Beim Frauenkreis im Seniorenheim ist Kurzweil garantiert

Der ehrenamtlich tätige Frauenkreis im Augusta-Seniorenheim  in Linden besteht seit 20 Jahren. Dieses Quartett ist von Beginn an dabei (v.l.): Ilse Schrader, Grete Donaj, Ruth Schuh und Eleonore Tretschoks.
Der ehrenamtlich tätige Frauenkreis im Augusta-Seniorenheim in Linden besteht seit 20 Jahren. Dieses Quartett ist von Beginn an dabei (v.l.): Ilse Schrader, Grete Donaj, Ruth Schuh und Eleonore Tretschoks.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Vier ehrenamtlich tätige Frauen unterhalten Woche für Woche die Bewohner des Augusta-Heims in Linden – und dies seit stolzen 20 Jahren.

Linden..  Mit dem Aufzug geht’s rauf in die dritte Etage – und schon kann man sie singen hören: „Wenn alle Brünnlein fließen“, schallt es über den Flur des Augusta-Seniorenheims am Kesterkamp. Was für ein schönes, fast vergessenes Volkslied!

Und die sieben Senioren, die hier in der gemütlich eingerichteten Ecke beisammen sitzen, haben sichtlich Freude daran. „Sie hat zwei blaue Äugelein, die glänzen wie die Stern’“, singen sie – und Ruth Schuh strahlt.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Grete Donaj, Lore Tretschoks und Ilse Schrader engagiert sie sich ehrenamtlich im Seniorenheim. Seit stolzen 20 Jahren sind die vier Damen des Frauenkreises an jedem Montagnachmittag für die Bewohner da, lesen ihnen Geschichten vor oder stimmen schmissige Lieder an. „Den Montag habe ich für extra für sie reserviert“, sagt Heimbewohner Klaus Karwowski und fügt schmunzelnd an: „Ich hab’ ja sonst nichts weiter vor.“

Man duzt sich

An diesem Montag sind nur wenige Bewohner gekommen. „Liegt wohl an der Grippewelle“, vermutet Ruth Schuh, die gemeinsam mit Grete Donaj das Programm im dritten Stock gestaltet. Ihre Kolleginnen sind zeitgleich auf einer anderen Etage aktiv. Und durchaus überraschend: Man duzt sich. „Die Bewohner freuen sich immer, wenn wir kommen“, sagt Grete Donaj. Und diese Freude beruhe auf Gegenseitigkeit: „Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man anderen Menschen etwas geben kann“, sagt sie. „Denn man bekommt schließlich auch viel von ihnen zurück.“

Im Jahr 1994 – also kurz nach der Eröffnung des Lindener Seniorenheims – traf sich der Frauenkreis zum ersten Mal. „Früher waren wir etwa zwölf Frauen, von denen sind wir vier am Ende geblieben“, sagt Ruth Schuh. Über eine ehemalige Mitarbeiterin sei der Kontakt entstanden, „und wir hatten sofort Freude daran, hier für Kurzweil und Abwechselung zu sorgen.“ Neben Liedern und Geschichten hätten sie zunächst auch Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärger dich nicht“ im Programm gehabt, dies aber relativ schnell wieder aufgegeben. „Das funktionierte nicht“, sagt Grete Donaj. „Da war bei einigen Bewohnern die Konzentration nicht lang genug da.“

Immer freundlich, stets engagiert

Neuere Bewohner sind zunächst zögerlich

Mit Liederbuch und Märchenband sind die Vier an diesem Montag wieder zur Stelle. Sie holen die Bewohner aus ihren Zimmern und bringen sie hinterher, falls gewünscht, wieder dorthin. Neuere Bewohner würden zunächst zögerlich auf das Angebot des Frauenkreises reagieren. „Bis sich die Neuen eingewöhnt haben, dauert es meist eine Weile“, sagt Ruth Schuh, „das ist normal.“ Die meisten würden kurz später durchaus Interesse an den bunten Montagen zeigen, die die Vier den Bewohnern schon so viele Jahre bieten.

Und wie lange wollen sie noch weiter machen? „Bis wir hier auch ein Zimmer kriegen“, sagt Grete Donaj scherzhaft. Doch bis dahin, so hoffen sie, wird noch so mancher bunter Montag vergehen.