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Apfelschorle statt Pils

06.11.2009 | 10:00 Uhr

„Krabbelstube Killekak” bietet inzwischen zehn Tagesstättenplätze für Kinder in einer ehemaligen Stiepeler Traditionskneipe.

Stiepel. „Früher war das hier mal eine Kneipe” erzählt Heike Meyer, die pädagogische Leiterin der „Krabbelstube Killekak” e.V., lächelnd. Bier wird im Erdgeschoss der moosgrünen Villa in der Kemnader Strasse 399 in Stiepel jedoch schon lange nicht mehr über den Tresen geschoben. Ausgeschenkt wird trotzdem noch, und das literweise aus einem großen Glaskrug: Nämlich die bei Kleinkindern beliebte „Apfelschorle”, die den Durst nach dem Toben stillt. Wo früher mal eine Kneipe war, ist heute eine KiTa untergebracht.

2007 ist die Elterninitiative „Killekak”, die sich als Verein der „Förderung von Theorie und Praxis der Entwicklung und Erziehung von Kindern” verschrieben hat, in die ehemalige „Gaststätte Heil” eingezogen. Vor dem Umzug nach Stiepel war die „Krabbelstube”, so die in NRW übliche Bezeichnung für Kindertagesstätten mit der Betriebserlaubnis für ein- bis dreijährige Kinder, rund 26 Jahre in der Wiemelhausener Prinz-Regent-Strasse beheimatet.

Hier hatte der 1980 gegründete Verein „Krabbelstube Killekak” e.V. im April 1981 den Betreuungsbetrieb gestartet. Über die „Gründungszeit” der Einrichtung heißt es in einer Vereinsschrift vom Juni1986: „Die Räume wurden gemäß den Anforderungen des Jugendamtes hergerichtet - alles in Eigenarbeit, denn Geld hatten wir keins. Fast alle Eltern studierten.” Die Schrift macht deutlich, dass die „Krabbelstube Killekak”, die der „Kinderladen-Bewegung” der 70er und 80er Jahre zuzurechnen ist, aus einer „Notsituation” heraus entstanden ist: Von „ellenlangen Wartelisten” für einen Betreuungsplatz ist da die Rede, aber auch von der Unzufriedenheit mit dem Personalschlüssel in kommunalen Einrichtungen („vier bis fünf Kinder dicht nebeneinander auf der Topfbank sitzend”).

Ein Kennzeichen von Elterninitiativen ist, und da ist auch „Killekak” keine Ausnahme, dass die Eltern aktiv in der Einrichtung mitarbeiten.

Die für sie zu leistenden Dienste sind vielfältig und reichen von der Vorstandsarbeit über Gartenarbeit bis hin zu Reparaturen. Damit gestalten die Eltern jedoch auch aktiv und qualitativ die Einrichtung mit.

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