Stahlwerk: Aufsichtsrat entscheidet über Ende

Das Schicksal des letzten Bochumer Stahlwerks entscheidet sich in genau einer Woche. Am Donnerstag, 30. April, tritt der Aufsichtsrat von Outokumpu-Nirosta zusammen. Beobachter gehen davon aus, dass an diesem Tag der bereits angekündigte Beschluss erwartet wird, die Produktion des Schmelzwerkes an der Essener Straße einzustellen.

Betriebsratsvorsitzender Murat Sanli: „Der Kampf ist ausgekämpft.“ Noch arbeitet eine Rumpfbelegschaft von rund 230 Mitarbeitern im Drei-Schichtbetrieb. Doch viele Arbeiter sind schon gegangenen. Ursprünglich arbeiteten knapp 500 Stahlwerker dort.

Mittlerweile sind rund 200 Mitarbeiter zu Thyssen-Krupp, meist nach Duisburg gewechselt. Nachdem Outokumpu die damalige Edelstahlsparte des Konzern erworben hatte, gab es eine vertraglich garantierte Übernahme von bis zu 300 Outokumpu-Mitarbeitern für den Fall einer Schließung eines Standortes. Dies machte die IG Metall zur Bedingung für eine Zustimmung zu diesem damals höchst umstrittenen Deal.

Zwar steht der Aufsichtsratsbeschluss, der das offizielle Aus der Bochumer Produktionsstätte verkünden dürfte noch aus, doch alles andere wäre eine Überraschung. Ein Unternehmenssprecher hatte vor wenigen Tagen angekündigt, dass eine Entscheidung in Kürze fallen würde.

Frank Klein, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates ist vorsichtig. Für Mitglieder des Gremiums gelten enge Regeln, was öffentliche Äußerungen zu den Sitzungen angeht. Klein macht jedoch keinen Hehl aus seiner Meinung zur einst zugesicherten fairen Wirtschaftlichkeits- und Qualitätsprüfung des Bochumer Schmelzbetriebes: „Mein Eindruck ist, dass es eine nachhaltige Prüfung nicht gegeben hat.“

Doch auch die Hoffnung, dass in letzter Sekunde noch ein „weißer Ritter“ herangeprescht kommen könnte, um das Werk zu kaufen und weiter zu betreiben, sei bis zum heutigen Tag nie ganz verschwunden.