Der Mensch hinter dem Künstler

So farbenfroh wie hier zu sehen sind die Bilder des niederländischen Zero-Künstlers Jan J. Schoonhooven selten.
So farbenfroh wie hier zu sehen sind die Bilder des niederländischen Zero-Künstlers Jan J. Schoonhooven selten.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ausstellung in Weitmar zeigt auch die eher unbekannten Seiten des Niederländers Jan. J. Schoonhoven. Gespräch mit Wegbegleiter Berswordt-Wallrabe.

Weitmar. „Zero“ hieß Anfang der 1960er Jahre eine Richtung der Modernen Kunst, die nach den farbigen Abenteuern des Abstrakten Expressionismus der 40er und 50er Jahre bewusst zu einer Einfachheit der Darstellung zurückkehren wollte – ohne dabei die gedankliche Komplexität als Werkgrundlage aus den Augen zu verlieren. Einer der bekanntesten dieser frühen minimalistischen Künstler war der Niederländer Jan J. Schoonhoven (1914-1991). Er hat gerade zu Bochum viele Beziehungspunkte.

Zurückzuführen ist das auf die enge Verbindung, die Schoonhoven zu Alexander von Berswordt-Wallrabe unterhielt. Dessen Galerie in Weitmar hatte die Arbeiten von Schoonhoven seit den 1970er Jahren immer wieder präsentiert, und auch das von Berswordt initiierte Museum Situation Kunst zeigt seit 25 Jahren eine Werkschau mit exemplarischen Schoonhoven-Arbeiten aus allen Schaffensepochen.

Dazu gesellt sich die aktuelle Ausstellung, die sich aus Anlass des 100. Geburtstags Schoohovens noch bis zum 19. April mit dem Künstler beschäftigt und auch sein zeichnerisches Werk präsentiert. Das bietet Gelegenheit für ein fachkundiges Gespräch, zu dem am Sonntag, 22. Februar, in den Kubus der Situation Kunst im Schlosspark Weitmar eingeladen wird. Unter dem Motto „Jan J. Schoonhooven – Mensch, Künstler, Werk“ beleuchtet ab 11 Uhr Alexander von Berswordt-Wallrabe das Wirken und Leben des in Delft geborenen und zeitlebens dort heimisch gebliebenen Künstlers. In einem öffentlichen Ausstellungsgespräch nimmt von Berswordt-Wallrabe als langjähriger Freund und Wegbegleiter Schoonhovens eine „Annäherung durch Erinnerung“ vor.

Dabei kommen neben den persönlichen Erlebnissen auch die künstlerischen Ansichten und Beweggründe Schoonhovens zur Sprache. So „simpel“ dessen Kunst erscheinen mag, so bietet sie bei einem näheren Einlassen immer wieder erstaunliche Einblicke in verschiedenste Entwicklungsbereiche eines vielschichtigen Werks, das vor allem durch serielle, monochrom-weiße Papiermaché-Reliefs gekennzeichnet ist.