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Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen

15.02.2012 | 08:49 Uhr
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
Die Stadt Bochum will an der Bildung sparen. Unter anderem sollen vier weitere Grundschulen geschlossen werden. Foto: dapd

Bochum.   Um die Finanzen der Stadt Bochum steht es bekanntermaßen nicht gut. 6,6 Millionen Euro, aufzubringen bis zum Jahr 2022, will die Politik nun bei der Bildung einsparen. So bleiben von ehemals neun Hauptschulen wohl nur zwei übrig. Vier von Schließung bedrohte Grundschulen könnten dagegen überleben.

Kein Wunder, dass sich am Dienstag ungewöhnlich viele Gäste, vor allem aus den Grundschulen, für die Sitzung des Bildungsausschusses interessierten. Die Politiker brachten das Sparpaket für den Bildungsbereich auf den Weg. Mit einem Volumen von rund 6,6 Millionen Euro, aufzubringen bis zum Jahr 2022, gehen damit tiefe Einschnitte in der Bildungslandschaft einher.

Grundlage stellte dabei die von der Beratungskooperation mit der Bezirksregierung erarbeitete Vorschlagsliste dar. Konkret wurde beschlossen, zwölf Schulstandorte komplett aufzugeben (4,27 Mio Einsparpotenzial) und weitere vier Grundschulen zu schließen (885 000 Euro). Damit tragen diese Schulen die Hauptlast des Pakets. Hinzukommt, dass Lehrschwimmbecken geschlossen werden, die Volkshochschule in Wattenscheid künftig in einem städtischen Gebäude untergebracht werden soll und als weiterer großer Posten die Hausmeister künftig in einem Pool arbeiten sollen, also nicht mehr wie bisher jede Schule einen Hausmeister erhalten wird. Dazu jedoch müssen Details noch erarbeitet werden.

Gestaltung des Schulentwicklungsplanes

Ohnehin steckte der Ausschuss zunächst nur den Rahmen ab, die eigentliche Arbeit hat nun die aktivierte Arbeitsgruppe zur Gestaltung des Schulentwicklungsplanes für die Grundschule zu leisten. Diese wurde mit Mehrheit gegen die Stimmen der Linken im Ausschuss installiert und mit einem entsprechenden Arbeitsauftrag versehen. Für die Linken lehnte Ralf Feldmann diese Art der Vorgehensweise komplett ab.

Schuldezernent Michael Townsend machte deutlich: „Heute geht es lediglich um das Volumen.“ Dabei räumte er ein, dass die vom Land angestrebte Änderung der Klassenfrequenzen – der Mindestanzahl der Schüler pro Klasse – durchaus Auswirkungen auf die Schulentwicklungsplanung vor Ort haben könnte. Ursprünglich war die Verwaltung davon ausgegangen, dass nun ländliche Gemeinwesen von dieser Initiative unmittelbar betroffen wären. Laut Townsend könnte es unter bestimmten Bedingungen nun dazu führen, dass Bochum insgesamt acht Eingangsklassen mehr als bisher errechnet anbieten könne. Dies könnte rein rechnerisch den Fortbestand von vier eigentlich von Schließung bedrohten Grundschulen bedeuten: „Das bedeutet aber auch, dann ist eine Millionen Euro von der anzustrebenden Sparsumme plötzlich weg“, so Townsend.

Aus für Hautschule Lenneplatz

Zähneknirschend besiegelte der Ausschuss schließlich das endgültige Aus der städtischen katholischen Hauptschule Lenneplatz . Herbert Brandhorst von der UWG, der selbst dort die letzten Berufsjahre als Lehrer unterrichtet hatte, legte wie Ullrich Küpper von der CDU großen Wert darauf, dass für die auslaufende Schule, deren restliche vier Klassen in der Werner-von-Siemens-Schule weitergeführt werden, das ganz eigene katholische Profil dieser Schule erhalten bleibt. Diesen Änderungswünschen wurde schließlich zugestimmt.

Das bedeutet für die künftige Bochumer Schullandschaft ganz konkret: Vorausgesetzt, die beiden geplanten Sekundarschulen kommen zustande, bleiben von den ehemals neun Bochumer Hauptschulen nur die Werner-von-Siemens-Hauptschule und in Wattenscheid die Lieselotte-Rauner-Schule übrig. Wobei die CDU vor allem kritisierte, dass die Verwaltung lediglich eine „mittelfristige“ oder „bis auf weiteres“ gesicherte Existenz zusicherte.

Michael Weeke

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Kommentare
27.04.2012
09:47
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von sockenmolly2010 | #16

Gut,das ich vor jahren in meine alte Heimatstadt gezogen bin (die wesentlich kleiner und schöner ist als Bochum).Somit brauche ich mich in und über Bochum nicht mehr zu ärgern,kann ich mir sparen.

03.04.2012
14:34
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von fogfog | #15

und wenn die schwimmbäder geschlossen sind dann können die bademeister
kasse und garderobe in der fidelbude übernehmen.
überflüssige leherer werden als bahnfahrer für die linie 310 umgeschult.
es ist towns-End

16.02.2012
18:39
Artikel von heute aus derWesten
von Klug99 | #14

"Schuldenfrei e Städte – Borken macht’s vor"
lesenswert!

16.02.2012
18:32
Artikel von heute aus derWesten.de
von Klug99 | #13

Schuldenfrei e Städte – Borken macht’s vor
lesenswert!

16.02.2012
10:35
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von MichaelKujawka | #12

Warum braucht Bochum 2 Schauspielhäuser ?
Schließt das Rathaus.

1 Antwort
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von Klug99 | #12-1

Find ich gut!

15.02.2012
18:17
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von wombat555 | #11

Ist doch auch gut so. Dann ist wenigstens Geld da, um das Defizit bei der Bogestra auszugleichen. Das wird mit der neuen Straßenbahn 310 noch deutlich steigen.

Wenn die Kinder nicht mehr lesen können, kann man endlich auch die Stadtbüchereien schließen. Da kann man nochmal kräftig sparen! Und wenn alle Lehrschwimmbecken geschlossen sind, brauchen wir auch bald keine Schwimmbäder mehr. Noch mehr gespart! Auf diesem Weg wird Bochum eine reiche Stadt. Ich freue mich darauf!

15.02.2012
16:19
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von dummmberger | #10

Der Hinweis auf die demographishce Entwicklung ist nur die halbe Wahrheit.
Denn die Bildung ist jetzt schon chronisch unterfinanziert. Fehlende Lehrer, dadurch zu große Klassen und zuviel Unterrichtsausfall, über den Zustand vieler Schulgebäude gar nicht zu reden.
Wer da Einsparungspotential sieht, hat vermutlich lange keine Schule von innen gesehen.

Die Zahl der Kinder sinkt, das ist richtig. Aber genauso richtig ist, dass das Unterrichten viel schwieriger geworden ist. Klassen mit 42 Kindern, wie ich das aus meiner Schulzeit kenne, sind heute gar nicht mehr zu handhaben. Lehrer weren zunehmend auch zu Sozialarbeitern. Da müsste eigentlich noch mehr investiert werden statt gespart.
Und der Abbau von Hausmeisterstellen ist auch absolut kontraproduktiv. Der eigene Hausmeister, der auch die Schüler kennt, hat ja neben der handwerklichen Tätigkeiten auch immer eine Kontrollfunktion gehabt.
Zudem wir d der Staat den meisten "abgebauten" Hausmeistern demnächst ALG zahlen müssen. Tolle Einsparung!

15.02.2012
16:02
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von lupo | #9

Das ist gut, die jetzigen Bürger sind dem Rat viel zu schlau, kritisch und gut gebildet. Eine dumme Bürgerschaft läßt sich zukümftig doch viel besser bevormunden, verar.... und ausplündern.

15.02.2012
14:46
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von Dortmundermannie | #8

Warum an der Bildung sparen? Ich würde als erstes an den Verwaltungsbezirken sparen. Bochum hat zuviele (6) davon und kann locker auf 4 verzichten. Die eingesparten Gelder für das Zuviel an Verwaltungsbeamten/angestellten sofort in die Bildung stecken. Es wird ein Aufschrei im Rathaus kommen, aber jeder Bürger von Bochum soll und muss sich fragen: Brauchen wir soviele Angstellte / Beamte bei der Stadt, soviel Beamte im gehobenen und höhreen Dienst? Nein, weg damit und endlich da das Geld investieren, wo es hingehört. In die Bildung. Denn eines muss jeder in Deutschland wissen. Andere Länder (China, Indien, Pakistan ) holen massiv auf und produzieren billiger. Wir können also nur mit Bildung trumpfen, da Deutschland zudem auch noch rohstoffarm ist. Also, Stadt Bochum, reduziert einfach die Verwaltung und Geld ist wieder da. Aber, wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt.

15.02.2012
14:35
Stadt Bochum will 6,6 Millionen Euro bei Bildung sparen
von Syndikus | #7

Es wird an der Bildung gespart - also ist es höchste Zeit, mit den wenigen verbleibenden Geldern in neue kostspielige bildungspolitische Experimente, wie etwa Gemeinschaftsschulen, zu investieren. Die wenigen noch funktionierenden Einheiten in unserem Bildungssystem werden bald nur noch ein Schatten ihrer selbst sein.

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