Edeka-Neubau erhitzt die Gemüter im Bochumer Süden

Das Haus von Blumen Bednarz und das Nachbarhaus sollen Edeka weichen
Das Haus von Blumen Bednarz und das Nachbarhaus sollen Edeka weichen
Foto: Wicho Herrmann
Was wir bereits wissen
Zur ersten Versammlung der Bürgergemeinschaft Weitmar-Mark-Stiepel kamen rund 70 Teilnehmer. Auch andere kommende Veränderungen im Stadtteil standen auf der Agenda.

Weitmar-Mark..  Viele Veränderungen sind derzeit Tagesgespräch im Stadtteil: Edeka, die Bebauung „Erbstollen-Park“, der Kreisverkehr an der Kreuzung Heinrich-König/Karl-Friedrich-Straße und die Bebauung des Bahnhofs Weitmar.

Wie sehr die Themen den Bürgern auf den Nägeln brennen, zeigte das erste Treffen der neuen Bürgergemeinschaft Weitmar-Mark-Stiepel, die derzeit aus der örtlichen Werbegemeinschaft entsteht. Drei Stunden lang diskutierten gut 70 Besucher zu besagten „heißen“ Themen im Emmaus-Gemeindehaus der ev. Ortsgemeinde. Der Bau eines Edeka-Einkaufszentrums an der Stelle der heutigen Häuser von Blumen Bednarz an der Karl-Friedrich-Straße beschäftigte die Leute am meisten. Die anstehende Bebauung des Bahnhof Weitmar ging dagegen unter.

Die Bürgergemeinschaft will allerdings nicht sämtliche Veränderungen verhindern. „Es geht hier nicht darum, gegen Edeka zu sein, auch wenn ich diesen Ruf habe“, erklärte Mitgründer Olaf Ring anfangs. „Wir wollen daran mitwirken, unseren lebenswerten Vorort vernünftig wachsen zu lassen“, ergänzte Kollege Jürgen Fuhrmann. Die Bürgergemeinschaft will Ansprechpartner für Bürger, Politik und Verwaltung zu sein.

CDU-Ratsmitglied Wolfgang Horneck, Vorsitzender des Sportausschusses, brachte Neuigkeiten zum Thema „Erbstollen-Park“ auf dem Sportplatz des BW Weitmar 09. „Der Bau ist nicht möglich, auch wenn die Bezirksvertretung Südwest das befürwortet.“ Denn: Der Platz im Besitz der Stadt sei als Teil des Sportangebotes wichtig und gerade für 600 000 Euro saniert. Der Kämmerer müsse dann 450 000 Euro zurückzahlen.

Dagegen werde der Kreisverkehr kommen, wie Horneck berichtete. Kein Gebäude werde – Gerüchten zum Trotz – dafür abgerissen. Allerdings entsteht der Kreisverkehr erst mit dem Bau der Edeka-Filiale. Diese habe inzwischen den städtischen Planungsausschuss mit den bekannten Auflagen passiert. Heißt: Nur 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche in der ausgewiesenen Gewerbefläche. Pausenräume und ähnliches dürfen aber außerhalb gebaut werden.

Das verärgerte die Anwesenden. „Das ist wie ein Meteorit in unserem Stadtteil“, so Besucher Berthold Hoberg. Auch andere fragten sich, ob man so etwas bei der heutigen Anzahl an Läden benötige. Klar wurde allerdings: Edeka darf den größeren Teil seines Gebäudes aufgrund der Bebauungsplanung errichten. „Die Politik gab jedoch Schützenhilfe“, so der Tenor der Versammlung. Nun richten sich die Bürgergemeinschaft und die Bürger auf Einwände gegen das zukünftige Planungsverfahren ein. Für den „Bahnhof Weitmar“ ist das ab dem 8. Juni im Gange, wie Jürgen Dassow von der Bürgerinitiative berichtete.

„Es ist uns gelungen, eine Plattform für Bürger im Stadtteil zu schaffen“, zog Mitorganisator Fuhrmann Bilanz. „70 Besucher nach einer Woche Vorlaufzeit sind toll. Und es ist wichtig, dass noch mehr mitmachen, um die Arbeit breiter aufzustellen.“