Ein Prinz macht sich zum König des SV Diana Sundern

Königsschießen beim SV Diana 1907: (v.l.) Udo Riedel  (Zepter), Dieter Borgböhmer (rechter Flügel) Udo Köster (Krone), der neue König Günther Prinz mit dem Vogel,  der Vorsitzende Claus Peter Malz (linker Flügel) und Manfred Barenberg, der den Apfel herunter holte.
Königsschießen beim SV Diana 1907: (v.l.) Udo Riedel (Zepter), Dieter Borgböhmer (rechter Flügel) Udo Köster (Krone), der neue König Günther Prinz mit dem Vogel, der Vorsitzende Claus Peter Malz (linker Flügel) und Manfred Barenberg, der den Apfel herunter holte.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Günther Prinz gewinnt das Vogelschießen beim SV Diana 1907 in Sundern. Der Schützenverein verzichtet dabei auf die große Schau.

Sundern..  Beim traditionellen Königsschießen des SV Diana Sundern machte sich am Wochenende ein Prinz zum König. Nach 342 Schuss durfte sich Günther Prinz (50) die Krone aufsetzen, er übernimmt damit für ein Jahr die Regentschaft über die Schützenbrüder.

Ein Amt, das nun ausgefüllt werden will: „Der König besucht mit der Königin unserer Damen Inthronisierungen innerhalb der Ringgemeinschaft, aber er repräsentiert den Verein auch bei offiziellen Anlässen wie Stadtteilfesten“, schildert Geschäftsführer Peter Wingender, was auf den Monarchen zukommt.

Ansonsten verzichtet der SV Diana auf die große Schau, Statussymbole lehnt er ab. Eine Uniform tragen die Schützen aus dem Bochumer Süden nicht. „Das hatten schon unsere Gründerväter nicht vorgesehen“, sagt Wingender. Und gegründet wurde der Verein ebenda, wo er auch jetzt noch beheimatet ist, wo am Wochenende das Königsschießen stattfand: Im Gasthaus „Zur Waldesruhe“, heute Borgböhmers Waldesruh’.

Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg als Geselligkeitsverein

Zur Historie: Der erste Vorsitzende des Vereins war seinerzeit Heinrich Bergmann, erster König 1912 Fritz Köster. Während des ersten Weltkrieges ruhte der Schießsport und konnte erst im Januar 1919 wieder aufgenommen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein neu aus der Taufe gehoben. Beim ersten Treffen 1950 gaben sich die damaligen Schützenbrüder den Namen „Geselligkeitsverein Grün-Weiß Sundern-Linden-Weitmar“. 198 Mitglieder gehörten damals dazu. 1951 gab sich der Verein wieder den Namen Schützenverein „Diana“. Im gleichen Jahr wurde bereits über ein „kleines“ Preisschießen für interessierte Frauen diskutiert, aber erst 1980 gründete sich eine Frauengruppe unter dem Vorsitz von Grete Arens. Erste Königin war Maria Triestram.

Seit Anfang der 80er Jahre gibt es zudem regelmäßige Vergleichsschießen mit der Kompanie Dorf des Schützenvereins BSV 1854 Stiepel, und zwar abwechselnd in Stiepel und in Sundern. Das Engagement für den heimischen Ortsteil ist für die Gruppe Ehrensache. „Wir sind ein mehr als aktiver Verein auf vielen Ebenen, der die Kontakte zu den Ortsvereinen in Sundern, zur Ringgemeinschaft und zu den Schützenbrüdern aus Stiepel pflegt; neben dem eigenen Vereinsleben natürlich“, betont Wingender.

Dazu gehören in der Gegenwart auch das große Skatturnier mit stets mehr als 80 Teilnehmern, das Frühlingsfest, „Fahrten ins Blaue“ oder das Vogelschießen, das Günther Prinz heuer für sich entscheiden konnte: Nachdem Claus Peter Malz als Vorsitzender den ersten Schuss auf den Vogel abgegeben hatte, schlossen sich der amtierende König, Wolfgang Schuldner, und die anwesenden Schützen an. Nach 40 Schuss fiel zunächst die Krone durch Udo Köster, ihm folgte nach weiteren 24 Schuss der zweite Vorsitzende des Vereins, Udo Riedel, der das Zepter traf. Der Apfel fiel durch Schützenbruder Manfred Bärenberg nach weiteren 31 Schuss.

Nach der Mittagspause ging’s weiter mit dem rechten Flügel, den Schützenbruder Dieter Borgböhmer nach weiteren 87 Schuss traf, gefolgt von Claus Peter Malz, der sich nach weiteren 111 Schuss den linken Flügel sicherte. Nach nochmals 49 Schuss stand als neuer König des SV Diana 1907 dann Günther Prinz fest.

Wie viele andere Vereine auch, plagen den SV Diana Nachwuchssorgen

Schade nur, wie Wingender am Rande berichtet, dass die schon 1928 gebildete Jugendgruppe nicht mehr besteht. „Wie viele andere Vereine auch, haben wir große Nachwuchssorgen“, blickt er ungewiss in die Zukunft des 1907 gegründeten Clubs. „Schießen können Jugendliche bei uns bereits ab zwölf Jahren. Wer sich probieren möchte, ist herzlich willkommen.“ Damit auch morgen noch Prinzen zu Königen werden.