Stadt Bochum trennt sich von Erlebnis-Trauzimmern

Bastian und Sabine Krantz (geb. Zimmer) entschieden sich bewusst für eine Trauung im Bergbaumuseum.
Bastian und Sabine Krantz (geb. Zimmer) entschieden sich bewusst für eine Trauung im Bergbaumuseum.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Weil Standesbeamte fehlen, werden Trauungen an außergewöhnlichen Orten wie dem Planetarium oder Bergbaumuseum auf unbestimmte Zeit nicht angeboten.

Bochum.. Viele heiratswillige Paare werden den schönsten Tag ihres Lebens in den kommenden Monaten nicht in Bochum feiern wollen. Die Stadt hat angekündigt, Erlebnis-Trauungen an außergewöhnlichen Orten wie dem Planetarium oder dem Bergbaumuseum für unbestimmte Zeit nicht mehr anzubieten. Grund dafür sei ein akuter Personalmangel bei den Standesbeamten, erklärte Stadtsprecherin Barbara Gottschlich auf WAZ-Anfrage. „Durch Mutterschutz, Rente und Personalwechsel sind drei von insgesamt zehn Stellen derzeit unbesetzt.“

Ob und wann die freien Stellen nachbesetzt werden, sei wegen der angespannten Haushaltslage nicht absehbar, sagte die Stadtsprecherin. Wegen einer Wiederbesetzungssperre sei das frühestens in sechs Monaten möglich. Die übrigen sieben Standesbeamten seien mit „normalen Trauungen“ so stark ausgelastet, dass es nicht möglich sei, neue Anfragen für Events zu entgegenzunehmen. Bereits bestehende Termine für „Event-Hochzeiten“ behalten aber ihre Gültigkeit, versichert Barbara Gottschlich.

Außentrauungen sind aufwendiger

Zu den Hintergründen der Maßnahme erklärt sie: „Eine Außentrauung ist für die Beamten durch die Anfahrt zeitlich deutlich aufwendiger.“ Zudem würden Eheschließungen an Erlebnis-Orten – nicht zuletzt aus Kostengründen – deutlich weniger nachgefragt als reguläre Trauungen (siehe Tabelle).

Sechs außergewöhnliche Trauzimmer standen heiratswilligen Paare in Bochum bislang offen: die Steigerstube im Bergbau-Museum, der Sternenhimmel im Planetarium, eine Historische Straßenbahn, der Raum der Geschichte(n) bei der schwul-lesbischen Beratungseinrichtung „Rosa Strippe“, der Beckmanns Hof und das Heimatmuseum Helfs Hof.

Der Helfs Hof wird von der Bezirksverwaltungsstelle Wattenscheid bedient und steht somit auch weiterhin für Trauungen offen. Hinzu kommen die „gewöhnlichen Trauzimmer“ in den Rathäusern in Bochum und Wattenscheid. Auch in den Außenstellen der Bezirksverwaltungen in Gerthe, Langendreer und Weitmar können sich Paare weiterhin durch geschulte Mitarbeiter trauen lassen. „Die Außenstelle in Querenburg steht wegen Personalmangels aber ebenfalls erst einmal nicht zur Verfügung“, so Stadtsprecherin Gottschlich.

Paare auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Trauung können aber weiterhin außerhalb von Bochum fündig werden.