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Ein Glas Sekt aufs lange Durchhalten

06.10.2011 | 16:03 Uhr
Ein Glas Sekt aufs lange Durchhalten
86, beim 5-Jährigen, lautete der Unterton noch „Mütteremanzipation“, jetzt wurde in der Krabbelstube Killekak auf das 30-jährige Bestehen angestoßen, hier (v.l.) Fachberaterin Brigitte Gabel vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, Erzieherin Monika Gruchmann, Killekak-Kind Tomke Neufeld und Erzieherin Tatjana Grün.

Stiepel.  Elterninitiative Killekak betreut als einzige in Bochum nur ein- bis dreijährige Kinder - seit nunmehr 30 Jahren

„26 Elterninitiativen zur Tageskinderbetreuung gibt es derzeit in unserer Stadt“, weiß Brigitte Gabel zu berichten. „Jede hat ihr ganz individuelles pädagogisches Konzept, darunter einige Einrichtungen mit Waldorf-Anleihen oder Komplettausrichtung, andere weltanschaulich neutral, aber mit Bio-Ausrichtung in der Ernährung, und vieles mehr“, so die Fachberaterin des örtlichen Paritätischen Verbandes.

Was diese unterschiedlichen Initiativen miteinander eint, ist der Paritätische in Bochum als gemeinsamer Dachverband. Denn hier gibt es Unterstützung für rechtlich selbstständige, gemeinnützige Organisationen, die mit ihren Angeboten soziale Hilfe, und dazu zählt auch Kinderbetreuung, bereithalten. Brigitte Gabel hebt ihr Sektglas: „Die Krabbelstube Killekak e.V. begleiten wir mit 30 Jahren schon vergleichsweise lange. Die Einrichtung war in der ersten Bochumer Gründungswelle der Kinderladenbewegung mit dabei.“ Pling! Die Fachberaterin stößt an mit Killekak-Leiterin Heike Meyer und deren Team. Zur Jubiläumsfeier in der Kemnader Straße 399 sind ein kaltes Büfett und ein Kuchentisch aufgebaut, Saft und Sekt wird von Killekak-Müttern auf Tabletts serviert.

Die Party-Szenerie mit den umherwuselnden Kindern, plaudernden Müttern, biertrinkenden Vätern, alles ehemalige und aktuelle Killekak-Eltern, erinnert unwillkürlich daran, dass diese Räumlichkeiten einst die Traditionskneipe „Gaststätte Heil“ beherbergte. 2007 zog dann Killekak hier ein, an der alten Adresse an der Prinz-Regent-Straße 47 gab es Probleme mit Schimmel. Fortan ging dann Apfelschorle über den Tresen. Für vom Toben durstige ein- bis dreijährige Kinder. Die Krabbelstube Killekak ist unter den Bochumer Elterninitiativen die einzige, die ausschließlich Betreuung für diese Altersstufe anbietet. In den anderen Initiativen wird entweder durchgängig von eins bis sechs betreut oder Eintrittsalter ist drei Jahre.

Killekak-Leiterin Meyer gab in ihrer Rede der Freude Ausdruck, dass Killekak über all die Jahre bestehen bleiben konnte, „von Killekak bis KiBiz“. Dies sei nicht selbstverständlich, so Meyer, insbesondere der Umzug 2007 sei eine Belastungsprobe gewesen, und habe bewusst gemacht, welche Strapazen die Gründungseltern auf sich genommen hatten. Ein Gründungsvater von 1980/81, Manfred Preuß, Bochumer damals und heute, kam übrigens als Ehrengast zur Jubiläumsfeier, mitsamt Tochter Julia Gärtner (28), einem ehemaligen Killekak-Kind.

Stadtteilredaktion

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