Spenden sammeln für die Familie in Nepal

Bijay, Bella Maya und Meliza Moktan (von links) halten die Fahne hoch: Die nepalesische Gemeinde sammelt fleißig Spenden für die Opfer des Erdbebens.
Bijay, Bella Maya und Meliza Moktan (von links) halten die Fahne hoch: Die nepalesische Gemeinde sammelt fleißig Spenden für die Opfer des Erdbebens.
Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bijay Moktan aus Wanne-Eickel betreibt das Nepal Kulturhaus in Bochum. Beim Erdbeben vor wenigen Wochen hat seine Familie ihr Haus verloren und lebt seitdem in einem Zelt.

Bochum.. Als im nepalesischen Bhaktapur die Erde bebt, sitzt Bijay Moktan ausnahmsweise nicht vor dem Computer in Bochum, wo er in der Kortumstraße das Nepal Kulturhaus betreibt. „Normalerweise gehe ich jeden Morgen ins Internet und informiere mich, was so in Nepal los ist“, sagt der 38-jährige Wanne-Eickeler. Am 25. April hat er es ausnahmsweise nicht getan. Dafür erreicht ihn kurze Zeit später der Anruf seiner Schwägerin aus den USA: „In Nepal ist etwas passiert!“ Erst am nächsten Tag gelingt es ihm, seinen Neffen ans Telefon zu bekommen, die Leitungen sind größtenteils immer noch beschädigt oder durch Nachbeben wieder zerstört worden. Nach und nach finden Bilder aus der Region ihren Weg auf Facebook, teilweise fahren die Menschen bis in den Nachbarort, um Zugang zu Strom und Telekommunikation zu haben.

„Meiner Familie geht es gut, alles ist okay“, sagt Bijay Moktan. Dass das Haus der Familie vom einstürzenden Nachbarhaus beschädigt wurde und nun unbewohnbar ist, erfährt er aus dem Internet. Die Familie wollte es ihm am Telefon nicht sagen. Sein Bruder lebt mit Frau und zwei Söhnen noch in Bhaktapur, der drittgrößten Stadt Nepals. „Zum Glück ist das Erdbeben an einem Samstag passiert, so dass niemand in der Schule oder auf der Arbeit war“, sagt Bijay Moktan und erklärt: „Der Samstag ist in Nepal so wie der Sonntag in Deutschland. Die Familie meines Bruders war gerade vom Mittagessen aufgestanden, als es passierte. Mein Bruder und die Kinder waren im Treppenhaus, meine Schwägerin war noch in der Küche.“

Das einstürzende Nachbarhaus hat das Haus unbewohnbar gemacht

Er zeigt Bilder aus dem Haus der Familie. Teile der Mauer sind durch das Küchenfenster gestürzt, haben einen Teil des Küchentisches unter sich begraben. „Hätte meine Schwägerin zwei Meter weiter links gestanden, wäre sie jetzt tot“, ist der gebürtige Nepalese sicher. In der ersten Nacht kam die Familie bei einer Cousine unter, seitdem schlafen Bijay Moktans Bruder, dessen Frau und die gemeinsamen Söhne in einem Zelt auf dem Platz vor ihrem Haus.

Hilfsgüter, so erklärt Bijay Moktan, haben die Stadt noch nicht erreicht. Die Zugangsstraße ist nicht passierbar und von Geröll blockiert. Trotz mehrtägigen Starkregens und schwerer Nachbeben versuchen die Menschen den Alltag wieder einkehren zu lassen, sagt Bijay Moktan. Enttäuscht ist er von der nepalesischen Regierung, auf konkrete Hilfen warte man vor Ort vergeblich. Die Stadt ist Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Schätzungen zufolge sollen etwa die Hälfte der Tempel und Paläste im Kathmandu-Tal zerstört worden sein. Doch Sorgen macht sich Bijay Moktan vor allem um die Menschen in Nepal, die noch immer auf Hilfe warten. Über die Zukunftsstiftung Entwicklung sammelt die nepalesische Gemeinde nun Spenden. Weitere Informationen unter:
www.entwicklungshilfe3.de oder im Nepal Kulturhaus, Kortumstraße 134, Telefon 0234 - 35 78 34 44.