Steckel-Star Wolfgang Michael spielt Odysseus
15.02.2010 | 17:35 Uhr 2010-02-15T17:35:00+0100
Bochum. Er war einer der jungen Stars im Ensemble von Intendant Frank Patrick Steckel. Jetzt kehrt Wolfgang Michael als Odysseus an die Königsallee zurück. Die Uraufführung ist am 27. Februar im Großen Haus vorgesehen.
Ein Projekt, wie es für das Kulturhauptstadtjahr nicht besser hätte gewählt werden können: die Odyssee des Homer, ein europäischer Mythos, ein europäisches Thema. Sechs Theater, sechs Autoren: das große Epos wird nicht in der Ursprungsform auf die Bühne gebracht, sondern zeitgenössische Autoren haben sich Teile aus dem Gesamtkorpus gewählt, um diese auf individuelle Weise zur deuten. Für das Bochumer Schauspielhaus dachte Roland Schimmelpfennig über den elften Gesang nach, jene berühmte Passage, in der Odysseus in die Unterwelt gelangt.
Ein beinharter Robespierre
Die Uraufführung ist am 27. Februar im Großen Haus vorgesehen. Den Odysseus spielt Wolfgang Michael, in Bochum in bester Erinnerung durch sein Engagement unter Intendant Frank-Patrick Steckel. Lange war Wolfgang Michael nicht mehr an der Ruhr zu sehen; unlängst dann, beim Spielzeitausblick in der Theaterburg, stand er plötzlich wieder auf der Bühne, auf eine bestimmte Weise gealtert, aber irgendwie auch alterslos. Wolfgang Michael las einen kurzen Ausschnitt aus der Odyssee und sogleich war er wieder da, der geheimnisvolle Zauber, den dieser Schauspieler von der hageren Gestalt ausstrahlt.
Der Mann vom Tabakladen
Wolfgang Michael wird im „elften Gesang” vom Schimmelpfennig im übrigen nicht nur als attischer Held zu sehen sein. sondern ebenso als Mann vom Tabak- und Lottoladen. So verquicken sich die Zeiten. Während seiner Bochumer Jahre spielte Wolfgang die zentrale Rolle in Andrea Breths Deutung des Südstaatendramas „Süden” von Julien Green. Die lastende Inszenierung wurde seinerzeit zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Auch als Robespierre in Frank-Patrick Steckels düsterer Deutung von Büchners „Dantons Tod” ist er den Theaterfreunden im Gedächtnis geblieben.
Mit langer Nacht gestartet
An der „Odyssee Europa” sind neben dem Schauspielhaus die Theater in Essen, Oberhausen, Mülheim, Moers und Dortmund beteiligt. Als Autorinnen und Autoren konnten neben Schimmelpfennig u.a. Edna Walsh (Irland), Peter Nadas (Ungarn) und Christoph Ransmayr (Österreich) gewonnen werden. Das Projekt wurde im Februar des vergangenen Jahres mit einer langen Nacht der Odyssee gestartet. Die einzelnen Bühnen wählten unterschiedliche Arten, den riesigen Text anschaulich zu servieren. Bochum offerierte eine vielstündige Mammutlesung, bei der das gesamte Epos vorgetragen wurde, u.a. von Otto Sander und Peter Lohmeyer.
Innenräume in uns selbst
Was ist das für eine Unterwelt, in die Autor Roland Schimmelpfennig in seinem für Bochum geschriebenen Theaterstück die attischen Helden schickt? Regisseurin Lisa Nielebock sagte kürzlich beim Spielzeitausblick, dass es sich bei der Unterwelt, wie der Autor sie sieht, nicht um einen konkreten Ort handelt. Angesteuert würden - wie schon bei Homer - „Innenräume in uns selbst”.

09:04
Edna Walsh mag der Name einer Kusine oder Tante des irischen Dramatikers sein - sein Vorname ist Enda ...
07:58
#1 von Kultur und Schauspiel haben sie wohl nicht die geringste Ahnung. Schauen sie besser ihr Unterschichtenfernsehen und halten sich aus ernsthaften Themen raus.
19:51
Au weia, jetzt kommt der Trümmertrupp vom alten Steckel wieder nach Bochum. Das könnte den Schrott vom Elmar Goerden noch toppen. Wie verzweifelt muss ein Intendant sein um Tote wieder wachzuküssen? Man sollte das Schauspielhaus schliessen, bis man sich wieder einen Peymann leisten kann!