Stolzes Museum zur Halbzeit
29.07.2010 | 17:39 Uhr 2010-07-29T17:39:00+0200
Bochum. Zur Halbzeit des goldenen Jubiläums zieht Museumsdirektor Hans Günter Golinski eine erfreuliche Bilanz. 25 000 Besucher wurden gezählt.
Museumsdirektor Hans Günter Golinski beschreibt es auf seine ganz eigene, sympathische Art..„Selbstbewusst und bescheiden“ könne das Fazit gezogen werden: „Wir sind ganz glücklich mit der ersten Hälfte des Kulturhauptstadtjahres.“ Wo- bei parallel zum großen Jahr für das Ruhrgebiets bekanntlich auch das Goldjubiläum des Kunstmuseums gefeiert werden kann.
Stichwort „bescheiden“: Realistisch betrachtet „stellt Bochum nicht das internationale Kunstziel dar“, so Golinski. Stichwort „selbstbewusst“: Im ersten Halbjahr konnten im Museum immerhin 25 000 Besucher gezählt werden.
Blauer Bogen an der Fassade
Ohne das Museum wäre der Bochumer Start ins Kulturhauptstadtjahr im übrigen recht unspektakulär verlaufen. Natürlich - im Schauspielhaus wurde kräftig getanzt und angestoßen: Doch der besondere Clou war am Kunstmuseum zu betrachten. Um Punkt Mitternacht schaltete Kulturdezernent Michael Townsend den weiten blauen Bogen des renommierten Künstlers Françoise Morellet ein, der sich über die gesamte Vorderfassade des Museums erstreckt: ein dezentes und trotzdem einprägsames neues Wahrzeichen. Außerdem wurde die Ausstellung „50 Jahre - 50 Meisterwerke“ eröffnet. die zeigte, welche Perlen im Eigenbesitz zu finden sind. Zu dieser Jubelausstellung hatte sich das Museum ein pfiffiges Katalogprojekt einfallen lassen: 50 mehr oder weniger prominente Mitbürger durften zu einem Lieblingsbild aus der Sammlung ihre Gedanken schweifen lassen: Es ist durchaus lesenswert, was OB Ottilie Scholz oder dem Sammler-Ehepaar Jaeschke zu ihren Favoriten eingefallen ist.
Korea mit Transportproblemen
Im Vorfeld der Korea-Ausstellung gab es zwar erhebliche Transportprobleme, doch als die Exponate im Erdgeschoss zu besichtigen waren, zeigte sich, dass sich die Mühe gelohnt hat: Es war junge, zeitgemäße und beileibe keine unkritische Kunst aus dem fernen Osten an der Ruhr gelandet.
Und dann die Islam-Ausstellung: spannend und hochkarätig. Damit wird die Reihe fortgesetzt, die versucht, das künstlerische Element in religiösen Gemeinschaften zu orten, die traditionell eher „bilderfeindlich“ eingestellt sind. Nach Zen und der jüdischen Kultur sind es nunmehr die Ausdrucksweisen der Muslime, die ein reichhaltiges Arsenal an ornamentalen Formvariationen hervorgebracht haben. Im Rahmen der Ruhr-Triennale, die in diesem Jahr ebenfalls dem Islam gewidmet ist, wird das Kunstmuseum eine Installation in der Jahrhunderthalle zeigen. Der Katalog zur Islam-Ausstellung wird im übrigen am 8. August präsentiert.
Derzeit steckt das Museum in der Vorbereitung der „Unternehmensgalerie“ im Rahmen von „Ruhr 2010“. In dieser Ausstellung werden aus den großen Betrieben des Reviers, die zum Teil über beachtliche Sammlungen verfügen, ausgesuchte Exponate vertreten sein. So stellt Haniel („Nach wie vor so etwas wie ein Familienbetrieb“, so Golinski) von Damien Hirst ein Werk aus dessen Apothekerserie zur Verfügung. „Es geht darum, Kunst, die sonst kaum sichtbar ist, öffentlich zu machen“, erläutert der Museumschef. Natürlich diene diese Ausstellung auch der „Selbstdarstellung der Unternehmen im Ruhrgebiet“.
Derzeit ist das Kunstmuseum auf allen drei Etagen einen Besuch wert: Im Erdgeschoss sind die „Geschriebenen Bilder“ zu sehen (Schrift wird zu Kunst), in der Mitte lockt nach wie vor die islamische Kunst und im Obergeschoss ist eine Auswahl der 50 Meisterwerke aus dem Eigenbesitz zu sehen.

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21:23
Wo hat Golinskie die Besucher eigentlich gezählt - auf der Kortumstraße beim verkaufsoffenen Sonntag? Vielleicht lässt sich in Zukunft die Besucherzahl erhöhen, wenn man anfängt paar Bilder an die Wände zu hängen, die nicht aus der Hobbywerkstatt von Bochums Schikaria kommen. (B.sp. Ludger Hinse)
17:55
Ah! Ein Artikel zum Museum...Los Staufenberg!
Das ist doch Dein Thema!