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Wettskandal

Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln

23.11.2009 | 13:33 Uhr
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln

Bochum. Die Staatsanwaltschaft hat die Kritik von DFL-Chef Reinhard Rauball, nicht in die Ermittlungen im Fußball-Wettskandal eingeweiht worden zu sein, deutlich zurückgewiesen. Der Kreis der Mitwisser sollte so klein wie möglich sein, hieß es.

Im Fußball-Wettskandal hat die Bochumer Staatsanwaltschaft die Kritik von Reinhard Rauball, dass er als Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erst am Freitag von den Ermittlungen erfahren habe, zurückgewiesen. Auf Anfrage der WAZ sagte Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel am Montag: „Es handelte sich bis zu diesem Zeitpunkt um ein verdeckt geführtes Verfahren. Da ist es selbstverständlich, dass der Kreis der einbezogenen Personen so klein wie möglich bleibt. Er beschränkt sich auf den absolut unerlässlichen Kreis der für die Wahrnehmung der Ermittlungsaufgaben benötigten Personen.” Solche grundsätzlichen Vorgehensweisen sollte Rauball als Rechtsanwalt aber eigentlich auch selbst wissen.

"Keine Manifestation von Misstrauen"

Gleichzeitig betonte Gabriel allerdings, dass diese Geheimhaltung „kein Infragestellen von Vertrauenswürdigkeit oder keine Manifestation von Misstrauen, sondern schlichte ermittlungstaktische Notwendigkeit” sei.

Liga-Boss Rauball hatte sich am Wochenende beklagt, dass er nicht in die Ermittlungen eingeweiht wurde. Auf der Pressekonferenz der Bochumer Staatsanwaltschaft saß als einziger Fußball-Funktionär nur Peter Limacher von der Uefa. Vom DFB niemand. Deren Funktionäre blieben außen vor. "Ich hätte es gut gefunden, wenn verantwortliche Leute, die nicht im Verdacht stehen, Informationen an die Öffentlichkeit zu tragen, eingeweiht worden wären", sagte Rauball. Ligaverbands-Vize Harald Strutz sekundierte im DSF: "Der Fußball kann nicht einfach benutzt werden. Man kann nicht an die Öffentlichkeit gehen, ohne vorher die Verantwortlichen zu informieren." Rauball will jetzt bei den Bochumer Ermittlern Akteneinsicht beantragen. Darin dürfte es von Namen mit Beschuldigten nur so wimmeln. Rauball nahm laut Aussage von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert inzwischen telefonisch Kontakt zur Bochumer Staatsanwaltschaft auf. Ein schriftlicher Antrag der DFL auf Akteneinsicht sei auf den Weg gebracht worden.

Mit der Schweiz, Österreich und GB kooperiert

Gabriel bestätigte am Montag, dass die Staatsanwaltschaft auch mit Ermittlungsbehörden in der Schweiz, in Österreich und in Großbritannien zusammengearbeitet habe. Ob nach der Verhaftungswelle in der vorigen Woche (15 Haftbefehle allein in Deutschland vollstreckt) auch am Wochenende weitere Maßnahmen gegen Beschuldigte gelaufen sind, wollte Gabriel nicht sagen. Das Schweigen begründete er mit ermittlungstaktischen Gründen.

Bernd Kiesewetter

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Kommentare
24.11.2009
12:18
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von gregor86 | #11

Ja, ne, is klar, Herr Rauball! Wenn gegen jemanden z.B. wegen Mord ermittelt wird, weiht man am besten die Ehefrau ein. Was haben Juristen eigentlich für eine Denkweise?

23.11.2009
17:46
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von jamspoon | #10

Ein Großteil der Kommentare, die ich hier lese, zeigen deutlich, ...dass man einfach mal die Fr.... halten sollten, wenn man keine Ahnung hat... (um es scharfzüngig mit den Worten von Dieter Nuhr zu sagen!) Insbesondere zeugen einige Beiträge von erscheckend wenig Rechtskenntnissen und sehr wenig Wissen was Ermittlungsstrategie und Ermittlungstaktik angeht! Ein Blick in die Strafprozessordnung (von der einige hier wahrscheinlich noch niemals etwas gehört haben) erleichtert die Rechtsfindung! Herr Rauball vertritt in seiner Funktion die Liga und damit auch die dort beschäftigten Mitarbeiter, sprich Fußballer. Und einige Fußballer gehören zum Kreis der Tatverdächtigen. Was zum Teufel sollte eine Staatsanwaltschaft im Vorfeld veranlassen, einen Herrn Rauball zu informieren! Also immer den Ball flach halten...jeder wird zu seinem Recht kommen und die Fans werden es zu gegebener Zeit quittieren! Glück auf!

23.11.2009
17:04
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von vittorio | #9

Die aufgeblasenen Funktionäre hätten den Zufallsfund der Staatsanwaltschaft nur zu gerne als Erfolg ihres jämmerlich gescheiterten Frühwarnsystems ausgegeben. Daher die Reaktion der beleidigten Leberwurst Rauball. Inzwischen richtet der DFB eine Task Force ein. Die ist dann wahrscheinlich bei der Staatsanwaltschaft angesiedelt.

23.11.2009
16:31
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von heidimaus | #8

#5
#6
Was habt ihr denn für Ansichten von verdeckten Ermittlungen. Gibts doch nicht. Da haben selbst bei der Staatsanwaltschaft nur 5-6 Personen von der Aktion gewusst. Die Staatsanwaltschaft hat keine Namen veröffentlich. Wenn ihr schon jemanden anklagen wollt, dann bitte ausschliesslich nur die Medien, Bild und Konsorten an erster Stelle. Und verwechselt hier in dem Falle nicht Birnen mit Äpfeln. Erst sich selber schlau machen und dann meckern. Aber wer in diesem Fall seine Weisheit aus der Lektüre der Springerpresse bezieht, sollte am besten ganz still sein.

23.11.2009
16:22
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von Röhlinghausen | #7

Wenn ich Staatsanwalt wäre, dann würde ich auch nicht mit Leuten kooperieren, deren höchstes Ziel der Schutz von Event und Arenen bzw. die Einnahmen daraus wäre. Wenn alles mal wirklich auf den Tisch käme, dann gute Nacht Profifußball. Aber keine Angst, dazu kommt es nicht. Es hängt zu viel dran.

23.11.2009
16:09
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von BlubbOmat | #6

Rauball zum Teil und Strutz haben einfach recht, es geht ganz einfach darum das man vielleicht mal mit den Verantwortlichen =DFB/DFL zusammenarbeitet, nachdem man seine ermittlungen auf dem notwendigen Stand hat und dann mit ihnen kooperiert um auch mal erfolg zu haben, gleich alles an die Medien weitergibt.
Aber für die Staatsanwaltschaft geht es wohl nur darum Täter aufzuschrecken bzw. nicht Täter einfach mal über die Medien anzuprangern.

Es geht doch nicht das bevor die Verantwortlichen es wissen es die BILD schon schreiben kann und schon die ersten Namen nennt die dann am Ende vllt nichts mit der Sache zu tun hatten.

Die Staatsanwaltschaft verlangt das man kooperiert aber dann müssen sie auch kooperieren.

23.11.2009
16:06
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von Staufenberg | #5

Geheime Ermittlungen sowas gibt es nicht! Die Polizei muss Zeugen, Opfer und mutmassliche Täter befragen, das kann man nicht geheim machen. Tatsächlich wurde gar nicht ermittelt und nur Verdächtigungen gegen einzelne Personen ohne Beweise der staunenden Presse vorgelegt. Die vermeindlichen Täter lasen von den Verleumdungen in der Zeitung. Stümperei auf ganzer Ebene! Dies sind keine Ermittlungen sondern Rufmord, die wahren Täter sind längst auf und davon - vorausgesetzt es hat diesen Fussballskandal je gegeben und ist nicht nur ein Hirngespinst unserer Provinz-Staatsanwälte.

23.11.2009
15:47
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von xyleser1000 | #4

Der DFB sowie die DFL maßt sich an der Staat im Staate zu sein...

23.11.2009
15:38
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von NICO | #3

Wieso verlangt Rauball Akteneinsicht?

Wieder mal Gut gebrüllt Löwe.
Sonst nichts.

Ich denke dass doch nicht die DFL, sondern Spieler und Schiedsrichter in den Verdacht der Manipulation geraten sind und nicht die DFL.

Gruß
Nico

23.11.2009
15:33
Staatsanwälte wollten so geheim wie möglich ermitteln
von xxx | #2

Rauball naiv???

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