Den Piranhas aus Bochum ist der Aufstieg geglückt

Der Tischfußballverein Bochum ist in die Landesliga aufgestiegen.  Im Vereinstrikot (von links): Stephan Wolf, Carsten Küpper und Frank Otto.
Der Tischfußballverein Bochum ist in die Landesliga aufgestiegen. Im Vereinstrikot (von links): Stephan Wolf, Carsten Küpper und Frank Otto.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Tischfußballverein Bochum 2011 spielt ab sofort in der Landesliga. Am 15. März startet die neue Saison: Dafür trainiert das Team auch in Kneipen.

Steinkuhl..  Aus dem Hintergrund müsste Wolf schießen… Zugegeben, der Rückgriff auf den Final-Triumph der deutschen Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954 gegen Ungarn ist sehr ambitioniert. Doch ähnliche Adrenalinschübe und Euphorie dürfte der letzte Spieltag der Saison bei den Spielern des Tischfußballvereins Bochum (TFV) ausgelöst haben. Die erste Mannschaft, die „Piranhas“, machte das fast Unmögliche wahr: den Aufstieg in die NRW-Liga, der dritthöchsten Kicker-Spielklasse.

„Wir lagen drei Punkte hinter dem Erst-, und zwei Punkte hinter dem Zweitplatzierten“, beschreibt Spieler und Vorsitzender Frank Otto (32) die Ausgangslage. Das Pro-blem: Nur der Meister steigt auf. „Wir mussten alles gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe der anderen hoffen“, sagt Carsten Küpper (27). Spannender hätten es die Piranhas nicht machen können: Nach sechs von acht Spielen, aufgeteilt in je vier Einzel und Doppel, stand es 3:3. Das vorletzte Spiel gewann Otto.

Die Entscheidung besorgte schließlich einer, der weiß, wie sich Erfolge anfühlen: Stephan Wolf (26), amtierender Tischfußball-Weltmeister im „Neulinge Einzel“, versetzte das „heimische Stadion“, das Vereinsheim an der Laerheidestraße 10, in pure Euphorie.

Gleichzeitig ließ der bisherige Erstplatzierte tatsächlich Punkte, wurde so am 18. Spieltag erstmals von der Tabellenspitze gekickt. Punktgleich, aber mit dem besseren Spielverhältnis, sprangen die Piranhas in letzter Sekunde hoch in die NRW-Liga.

Auch Mädels zocken mit

Zusammen mit Jenny Arndt bilden Otto, Küpper und Wolf seit vier Jahren den Kern der Mannschaft. Astrid Lang und Malte Göbel komplettierten das Erfolgsteam, das sich nun beweisen möchte. Am 15. März startet die neue Saison. „Als Aufsteiger muss man erstmal in der Liga blieben“, mahnt Otto. Ein bis zwei Mal trainieren sie dafür pro Woche, spielen nebenbei in Kneipen. „Frank und ich sind ein gutes ‚Oldschool-Beispiel‘ für den Ursprung unseres Sportes“, sagt Küpper, der noch oft die Spielerfiguren in geselliger Umgebung, zum Beispiel im Bermuda-Dreieck, bemüht. „Kickern ist generell ein Dorf, in NRW kennt man fast alle Spieler mit Namen“, ergänzt Wolf.

Dass der Tischfußball verbindet, zeigt auch das Beispiel von Matthias Thome (31). Der wissenschaftliche Mitarbeiter bietet in Kooperation mit dem Verein an der RUB seit zwei Jahren den Kurs „Kick it like Kalle“ an. „Ich gebe den Studenten Tipps, wie man in Kneipen bestehen kann.“ Beste Chancen für Talente, sich in den Fokus der Piranhas zu spielen.