Die hohe Kunst des Friesenkampfs

Die Fecht AG der Theodor Körner Schule besteht seit 30 Jahren. Fechten als Teil des Friesenkampfs ist bei Jugendlichen schwer beliebt.Trainiert wird in der  Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule.Fotos:Jürgen Theobald
Die Fecht AG der Theodor Körner Schule besteht seit 30 Jahren. Fechten als Teil des Friesenkampfs ist bei Jugendlichen schwer beliebt.Trainiert wird in der Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule.Fotos:Jürgen Theobald
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dabei lernen Sportler Fechten, laufen, Schwimmen, Kugelstoßen und Schießen. Kerstin Schwarzer unterrichtet beim FkFC d’Artagnan seit 30 Jahren.

Weitmar..  Fechten, Laufen, Schwimmen, Schießen, Kugelstoßen: Ganz schön flink auf den Beinen sollte sein, wer beim Friesenkampf erfolgreich sein will. „Wir suchen keine Spezialisten, sondern Menschen, die sportlich breit aufgestellt sind“, sagt Leiterin Kerstin Schwarzer. Seit knapp 30 Jahren lehrt sie ihren Sportlern beim FkFC d’Artagnan die hohe Kunst des Friesenkampfs. Schon einige Meister gingen daraus hervor, zu denen auch die Leiterin selber zählt: Zehnmal gewann sie die Deutsche Meisterschaft und war bis zum Jahr 2012 selbst aktiv.

Dabei fing alles mit dem Degen an. Als ehemalige Lehrerin der Hugo-Schultz-Realschule in Linden gründete Kerstin Schwarzer vor 35 Jahren eine Fecht-AG.

„Damit dürften wir die älteste Fecht-AG in NRW sein“, meint sie. Auf Initiative vieler Schüler, die auch nach dem Ende ihrer Schullaufbahn dem Fechten treu bleiben wollten, gründete sich im Oktober 1986 den Verein mit dem Schwerpunkt Friesenkampf, bei dem Vielseitigkeit Trumpf ist.

An Tricks und Techniken feilen

So wie bei Anna Krüger (15) und Laura Wagner (14), die beide die Theodor-Körner-Schule besuchen und seit einigen Jahren ihr Herz für den Friesenkampf entdeckt haben. „Ich habe irgendwann gemerkt, dass mir Ballsportarten nicht so liegen“, sagt Laura. Fechten und Schwimmen ist da schon deutlich mehr ihr Ding. Anna probierte erst Karate und Leichtathletik aus. Beim Kugelstoßen bringt sie die Kugel auf eine imposante Weite von zehn Metern. „Doch das heißt natürlich längst nicht, dass man auch gut im 1000-Meter-Lauf ist“, meint sie. Darin liegt für beide der Reiz im Friesenkampf: Als Sportler mischt man überall mit.

Heute ist Fechttraining. Die Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule ist gut gefüllt mit vielen jungen, ganz in weiß gekleideten Fechtern, die einen großen Spaß daran haben, an neuen Tricks und Techniken zu feilen. An langen Kabeln angeschlossen, ertönt ein kleines Signal, wenn der Gegner einen Treffer gesetzt hat. Beim Friesenkampf sind nicht nur Treffer am Oberkörper, sondern auch an Beinen und Füßen erlaubt, was aber extrem schwer zu schaffen sei. „Wer auf den Fuß des Gegners zielt, beugt sich nach vorn und öffnet sich damit“, erklärt Anna. „Das schaffen nur die wirklich Guten“.

„Ein Gefecht ist wie ein Gespräch mit dem Gegner“, erklärt Schwarzer die Faszination dieser Sportart. „Das ist jedes Mal anders, man wird körperlich und auch vom Kopf her wahnsinnig gefordert. Fechten verlangt Höflichkeit und enorme Disziplin, sonst bringt man es nicht weit.“

Doch dies ist nur eine der fünf Sportarten, die im täglichen Wechsel beim FkFC d’Artagnan auf dem Plan stehen. Kugelstoßen sei bei den meisten eher unbeliebt, Schießen und Fechten stehen hingegen hoch im Kurs. „Wir wollen keine Konkurrenz zu anderen Fecht-Clubs sein“, meint Schwarzer. Vielmehr würden ihre Sportler im stetigen Wechsel der Sportarten ganzkörperlich ausgebildet. Da sei schon mancher Schüler zu ihr gekommen und habe gestöhnt: „Boah, ist das anstrengend!“