Ein Schnäpschen aufs neue Dach des Malakowturms

Knappe Manfred Bähr stößt mit den Zimmermännern an.
Knappe Manfred Bähr stößt mit den Zimmermännern an.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Knappen und Politik feiern Richtfest am eingerüsteten Malakowturm. Jetzt noch einen Zink-„Hut“, dann ist das Bergbau-Wahrzeichen vor Regen geschützt.

Stiepel..  Mehrere Jahre hat es gedauert, bis das Geld für ein Dach zusammengesammelt war. Nun geht es auf einmal rasend schnell. Kaum eingerüstet, wurde am Malakowturm am Bliestollen in Stiepel heute schon Richtfest gefeiert.

Mitglieder des Knappenvereins Schlägel & Eisen Stiepel/Dorf, des Stiepeler Vereins für Heimatforschung und lokale Polit-Prominenz versammelten sich vor dem Bergbau-Wahrzeichen, um ein Schnäpschen auf das neue Dach zu trinken.

Süd-Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf-Inhoff musste sich gleich zwei „Kurze“ zur Brust nehmen. Ihm wurde in seiner Funktion als „Bauherr“ bzw. Ideengeber nämlich die symbolische Ehre zuteil, den letzten Nagel in den Balken zu hämmern. Und die Zimmermann-Regel besagt, dass es für jeden Fehlschlag einen Schnaps gibt. Nur gut, dass Breitkopf-Inhoff mit dem Hammer umzugehen weiß . . .

Der zehn mal zehn Meter große Dachstuhl in 26 Metern Höhe ist also fertig. Nun gilt es, dem Turm noch einen Zink-„Hut“ aufzusetzen. Dies geschieht in den nächsten Wochen. Ende April, Anfang Mai soll das Zinkdach fertig sein und das geschichtsträchtige Gemäuer künftig vor den Einflüssen der Witterung schützen. Die Mauern sind zwar einen Meter dick und noch stabil, „aber so ein Dach ist eben die beste Form der Erhaltung“, weiß Marcus Kamplade vom Umwelt- und Grünflächenamt.

Info-Tafel ist in Arbeit

Damit interessierte Wanderer mehr über die Bedeutung des Mala­kowturms (er war erst Förderturm, später dann Wetterschacht) erfahren können, wird in den nächsten Wochen eine Info-Tafel aufgestellt. „Sie ist noch in Arbeit“, sagt der Knappen-Vorsitzende Rainer Dickhut, der nicht mit einer so schnellen Fertigstellung des Daches gerechnet hatte. Zur offiziellen Einweihung im Mai soll zudem ein 60 Seiten starkes Buch erscheinen, geschrieben von Knappe Dietmar Bleidick: „Darin geht es aber um den Bergbau im Süden allgemein“.

Baumaßnahme kostet 75 000 Euro

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf 75 000 Euro. 60 000 Euro davon sammelten Knappen und Heimatforscher über die Jahre, für den Restbetrag kam die Bezirksvertretung Süd auf.

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