Stelenweg erinnert an das jüdische Leben in Bochum

Arno Lohmann (v.l.), Manfred Keller, Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, Grigory Rabinovich und Dieter Heldt an der 2. Stele des Stationenwegs Jüdisches Leben an der Massenbergstraße/Schützenbahn.
Arno Lohmann (v.l.), Manfred Keller, Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz, Grigory Rabinovich und Dieter Heldt an der 2. Stele des Stationenwegs Jüdisches Leben an der Massenbergstraße/Schützenbahn.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die 4. Stele auf der Erinnerungsroute zur jüdischen Geschichte Bochums entsteht an der Alten Bahnhofstraße in Langendreer.

Bochum.. Die Stelenweg soll ausgebaut werden: Die Erinnerungsroute zur jüdischen Geschichte Bochums wurde 2000 ins Leben gerufen, aber erst zehn Jahre später im Rahmen der 2. Biennale „Musik & Kultur der Synagoge“ mit der erste Station (die Mendel-Stele nahe der Synagoge) realisiert werden. Seither sind zwei weitere Tafeln entstanden. An der vierte wird gerade gearbeitet. Sie soll in Langendreer aufgestellt werden.

Außer der Stele an der Synagoge, die an den Kantor Erich Mendel erinnert, sind Erinnerungstafeln in der Innenstadt in der Nähe der am 9. November 1938 zerstörten Synagoge, sowie an der Goethestraße entstanden. Die vierte soll nun an der Alten Bahnhofstraße zwischen der Luther- und der Marienkirche errichtet werden. Das berichtet Dr. Manfred Keller.

Jeweils ein inhaltlicher Schwerpunkt

Der langjährige Leiter der Ev. Stadtakademie gehört mit Renate Blätgen und Hubert Schneider zu den Ideengebern des Stelenwegs. „Im Konzept unseres Erinnerungsweges hat jede Stele einen inhaltlichen Schwerpunkt“, ruft Keller den Ansatz in Erinnerung. Schwerpunkt der Langendreer Stele soll die jüdische Kaufmannschaft sein. „Auf der Alten Bahnhofstraße (früher: Kaiserstraße) gab es in der Gründerzeit ein rundes Dutzend jüdischer Kaufhäuser und Einzelhandels-Fachgeschäfte“, so Keller. Für die korrekte historische Einordnung konnte der Heimatforscher Clemens Kreuzer gewonnen werden, dessen Buch „Davidstern in Langendreer – Aufgang und Untergang“ als Quelle für die inhaltliche Gestaltung der neuen Infotafel des Stelenwegs dient.

Sie zeigen anhand historischer Fotos Szenen des jüdischen Lebens der Vorkriegszeit, auf der anderen Seite der mannshohen Tafeln sind erläuternde Texte und eine Zeitleiste zu sehen. Kreuzer hat für die Langendreerer Stele bereits einen Textentwurf vorgelegt, der nun ausgearbeitet wird. Dabei wurde offensichtlich, dass die Materiallage bei Fotos und sonstigen Illustrationen eher dürftig ist.

Historische Fotos gesucht

Im Konzept des Erinnerungsweges zur jüdischen Bochumer Geschichte hat jede Stele einen inhaltlichen Schwerpunkt. Schwerpunkt der Langendreer Stele soll die jüdische Kaufmannschaft sein. Es folgen die Namen, von denen für die Gestaltung der Erinnerungstafel Fotos der Ladenlokale und der Inhaber gesucht werden, die auf der Kaiserstraße (heute Alte Bahnhofstraße) ansässig waren:

Gebr. Alsberg KG., Herrenkonfektion, Kaiserstraße 186;

Modehaus, Kaiserstr. 203, Geschäftsführer Siegfried Eichengrün

Kaufhaus Albert Simmenauer, Manufakturen und Konfektion, Kaiserstraße 6, Max und Meta Heimann

Kaufhaus David Harff, Damen-, Herren- u. Kinderkleidung, erst Hauptstraße im „Dorf“, dann Kaiserstr.6, dann Hauptstraße/Ecke Kaiserstraße, Inhaber David Harff

Mathilde Adler (später Mathilde Cussel), Damenputz, zunächst Hauptstraße im „Dorf“, dann Kaiserstraße 174, wo sie auch ein Schokoladengeschäft hatte

Tewel Kleidung und Schuhwaren, Kaiserstraße 171, Inhaber Baruch und Chane Tewel.

Ansprechpartner und Telefonnummern

Wer beim Durchforsten alter Fotoalben fündig wird und helfen kann, möge sich melden: Manfred Keller (0234/43 05 05) oder Clemens Kreuzer (0234/28 72 27)