Das aktuelle Wetter Bochum 13°C
Wohnungswirtschaft

Stadt will Neubauten massiv ankurbeln

13.02.2016 | 08:00 Uhr
Stadt will Neubauten massiv ankurbeln
Baurat Markus Bradtke, Elke Janura, Uwe Wolz und Ingbert Ridder (v.l.n.r.) erläutern den Ausbau des Wohngebiets am Domeburger Mühlenbach in RiemkeFoto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Allein in den nächsten vier Jahren fehlen bis zu 2250 Wohneinheiten. Am Dorneburger Mühlenbach entsteht beispielhafte Wohnsiedlung mit gemischter Bevölkerungsstruktur

Bis zu 4000 neue Wohnungen benötigt Bochum mittelfristig. Die Landesstatistiker haben aufgrund der anhaltenden Flüchtlingszuwanderung spitz nachgerechnet und sehen allein für die nächsten vier Jahre einen Bedarf von bis zu 2250 Wohneinheiten, was Einfamilienhäuser mit einschließt. Stadtbaurat Markus Bradtke spricht denn auch von einer Trendwende am lokalen Wohnungsmarkt. Am Freitag kündigte er den Verkauf von weiteren Grundstücken für bis zu 30 Wohneinheiten am Neubaubaugebiet Dorneburger Mühlenbach in Riemke an.

Nachdem das alte Wohnbaulandkonzept, wohl auch aufgrund seiner nicht wirklich attraktiven Förderungsbedingungen, nicht die erhoffte Wirkung entfaltet hatte, soll nun der Ausbau sowohl von sozial geförderten Wohnungen als auch von attraktiven Einfamilienhäusern vorangetrieben werden.

Bessere Durchmischung

In Riemke, wo einst an der Straße Am Zillertal aufgrund der dortigen Schlichtwohnungen kaum jemand nach Einbruch der Dämmerung sich sicher fühlen konnte, wächst nun ein durchmischtes Viertel heran, das als ein Abziehbild für die städtische Wohnkultur insgesamt dienen könnte. Dass die Stadt damit offenbar in eine absolute Marktlücke gestoßen ist, weiß Uwe Wolz, der beim Liegenschaftsmanagement der Stadt die Vermarktung der Grundstücke steuert. „Uns liegen bereits mehr als 150 Anfragen vor. Wir könnten hier jedes Grundstück 20 bis 30 Mal verkaufen.“

Vor Ort bei der Präsentation der neuen Grundstücke freute sich Elke Janura (CDU), Vorsitzende des Planungsausschusses, gleich mit: „Ich war bass erstaunt, was sich hier alles getan hat.“ Sie räumt ein, zunächst, ob des ehemals schlechten Rufes dieser Ecke, skeptisch gewesen zu sein. Das Gute für sie sei, dass jeder nach seinem Geschmack gestalten könne, der Bebauungsplan also für den einzelnen Häuslebauer großen Spielraum lässt.

Viele Tonnen Erdreich entfernt

Heiko Rahm hat sich vor drei Jahren entschieden, sich mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern dort niederzulassen. Zunächst gab es Ärger. Belastete Sandgemische waren verbaut worden. Viele Tonnen Erdreich mussten entfernt werden. Heiko Rahm und andere sahen sich in ihrer Lebensplanung um über ein Jahr zurückgeworfen. „Trotzdem habe ich meine Entscheidung nicht bereut. Heute führen wir uns sehr wohl hier.“

Schon in der nächsten Woche sollen die Weichen gestellt werden für ein neues städtisches „Handlungskonzept Wohnen“. Der rasante Rückgang etwa beim öffentlich geförderten Wohnungsbau zwingt die Stadt zum Handeln.

Michael Weeke

Kommentare
14.02.2016
18:48
#2 Nur in der Pampa geht es billiger.
von bolol | #3

Wer Urbanität sucht, muss halt auch die Lasten tragen die damit verbunden sind.

Funktionen
Fotos und Videos
Schiffsmodelle kreuzen im Freibad
Bildgalerie
Hafenfest
Mini-Kicker in Gerthe
Bildgalerie
Kinderfußball
BSV Weitmar-Mark
Bildgalerie
Festumzug
article
11560567
Stadt will Neubauten massiv ankurbeln
Stadt will Neubauten massiv ankurbeln
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/stadt-will-neubauten-massiv-ankurbeln-id11560567.html
2016-02-13 08:00
Bochum, Wohnungsbau, Neubau, Wohneinheiten,
Bochum