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Stiftung schweigt zum Stichtag

31.05.2012 | 19:01 Uhr
Stiftung schweigt zum Stichtag
Montage des Musikzentrums in Bochum mit dem Kalenderblatt 31 Mai.Montage : Udo Kreikenbohm / WAZ FotoPool

Bochum.   Die Stiftung Bochumer Symphonie ist zum selbst gewählten Stichtag 31. Mai den Beweis schuldig geblieben, ihren Anteil zum Bau des Musikzentrums stemmen zu können. Jetzt heißt es: „Wir haben das Geld an dem Tag, an dem wir es brauchen.“

Die Stiftung Bochumer Symphonie ist am Donnerstag den Beweis schuldig geblieben, ihren Anteil zum Bau des Musikzentrums – 14,3 Millionen Euro – stemmen zu können. Galt der 31. Mai seit Monaten unwidersprochen dafür als Stichtag, so sagte die Geschäftsführerin der Stiftung Britta Freis auf Anfrage der WAZ gestern: „Unser Termin ist der 28. Juni.“ An diesem Tag soll der Rat der Stadt den Weg zum Neubau rund um die Marienkirche freimachen.

Die „rechtssichere Bereitstellung der Stiftungsmittel“ war indes zweifellos für gestern angekündigt. Verwaltung, Politik und Stiftung kommunizierten diese Deadline immer wieder – und unabhängig voneinander.

Projekt muss bis 2015 umgesetzt - und abgerechnet sein

„Ja, der Termin stand immer mal so im Raum“, sagte Britta Freis am Donnerstag. Das heiße aber nicht, dass der Termin auch bindend gewesen sei. „Zahlen bekommen Sie von mir heute nicht. Wir haben das Geld an dem Tag, an dem wir es brauchen.“ Auf der Homepage der Stiftung im Internet wurde allerdings der 31. Mai gestern immer noch als Stichtag genannt.

Kommentar
Bärendienst für das Projekt
Bärendienst für das Projekt

Volker Steude, Spiritus rector der Initiative „Bürgerbegehren Musikzentrum“, dürfte sein Glück kaum fassen. Ausgerechnet die Stiftung Bochumer Symphonie schenkt ihm ein Trumpf- Ass.

Wer auch immer in Reihen der BoSy-Freunde entschieden hat, am 31. Mai nicht die Karten auf den Tisch zu legen, hat der Sache Musikzentrum einen Bärendienst erwiesen. Oder anders gesagt: Er hat der Glaubwürdigkeit der Stiftung schweren Schaden zugefügt.

Das Schweigen am „Tag X“ ist ja nichts anderes als das Eingeständnis, das Ziel verfehlt zu haben. Das Geld – 14,3 Millionen Euro – war bis gestern nicht zusammen. Wäre es anders, welchen Anlass könnte es geben, die frohe Botschaft nicht zu verkünden?

„Es könnten ja strategische Gründe sein“, führte Britta Freis im WAZ-Gespräch an. Eine tolle Strategie, die eimerweise Wasser auf die Mühlen der Konzerthaus-Gegner schüttet. Seit Jahren kritisieren diese mangelnde Transparenz und geschönte Zahlen. Exakt in diese Kerbe schlägt ja auch das Bürgerbegehren. Stichwort Folgekosten.

Welche Folgen das Schweigen der Stifter hat, wird sich zeigen.

Der 31. Mai ist in der Tat weder vom Rat noch vom Land als Geldgeber offiziell „gesetzt“ worden, er hat aber einen ernsthaften Hintergrund. So besteht durchaus die Gefahr, dass die für den Bau des Musikzentrums geplanten EU-Mittel (6,5 Mio) irgendwann nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Projekt muss nämlich nach Angaben der Bezirksregierung in Arnsberg (BR) bis Mai 2015 komplett durchgeführt – und abgerechnet sein.

„Wir haben der Stadt keine Frist gesetzt, der 31. Mai war aber sinnvoll und ist sicher bewusst gewählt worden“, sagte gestern folgerichtig BR-Sprecher Christian Chmel. Die Stadt müsse ihre Unterlagen „in nächster Zeit vorlegen, wenn die Planung wie angedacht stattfinden soll“. Das sei eine klare „Erwartungshaltung des Landes“.

Außer dem Nachweis der Stiftungsmittel benötigt die Stadt auch noch die Genehmigung für ihr Haushaltssicherungskonzept, das im April verabschiedet worden war. Chmel: „Wir sind aber sehr zuversichtlich, diese Genehmigung noch im Juni erteilen zu können.“

Townsend: Viel Luft bleibt nicht mehr

Auch Michael Townsend („Der 31.5. war nur ein interner Orientierungspunkt“) weiß, dass das Projekt auf Spitze und Knopf steht. Viel Luft habe man nicht mehr, so der Kulturdezernent: „Wir müssen bauen, uns läuft die Zeit davon.“

Townsend bestätigt, dass die Stiftung am Zug ist. „Sie muss ihre Mittel nachweisen, bevor das Land die Fördermittel bewilligt.“ Die Stiftung habe aber durchaus noch Zeit, da in den kommenden Tagen noch viele Abstimmungsgespräche zwischen Stadt, Bezirksregierung und Ministerien erforderlich seien. „Es reicht, wenn der Nachweis im Laufe des Juni erbracht wird.“

Wie blank die Nerven – zumindest bei einigen Beteiligten – liegen, zeigt folgende Reaktion von Britta Freis auf die Anfrage der WAZ: „Dass Sie das gern kaputt schreiben, ist mir auch klar.“

Thomas Schmitt



Kommentare
04.06.2012
13:50
Towns - End: Viel Luft bleibt nicht mehr
von Stolperstein | #28


Wir pfeifen aus dem letzten Loch.
Deshalb kann die ALTERNATIVE nicht heissen:

so der Kulturdezernent: „Wir müssen bauen, uns läuft die Zeit davon.“

sondern:

WIR KÖNNEN NICHT BAUEN!

04.06.2012
11:10
Stiftung schweigt zum Stichtag
von Stolperstein | #27


Macht die Frau das eigentlich ehrenamtlich?
Oder frisst deren hohes Gehalt schon von den Spendengeldern?

02.06.2012
11:02
Stiftung schweigt zum Stichtag
von meier1 | #26

und wieder ist nivotreffen!!

02.06.2012
08:00
Stiftung schweigt zum Stichtag
von noeppi | #25

Schaut Euch mal den Artikel über Einsparungen
bei den Warmbadetage unserer Bäder an. Alternativlos

02.06.2012
07:44
Wir Bochumer können alles gebrauchen, also her damit
von radfahrer.ruhr | #24

Die stadtbauliche Resterampe in der Bochumer Innenstadt kann zur Aufwertung des gesamten Stadtbildes das Musikzentrum natürlich gut gebrauchen. Welch ein Kontrast zum Hotel Eden, welches sicherlich nach Fertigstellung des Musikzentrums auch noch an prominenter Stelle die Besucher beeindruckend begrüßen wird. Das Haus wird darüber hinaus ein Ziel für alle kulturbegeisterten SUV-Fahrer sein, welche die Geländetauglichkeit ihrer Autos endlich mal bei der Anfahrt auf Bochumer Straßen zu diesem Haus testen werden können. So betrachtet, wird natürlich der kleinere Fußweg von den umliegenden Parkplätzen zu dem Haus seine Spuren auf die Besucher hinterlassen. Also Bochumer gebt euch einen Stoß und spendet endlich, wenn die Befürworter schon nicht alles mit Spenden bezahlen wollen.

1 Antwort
Zieht eine Ringmauer um Stiepel
von noeppi | #24-1

Zieht eine Ringmauer um Stiepel, stellt in und um die Stiftskirche
Stühleim auf, lasst Otillie im Chanel.Jäckchen Karten abreißen.
Dann hat die Oberklasse Ihr Musikzentrum ( Konzerthaus darf man ja nicht sagen ),
und wir kleinen Leute können dann in Ruhe unseren Alltag mit allen sozialen
Einsparungen meistern.

01.06.2012
20:45
Stiftung schweigt zum Stichtag
von Picard | #23

Ich bin immer noch für einen Vertrag das Otilie und Townsend aus ihrem Privat Vermögen für jeden Cent Haften den das Musikzentrum Verlust macht ... Wetten dann brauchen wir sowas Plötzlich nicht mehr

01.06.2012
12:51
Stiftung schweigt zum Stichtag
von hapeer | #22

"Ob große oder kleine Beiträge gespendet werden, ist dabei gleich", sagt sie. "Wenn in der Marienkirche und im Neubau erst einmal jeden Tag von morgens bis abends Musik erklingt, dann können wir Bochumer stolz sein."
[Zitat Frau Freis, http://www.bochumer-symphonie.de]

Also, liebe Bochumer Mitbürger, werdet aktiv, spendet endlich 1 Cent!

01.06.2012
10:03
Stiftung schweigt zum Stichtag
von meier1 | #21

Die WAZ- immer schön tendenziös.
Und das Stäube gleich wieder auftaucht ist auch klar.
Albern!

01.06.2012
08:08
Kleiner Zusatz
von mitLINKSinsVERDERBEN | #20

Wieso lässt sich denn bitte nicht ein Musikzentrum in die Jahrhunderthalle integrieren? Eine phantastische Location, ein echtes Stück Bochum. Wir brauchen weder teure Architektenentwürfe, noch irgendwelche "schaut-mal-her"-Objekte, die nur das Ego von Ottilie und Co. befriedigen. Wir sind und bleiben eine stolze Arbeiterstadt. Und auch wenn wir unsere Philharmoniker lieben: Den Bedarf für ein Prestigeobjekt sehe ich nicht - und schon gar nicht die finanziellen Möglichkeiten. Viel sinnvoller ist es da, Bestandsobjekte zu nutzen. Und da ist die Jahrhunderhalle - übrigens zentral genug, Parkplätze optimal und prestigeträchtig genug - ein perfekter Ort.

01.06.2012
08:04
Geldgeschenke
von mitLINKSinsVERDERBEN | #19

Hier geht es um Geld. Und um gestörte Persönlichkeiten, wenn nämlich ein solches Projekt personalisiert wird und solche Emotionen und Frustrationen auslöst. Bleiben wir doch mal bei den Fakten:
Die EU-Gelder sind ja keine Geldgeschenke. Wer füllt den die Töpfe, aus denen die "Stadt Bochum" dort Geld erhält? Und die Mittel vom Land? Wer zahlt den die Steuern, die diese Mittel erst möglich machen? Es wird häufig so getan, als sei dies vorhandenes Geld, das man dringend ausgeben müsse (sonst würde es ja jemand anderes erhalten). Doch das stimmt nicht. Diese Gelder entstehen auf dem Papier durch die Neuverschuldungen, die wir nach und nach durch mehr und mehr Steuern und Abgaben mitbezahlen.
Rein sachlich: Kosten-Nutzen ist so unattraktiv und unwirtschaftlich, dass sich kein privater Investor fand, dies als PPP bzw. ÖPP zu stemmen. Und genau da müssen die Alarmglocken läuten. Abgesehen davon sind die reinen Zahlen eh Makulator: Öffentliche Auftraggeber sorgen für Kostensteigerungen. IMMER!

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