Gemeinsam den Rücken stärken

Richtiges Strecken und Dehnen will gelernt sein: Die Teilnehmer des Gymnastikkurses der Kirchengemeinde in Sundern tun etwas für ihre Fitness.
Richtiges Strecken und Dehnen will gelernt sein: Die Teilnehmer des Gymnastikkurses der Kirchengemeinde in Sundern tun etwas für ihre Fitness.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Weit mehr als sportliche Routine: Wirbelsäulen-Gymnastikkurs der Kirche Zum guten Hirten besteht seit 20 Jahren. Teilnehmer sind Freunde geworden.

Sundern..  Sie halten sich fit und gegenseitig die Rücken frei: Der Wirbelsäulen-Gymnastikkurs im Gemeinderaum der Kirche Zum guten Hirten in Sundern ist mehr als sportliche Routine. Die elf Teilnehmer zwischen Anfang 50 und 93 Jahren sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Seit 20 Jahren treffen sie sich immer mittwochs am selben Ort und zur selben Zeit, um körperlich und geistig auf der Höhe zu bleiben. Grund genug, für einen Tag Sportmatten und Wasser gegen eine Kaffee- und Kuchentafeln ein- sowie Erinnerungen auszutauschen.

Initiator des Kurses ist Martin Puderbach, pädagogischer Mitarbeiter der ev. Familienbildungsstätte Bochum Tabea. 1995 rief der 60-jährige die Gruppe ins Leben: „Wir hatten von Anfang an regen Zulauf durch die Gemeinde. Auch der aktuelle Kurs hier ist ausgebucht“, freut er sich.

Kursleiterin der ersten Stunde war Karin Ehrich (65): „Es geht darum, sich richtig zu bewegen und schonend zu heben.“ Sie selbst blieb dem Kurs 15 Jahre lang treu, bevor sie im Jahr 2009 einen Schlussstrich zog: „Mit 60 war der richtige Zeitpunkt einfach gekommen. Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen. Wir kannten uns alle, haben uns auch außerhalb des Kurses geholfen“, beschreibt Karin Ehrich ihren Abschied.

Bälle, Bänder, Frisbees und Handtücher

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, bezog sie unterschiedliche Sportgeräte mit ein. Ein Kniff, den auch die aktuelle Leiterin Sabine Rehder (50) anwendet: „Wir nutzen Bälle, Bänder, Frisbees und Handtücher, um Kraft, Koordination und Gleichgewicht zu trainieren.“ Auch Gedächtnis- und Konzentrationsübungen stehen auf dem Programm, welches offen gestaltet ist: „Ich habe zwar für jede Stunde ein Konzept, allerdings besprechen die Teilnehmer ihre Tagesform mit mir, auf die wir dann Rücksicht nehmen.“

Kurse gibt es in mehreren Stadtteilen

Eine Freiheit, die Elke Groth (73) schätzt: „So tragen unsere Kursleiterinnen sehr zu Spaß und Freude bei.“ Als eines von noch drei aktiven Gründungsmitgliedern weiß Elke Groth, wovon sie spricht: „Es war immer auch eine Nachbarschaftssache. Man lief sich in Sundern über den Weg, kam ins Gespräch. Wir verbinden Geselligkeit mit gesundheitlicher Ertüchtigung.“

Starker Zusammenhalt

Dem stimmt Marianne Starke sofort zu. Die 93-Jährige hat sich fest vorgenommen, den Kurs zu besuchen solange es geht. „Mein Rücken macht mir keine Probleme, im Gegenteil.“ Dabei war sie nicht immer eine leidenschaftliche Sportlerin: „Ich habe in der Jugend viel auf dem Feld gearbeitet, das war genug Bewegung“, sagt sie lachend.

Auf die gemeinsamen 90 Minuten pro Woche möchte niemand verzichten. Dieser Zusammenhalt sichert auch die Zukunft: „Unsere Teilnehmer haben Bekannte in der Hinterhand, falls doch einmal jemand von uns aufhören sollte“, weiß Kursleiterin Sabine Rehder.