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Geflügelzüchter

Die Tradition lebt fort

30.10.2012 | 18:20 Uhr
Die Tradition lebt fort
Im Haus Kemnade fand die Feier des seit 100 Jahren bestehenden Geflügelzüchterverbandes statt. Am Podium: Christian Haardt (CDU-Landtagsabgeordnete)Foto: Manfred Sander

Stiepel. „In den 50er und 60er Jahren hatte noch fast jedes Haus einen eigenen Hühnerstall.“ Die Rassegeflügelzucht musste in den vergangenen Jahrzehnten Federn lassen. Doch Gerhard Thiemeyer weiß: Die Tradition lebt fort, ist quicklebendig wie das Federvieh. „In Stiepel“, berichtet der langjährige 2. Vorsitzende des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter, „verzeichnen wir sogar steigende Mitgliederzahlen.“

Die Liebe zu den Tieren, der faire Vergleich bei den Zuchterfolgen, die Gemeinschaft Gleichgesinnter, durchaus auch die Selbstversorgung: Das sind die Motive, die die Geflügelzüchter damals wie heute einen. Im Haus Kemnade feierten die 177 Mitglieder jetzt das 100-jährige Bestehen des Kreisverbandes Bochum.

400 Mitglieder zur Blütezeit

1912 war der Verband von den Vereinen Vöde, Grumme und Krone-Wiemelhausen gegründet worden. Zur Blütezeit in den 50er Jahren mit über 400 Mitgliedern entdeckte auch Gerhard Thiemeyer das Hobby. „Mein Vater war Brieftaubenzüchter. Eigentlich sollte ich seine Zucht übernehmen. Aber ich entschied mich für das Geflügel.“ Heute sind es 150 Tiere, die der 70-Jährige in seinen Stallungen daheim an der Stiepeler Straße hegt und pflegt: Zwerghühner und Moderne Englische Zwergkämpfer („welch schlimmer Name für ein friedliches Hähnchen“) ebenso wie die japanische Edelrasse Totenko, deren Krähruf 22 Sekunden dauert. „Rassegeflügelzucht“, betont Gerhard Thiemeyer, „ist ein Kulturgut – das allerdings mit Arbeit und Geld verbunden ist.“

Beides mag auch der größte Tierfreund nur bedingt aufbringen. Hinzu kommt: In den Wohnquartieren wird es immer schwieriger, Geflügel zu halten. Folge: Die Mitgliederentwicklung in den Vereinen des Kreisverbandes ist rückläufig. Ausnahme ist Stiepel. Allein hier, im Verein Phönix Stiepel, sind 79 Mitglieder aktiv. „Das Durchschnittsalter liegt bei 36 Jahren. Vom Steuerberater bis zum Koch: Immer mehr jüngere Stiepeler entdecken die Tradition für sich – nicht zuletzt dank des Kleintiermarktes, den wir jährlich während der Fliegenkirmes veranstalten.“

Verbandsschau im Dezember

Stiepel als Hochburg der Rassegeflügelzucht in Bochum: Diese Stellung untermauerten die Züchter jetzt auch bei der Leistungsschau des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter in Hannover. Mit Robin Kachel (Jugend), Vater Josef Kachel und Gerhard Thiemeyer brachten gleich drei Aussteller das Blaue Band, die höchste zu vergebende Auszeichnung, heim. Preis’ und Ehr’ erwartet auch die Teilnehmer der Kreisverbandsschau, die am 1. und 2. Dezember veranstaltet wird – natürlich in Stiepel.

Jürgen Stahl



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