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Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur

17.11.2009 | 23:43 Uhr
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur

Bochum. Die Städte im Revier müssen sparen. In Bochum gibt es 16,3 Millionen Euro weniger Zuschüsse für Soziales, Jugend, Gesundheit. Neben Einschnitten in der Altenpflege und in der Jugendsozialarbeit soll jetzt sogar das Wasser in den Bädern um ein Grad kälter werden.

„Die Stadt Bochum”, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Dieter Fleskes kürzlich zur WAZ, „die Stadt wird ihren sozialen Charakter nicht verlieren.” Aber die Wucht der städtischen Sparziele lassen so manche Betroffene erzittern: 16,3 Millionen Euro weniger Zuschüsse für Soziales, Jugend, Gesundheit. Dies bei einem Zuschussbedarf von insgesamt 233,3 Mio Euro. Ob es wirklich so kommt und für manche damit die „soziale Eiszeit” anbricht, wird erst der Rat am 17. Dezember beschließen.

So soll – werden die Vorschläge der Stadtverwaltung durch die Politiker abgenickt – allein bei der Förderung von Kindern in der Kindertagesbetreuung 1,12 Mio Euro im Jahr 2010 eingespart werden, ab 2011 sogar 1,8 Mio Euro und ab 2013 rund 2 Millionen.

Weniger Zuschüsse im Kindergarten

Dabei soll die Übernahme von Elternbeiträgen um 300 000 Euro gestrichen und die erst kürzlich eingeführte Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder im Jahr 2011 wieder abgeschafft werden – was dann 460 000 Euro spart. Das war in den letzten Tagen bei den Parteien schlecht angekommen. Nicht nur die Linksparteien Die Linke und die Soziale Liste kritisierten diese Pläne scharf, auch bei SPD, CDU und Grünen fand dieser Vorschlag wenig Beifall. Das gilt auch für den Vorschlag, durch die Aussetzung des „Bochumer Bildungsbonus” im Jahr 2010 mit einem Schlag rund 820 000 Euro zu sparen.

Nicht nur bei den Kleinen im Kindergarten sollen Zuschüsse gestoppt werden, sondern auch bei der Kinder- und Jugendarbeit. So soll das Jugenfreizeithaus am Hustadtring 7 ab Juli 2010 an einen kommerziellen Betreiber abgegeben werden. Einsparung 74 500 Euro im Jahr 2010, 149 000 Euro in 2011.

Auch die Förderung der Verbände im Jugendförderplan soll gesenkt werden – um 56 750 Euro. Ebenso wie die Projektmittel in der Jugendsozialarbeit, um 71 000 Euro im Jahr 2011. Und: 60 000 Euro weniger bei den Aufwendungen für das Jugendverbandsheim. 30 000 Euro weniger will die Stadt für ihr Kinderbüro und internationale Jugendbegegnungen zahlen.

Auch bei der Erziehung wird gespart

2,2 Millionen Euro mehr ausgeben will die Stadtverwaltung bei den Hilfen zur Erziehung und zwar bei den stationären Betreuungen. Dafür soll gleichzeitig unter anderem bei der Initiative Nachbarschaft gekürzt werden, auch ab 2011 bei der Vergabe „sozialbetreutes Wohnen” an Externe – bis 2015 rund 388 000 Euro. Und durch „Absenkung von Qualitätsstandards in den Hilfen zur Erziehung” sollen allein im Jahr 2010 insgesamt 1,169 Mio Euro einbehalten werden.

Auch die Erziehungsberatung soll Federn lassen. Der Plan: Schließung der Erziehungsberatung Nord sowie Reduzierung der Zuschüsse an Erziehungsberatungstellen und Familienbildungsstellen allein im Jahr 2011 um 204 000 Euro, mit steigender Tendenz in den Folgejahren.

Als „Sprung ins kalte Wasser” werden auch die Sparpläne bei den städtischen Bädern bezeichnet. 127 000 Euro will die Stadt dadurch sparen, dass die Wassertemperatur um ein Grad kälter wird. Die Öffnungszeiten sollen in allen Bädern um 30 Prozent reduziert werden (Kostenersparnis 126 000 Euro, ab 2013 sogar dauerhaft 630 000 Euro). Ein Hallenbad soll in neue Trägerschaft kommen. Einschnitte drohen auch beim Behindertenfahrdienst, bei der Altenpflege und bei der Förderung der freien Wohlfahrtspflege (159 000 Euro weniger).

Rolf Hartmann

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Kommentare
14.12.2010
11:55
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von David aus Bochum | #43

Todesstoss für Bochum:
Wenn man die Familien dauerhaft verprellt, denn keine Stadt an Rhein/Ruhr misshandelt Familien so wie Bochum (SPD), dann wird der Bürgerschwund dramatisch zunehmen. Bochum stirbt aus, denn Neugründungen von Unternehmen, hochqualifizierte MItarbeiter, muss sich Bochum heranziehen.
Kein Mensch kommt freiwillig von außerhalb nach Bochum, das scheint aber hier keinem klar zu sein. Die SPD klopft sich auf die Schultern, der schwächsten Schicht noch eins auszuwischen. Einkommensstarke Familien werden kaum in einer Stadt bleiben, wo Spielplätze, Kindergarteneinrichtungen etc. entgegen allen Bekundungen zusammengestrichen werden.

Gute Nacht Bochum, für immmer. Sowas kann man nicht mehr zurückdrehen, wenn die Menschen einmal weg, der Ruf endgültig ruiniert ist.

02.02.2010
12:37
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von M.Ming | #42

Man spart wirklich dadurch. Wollte gerade in die Sauna, habe ich mir dann geschenkt. Unter der Dusche frieren kann ich auch kostenlos.

19.11.2009
09:37
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von heiko23 | #41

Bitte bitte nicht in den Bereichen sparen, mit denen ich etwaszu tun habe. Spart doch bitte woanders! Ansonsten nutze ich die Haushaltssituation mal so richig, um meinen persönlichen Frust, meine Untätigkeit, meine Ignoranz und mein politisches Desinteresse zu bekunden.

18.11.2009
14:10
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von enteenteente | #40

Das einzig Gute daran ist, dass dann nur noch die Leute kommen, die tatsächlich SCHWIMMEN wollen und nicht in Dreierreihen vor sich hindümpeln und über Strickmuster und Haare färben reden.

18.11.2009
13:16
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von trickflyer | #39

ich würd mal bei den personalkosten anfangen und bei den personalkosten aufhören.

18.11.2009
12:16
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von hjk1904 | #38

und wieder wird am falschen Ende gespart !

18.11.2009
09:21
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von Matsumura | #37

Die kommunalen Spitzenbeamten könnten ja auch mal ein Zeichen setzen und einfach auf einen Anteil ihrer verdammt hohen Bezüge verzichten. Liebe Otti:Statt B10 kannst du dir für B9 auch jeden Tag ein warmes Essen gönnen! Der Stadtdirektor und die übrigen Dezernenten sterben auch nicht daran, wenn man statt B6 nur noch B5 erhält! Genau so streicht doch einfach mal eure Bezirksvertretungen etwas zusammen, damit nicht so viele ehrenamtliche Feierabendpolitiker Geld kosten. Von der Administration ganz zu schweigen. Auch die Herren Ratspolitiker können mal als Zeichen auf Sitzungsgelder verzichten und vielleicht auch mal etwas von ihren zum Teil üppigen Aufsichtsratsentschädigungen abgeben! Ich weis, so etwas wird es leider nicht geben, weil bei solchen Vorschlägen in die eigene Tasche gepackt werden muss und ihr wisst ja:Der Knabe saß an der Quelle! So lange immer nur die anderen herhalten müssen, macht sparen doch so richtig Spaß, nicht wahr?
Ansonsten ist mit Bochum eh nix mehr los. Mieser Fußball der dort gespielt wird und das einzig spannende ist doch seit ewigen Zeiten sowieso nur der Eierberg:-)

18.11.2009
08:47
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von krisenmanager | #36

Wo kann man denn in Bochum noch richtig schwimmen?

Da sind Leinen im Wasser die das Bahnenschwimmen erschweren, das Wasser am Tag vor einem Warmbadetag so warm das man beim schwimmen fast überhitzt (dabei bin ich ein „Warmduscher“), da wandern quasselnde Frauen kreuz und quer durchs Wasser, und zum guten Schluss sind teilweise die Duschen so heiß das man kaum duschen kann.

Der einzige Ausweg ist ein Schwimmverein mit Schwimmzeiten.
Diese grenzen die öffentlichen Zeiten aber ein und passen nicht immer mit dem eigenen Zeitmanagement ein.

Zu dem schein mir die Personaldecke recht hoch. Oder komme ich immer zum Schichtwechsel?

Vorschlag zur Einsparung, Wassertemperatur konstant ein Grad niedriger (oder und Solarenergie nutzen), mit gleichem Personal ordentliche Öffnungszeiten, ein schwimmerfreundliches Becken.

Dann kommen die Menschen auch zum schwimmen.

18.11.2009
07:25
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von Tobi88 | #35

das ist doch noch garnichts im Vergleich zu anderen Städten, in Wuppertal sollen bis 2014 über 200 Millionen eingespart werden :-O mit den entsprechenden Folgen...

18.11.2009
01:16
Stadt Bochum spart an der Wassertemperatur
von detha | #34

Vielleicht solltesich die Stadt Bochum dieses nette Konzerthaus sparen. rächte ein imenses Einsparungspotential, denn das Ding will ja eh keiner.

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