Spender für Bochumer Konzerthaus sind verbittert
22.02.2010 | 16:23 Uhr 2010-02-22T16:23:00+0100
Bochum. Da sich weder Stadt noch Land in der Lage sehen, den Eigenanteil an der Finanzierung des Konzerthauses zu stemmen, wird eine Auflösung der Stiftung Bochumer Symphonie nicht mehr ausgeschlossen. Denn die Stifter sind verbittert und könnten bald ihre 12,3 Millionen Euro zurückfordern.
Betroffenheit, Bitterkeit, aber auch Fighting Spirit. So umschreibt der Generalmusidirektor der Bochumer Symphoniker, Steven Sloane, die Stimmungslage auf einem Treffen der Stiftung Bochumer Symphonie.
Die Gründungsstifter hatten sich versammelt, um über das Fortbestehen der 2007 gegründeten Stiftung zu beraten. Anlässlich der Situation, dass weder Stadt noch Land in der Lage waren, den Eigenanteil an der Finanzierung des Konzerthauses zu stemmen, wurden Konsequenzen und Perspektiven diskutiert. Das Treffen kam zu dem Ergebnis, dass „eine Auflösung der Stiftung und damit ein Scheitern bürgerschaftlichen Engagements derzeit nicht ausgeschlossen werden kann.” Entsprechend k önnten die Stifter dann die Stiftungsmittel, die sich insgesamt auf 12,3 Millionen Euro belaufen, zurückfordern.
Mehrheit der Stifter lässt Geld noch stehen
Eine Auflösung der Stiftung Bochumer Symphonie ist nicht mehr ausgeschlossen. Die Stifter sind verbittert. Hat das Konzerthaus noch eine Chance?
Das sei aber am betreffenden Abend nicht geschehen, berichtet Thomas Jorberg, Vorstand der Stiftung und des Stiftungstreuhänders GLS-Bank. Die Mehrheit der Stifter lasse ihr Geld noch in der Stiftung stehen, „um Zeit zu geben und Alternativen zu entwickeln”. In dieser Hinsicht werde derzeit mit der Verwaltung eine bauabschnittsweise Realisierung diskutiert.
Es sei auf tiefes Unverständnis gestoßen, dass sich, so Sloane, „gerade in schwierigen Haushaltszeiten, die Stadt das Geschenk ihrer Bürger von über 12 Millionen Euro entgehen lasse”. Thomas Jorberg wies noch einmal darauf hin, dass die in vielerlei Hinsicht - nicht nur kulturell - in der Stadt aktiven Stifter ihre Spende als Beitrag zur Entlastung der öffentlichen Haushaltslage sehen, was oftmals übersehen werde. Es sei jetzt „unternehmerische Phantasie” gefordert, betonte er.
Stiftung hat alle Forderungen der Stadt erfüllt
Die Stiftung habe alle Forderungen der Stadt erfüllt. Bereits vor über einem Jahr sei der volle Betrag mit einer Bankbürgschaft abgesichert sowie Bauplanung und Ausschreibung voll im Rahmen der Kosten abgeschlossen gewesen.
Verbittert fragt die Stiftung, „ob der Politik bewusst ist, dass sich nicht nur Geld zurückzieht, sondern dass sich Bürger zurückziehen?”. Und ob „bürgerschaftliches Engagement verbunden mit Spenden für öffentliche Vorhaben überhaupt noch gefragt” sei. Auf diese und ähnliche Fragen fordere sie nun Antworten.

16:46
Ich war erst für den Bau dieses Konzerthauses. Aber diese, unsere Zeit hat mich eines besseren beleht.
Ein Konzerthaus ist etwas sehr Schönes, nur solange es in Bochums Straßen Menschen gibt, die sich mit dem Verkauf von Straßenmagazinen finanzieren und Menschen auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sind, ohne die sie nicht existieren könnten, werde ich gegen den Bau dieses Konzerthauses abstimmen, täglich!
Denn:
Glauben Sie allen Ernstes, dass die Umfrage auf reellen Zahlen beruht und nicht Fans der Bochumer Symphoniker sich die Mühe machen, mehrmals abzustimmen, ganz im eigenen Interresse?
Einfach den PC vom Netz abmelden, wieder neu anmelden und noch eine Stimme abgeben.
Ich weiß, dass in einigen Bochumer Gruppierungen darum geworben wird, doch bitte mehrmals für den Bau des Konzerthauses zu stimmen um den Zeiger in eine bestimmte Richtung zu zwingen!
Danke für diesen Tipp ... :-)
16:19
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19:13
„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“
Arthur Schopenhauer
17:56
Zirkuszelt oder Traglufthalle, das wäre doch mal was für die Bochumer Musiktruppe. So ein Zelt ist ratz-fatz tageweise gemietet, auf- und wieder abgebaut und mit 12 MegaEuronen und kommt man da ziemlich weit.
Aber es ist einfacher, nach dem Spielzeug zu greinen als selber kreativ zu werden und aus der Not eine Tugend zu machen. Selber schuld, ihr lieben Kulturbeflissenen!
13:05
Ich besuche lieber Popkonzerte. Dafür werden neuerdings einmal im Jahr Zelte aufgestellt. Vielleicht könnte man für die Fiedeltruppe ebenfalls einmal im Jahr Zelte aufstellen. Mit 12 Millionen käme man da schon ein paar Jahre aus.
11:52
Ich denke nicht, dass Bochum durch das Fehlen der BoSys in die Ecke Neandertal gestellt werden würde. Es sind reichlich Angebot in der Stadt und näheren Umgebung, die zum Besuch einladen, vorhanden. Eine ähnliche Dichte an Konzerthäusern, Opern, Theatern und ähnlichen Angeboten findet sich keiner anderen Stadt in Europa. Ich unterstelle allerdings hierbei, dass das Ruhrgebiet als Stadt zu betrachten ist. Da wird doch wohl noch die Frage erlaubt sein, ob man sich das alles leisten kann oder will, ohne direkt in die Ecke des kulturlosen Höhlenmenschen gestellt zu werden...
10:48
Nachts ist es kälter als draußen
(Verfasser unbekannt)
10:25
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.
Albert Einstein
09:23
Jeder private Konzern und jede Firma konzentrieren sich auf ihre Kernbereiche und bauen diese richtig aus.
In Bochum wären dies das Schauspielhaus und die Jahrhunderthalle. Vergleichbar sollten die Bochumer Symphoniker abgeschaft werden und das Geld lieber in die beiden Leuchttürme mit internationaler Strahlkraft gesteckt werden.
Das Gießkannenprinziep hat schon bei Babcop zur Insolvenz geführt.
09:05
ohje, JoeDi,
ob ausgerechnet der gute alte Friederich sich als Hausphilosoph für die Schreiber dieses Threads empfiehlt wage ich zu bezweifeln, hier wird ja jeder Niveauerhöhung über Mittelmaß sofort bürgerliche Hochnäsigkeit unterstellt - vom Übermenschen und dem Recht des Stärkeren will ich mal ganz schweigen.
Eines hat er allerdings wirklich gut erkannt:
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum