichen Unterstützern. „Allein über die WhatsApp-Gruppe ,Konfis 2015’ haben sich viele gemeldet“, erklärte Pfarrer Schuld, dass er auch moderne Wege wählt, um das kleine, aber feine Fest zu stemmen.

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