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Stadt dreht den Geldhahn auf

14.08.2009 | 19:38 Uhr

Seit Freitag kann die Stadt Bochum zumindest an einem Beispiel herzeigen, wie die 43 750 767 Euro aus dem Konjunkturpaket II in dieser Stadt verwendet werden.

Die Firma Michl von der Berghofer Heide hat den Westflügel des Alice-Salomon-Berufskollegs eingerüstet. Damit soll zweierlei dokumentiert werden: Die Handwerksarbeiten haben begonnen und Bochumer Betriebe gehen dabei nicht leer aus.

„Ein Termin, auf den viele gewartet haben, der Erwartungsdruck war sehr groß”, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz denn auch, als sie den „symbolischen Startschuss” für die Bauarbeiten gab. Sie spielte dabei auch auf die Kritik an, in Bochum werde die Vergabe der begehrten Aufträge zögerlich gehandhabt. Das, erklärte sie, hänge damit zusammen, dass die Stadt die Konjunkturmittel nicht punktuell einsetze, „nicht nur hier ein Fenster und dort ein Dach”, sondern komplette Lösungen vorziehe.

Energetische Sanierung am Alice-Salomon-Berufskolleg

So soll im Berufskolleg eine vollständige energetische Sanierung für 1,9 Mio Euro stattfinden. Dabei werden das Dach, die Fassaden und 400 Fenster des Westflügels erneuert. Auch in den Brandschutz wird investiert. In einem halben Jahr soll das zügig abgewickelt werden. Man will die 2 800 Schüler und die 140 Lehrer nicht überstrapazieren. Schulleiterin Helga Harder-Kühne freut sich jedenfalls über die Sanierung, weil dann die Zeit der zugigen Fenster oder der brütenden Hitze in den Räumen des 1964 gebauten Gebäudes vorbei sei. Und man dann am Kolleg jährlich 40 000 Euro Energiekosten sparen könne, wie Dezernentin Birgitt Collisi betonte.

Von den über 43 Millionen Euro wird die Stadt 26,2 Mio nehmen und davon Schulen und Kindergärten sanieren –ähnlich wie es nun beim Alice-Salomon-Kolleg geschieht. Weitere 17,6 Mio Euro fließen in die „sonstige Infrastruktur”. Gemeint sind u.a. Straßen, Straßenbeleuchtung, das Hallenbad in Querenburg und nicht zuletzt das Rathaus.

Bisher 107 Aufträge für 3,5 Mio Euro erteilt

107 Aufträge für insgesamt 3,5 Mio Euro sind inzwischen erteilt – das soll, wie Ottilie Scholz mitteilte, in den nächsten Wochen erheblich gesteigert werden. Bisher seien vor allem Planungs- und Ingenieursaufträge vergeben worden – „zu über 80 Prozent an Bochumer Firmen”. In ähnlicher Größenordnung würden nun auch die örtlichen Gewerke davon profitieren. Fast jede Woche soll eine neue Sanierung in Gang gesetzt werden. Als Beispiele nannte die Oberbürgermeisterin mehrere Kindertagesstätten und Schulen, darunter das Hellweg-Gymnasium. Die Auftragsvergabe und die Sanierungen sollen „im fließenden Übergang” von 2009 in 2010 erfolgen.

„Wenn der Startschuss gefallen ist, muss man durchstarten,” bekräftigte Kreishandwerksmeister Johann Philipps und fragte anschließend auffallend zielbewusst, wer denn den Auftrag für die Schadstoffbeseitigung am Kolleg bekommen habe. Es war keine Bochumer Firma.

Für die Betriebe hatte die OB eine gute Nachricht: Sollten sie beim Auftragszuschlag nicht über genügend Leute verfügen, könnten sie zu 75 Prozent gefördertes Personal über die Arge beziehen. Das habe die Stadt mit der Arge abgestimmt. Und: Bei Bezahlung der Firmen werde die Stadt vorleisten, sich das Geld anschließend von Arnsberg holen.

Kommentar

Rolf Hartmann

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Kommentare
15.08.2009
22:18
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Bochumer Mädchen | #10

STADT DREHT DEN GELDHAHN AUF!!!!!!!!!

was ist das denn für eine Schlagzeile bei der momentanen finanziellen Lage der Stadt? Es tut mir leid, Herr Hartmann, aber da kann man doch dran riechen was hier bezweckt wird!! Große Schlagzeile und nichts dahinter! Es geht in dieser Stadt zur Zeit nicht darum, was aus dem Konjunktiurpaket in Bochum ankommt und daraus gemacht wird, sondern was in den letzten fünf Jahren hier geschehen ist, das war ja bekanntlich nicht sehr viel und vor allem völlig kontraproduktiv!
Schade. dass man den Eindruck gewinnen muss, dass die WAZ nicht neutral berichtet, schade vor allem, weil ich bislang dachte, dass Herr Hartmann es tut. es hat mich allerdings schon der Artikel über Herrn Gräfingholt sehr nachdenklich werden lassen, was die Neutralität betrifft.

15.08.2009
17:34
Stadt dreht den Geldhahn auf
von sporkel | #9

Eyy
das sollte doch ins Konzerthaus gesteckt werden :-)

15.08.2009
13:46
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Bürgerfreund | #8

Und überall ist OTTI dabei!

Gibt es nichts zu tun?

15.08.2009
11:07
Stadt dreht den Geldhahn auf
von stylebitesbernd | #7

#4: ist doch ganz einfach; ich schmeisse meine Belegschaft raus, kann demzufolge wegen inexistenter Personalkosten ein super Angebot machen, kriege den Zuschlag und lasse mir dann die Arbeistkräfte von der ARGE zahlen.

15.08.2009
11:03
Stadt dreht den Geldhahn auf
von bochumerjungs | #6

Was kostet wohl denn nur das kleine sichbare
Transparent an der Schule, und die anschließende
Pressekonferenz?
Schon wieder unnötige Ausgaben!

15.08.2009
07:45
Stadt dreht den Geldhahn auf
von der Tuut nix | #5

Es wird kein Geld ausgegeben welches vorhanden ist sondern die Verschuldung ins Unendliche getrieben.
Kinder und Kindeskinder können den Berg nicht mehr abtragen.

15.08.2009
00:58
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Staufenberg | #4

Für die Betriebe hatte die OB eine gute Nachricht: Sollten sie beim Auftragszuschlag nicht über genügend Leute verfügen, könnten sie zu 75 Prozent gefördertes Personal über die Arge beziehen. Dieser Satz macht stutzig. Auf diese Art bringt man aber die Arbeitslosen nicht von der Strasse. Wer Aufträge bekommt - soll Leute einstellen und zu 100% bezahlen. Sonst macht das Konjunkturpaket II keinen Sinn!

15.08.2009
00:18
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Lia | #3

Es wurde auch langsam mal Zeit, dass Geld in die Schulen und Kindergärten investiert wird.
In den teilweisen maroden Ruinen will doch keiner mehr lernen, da muss doch etwas getan werden!
Die Kinder und Jugendlichen müssen unterstützt, gefördert und motiviert werden, denn sie sind die Zukunft von heute.
Und Konzerthaus? Wer braucht schon ein Konzerthaus? An Hand des Beispiels von Dortmund kann man bestens erkennen, das sich so ein Konzerthaus garnicht lohnt, weil sowieso kaum einer hingeht.

14.08.2009
20:37
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Bürgerfreund | #2

STADT DREHT DEN GELDHAHN AUF??????

Ist es nicht so, dass diese Stadt nur Schulden hat?

Eigentlich müsste die Überschrift lauten:

DAS AUS DEM KONJUNKTURPAKET II VOM BUND ZUR VERFÜGUNG GESTELLTE GELD FLIESST!

14.08.2009
20:29
Stadt dreht den Geldhahn auf
von Hook | #1

Das hört sich doch sehr vernünftig an. Und vielleicht zeigt das auch dem ein oder anderen, dass auch in Schulen und Kindergärten wesentlich mehr investiert wird als in Konzert- und Parkhäuser.

Schön, dass man hier mal als erster einen freundlichen Kommentar schreiben kann, bevor wieder die Mecker-Heinis kommen, denen eh niemand etwas recht machen kann.

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