SPD hat in Bochum gewonnen und doch verloren
14.04.2010 | 16:00 Uhr 2010-04-14T16:00:00+0200
Bochum. Über den Ausgang der Landtagswahl vor fünf Jahren waren auch die beiden Bochumerinnen Marlies und Barbara sehr betrübt, obwohl sie in Bochum ihre Wahlkreise direkt gewinnen konnten.
Am 22. Mai 2005 verlor die SPD nach 39 Jahren die Macht am Rhein -- das Desaster der NRW-Sozialdemokraten war für Birgit Marlies Fischer und Carina Barbara Gödecke aus Bochum an der Ruhr eben kein Grund zum Jubel. Dabei hatten sie persönlich sehr gut abgeschnitten: Birgit Fischer holte in ihrem Wahlkreis 109 (Bochum III/Herne II) satte 50, 8 Prozent und ließ die CDU (30,9 Prozent) deutlich hinter sich. Carina Gödecke punktete ebenfalls in ihrem Wahlkreis 107 (Bochum I), kam auf 49,5 Prozent. Auch hier erreichte die CDU nur 30,8 Prozent.
Im dritten Bochumer Wahlkreis 108 (Bochum II) ging die Sache ähnlich aus. Hier war erstmals der junge ambitionierte Thomas Eiskirch angetreten, immerhin im früheren Wahlkreis von Wolfgang Clement. Eiskirch hatte es dort im Wahlkampf mit Roland Mitschke zu tun, dem stadtbekannten Bochumer CDU-Kommunalpolitiker. Das ließ sich spannend an, weil der Wahlkreis im überwiegend wohlhabenden Bochumer Süden liegt. Mitschke schaffte zwar mit 33,8 Prozent einen Achtungserfolg, aber Eiskirch machte mit 47,2 Prozent dann doch deutlich das Rennen.
Die Grünen waren mit 8,2 Prozent drittstärkste Kraft
Das Bochumer SPD-Trio im Landtag entwickelte sich unterschiedlich. Birgit Fischer, zuvor in den Kabinetten Clement und Peer Steinbrück noch Ministerin, orientierte sich nach dem Machtverlust in der Gesundheitswirtschaft, gab ihr Landtagsmandat auf und wechselte zur Barmer BEK, deren Vorstandsvorsitzende sie heute ist. Eiskirch profilierte sich als wirtschaftspolitischer Sprecher und löste in Bochum den Historiker Prof. Bernd Faulenbach als Parteichef ab. Am wenigsten Schlagzeilen machte Carina Gödecke, der nach wie vor großer Fleiß nachgesagt wird, vor allem, was die ganz spezielle Pflege der Parteibasis anlangt.
Auch wenn einige Parteien in Bochum bei der kommenden Landtagswahl am 9. Mai völlig chancenlos erscheinen, was die Aussichten ihrer Direktkandidaten anlangt, ist zu beachten, wie entscheidend die Zahl der Zweitstimmen für die Mandatsverteilung werden könnte. Für einige Parteien wie FDP, Grüne und Linkspartei stellt sich nicht zuletzt die Frage, ob sie überhaupt im neuen Landtag vertreten sein werden. Aktuelle Umfragen geben aber keinen Grund zur Sorge. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2005 bekamen Grüne wie auch FDP jeweils nur 6,2 Prozent der Stimmen.
Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatten die anderen Parteien in Bochum wenig zu melden. Die Grünen kamen in Bochum als drittstärkste Kraft auf 8,2 Prozent, ihr Bochumer Kandidat Ewald Groth zog abermals auf der Landesreserveliste in den Landtag ein. Die FDP war bei 5,1 Prozent der Stimmen gelandet.
FDP braucht 13 Prozent der Stimmen, damit Jens Lücking ein Mandat erhält
Die Linkspartei, die derzeit landesweit bei 6 Prozent in den Umfragen liegt, gab es 2005 noch nicht. Und die PDS, die sich später mit der WASG zum Linksbündnis fand, erreichte in den drei Bochumer Wahlkreisen gerade mal 1,2 bis 1,5 Prozent. Ähnlich geringen Zuspruch fanden die Ultrarechten REP und NPD, sieht man von ihrem Resultat im Wahlkreis 109 (mit Wattenscheid) ab: Dort erreichte die NPD 2,2, die Republikaner ein Prozent. Für den gelernten Sonderschullehrer Ewald Groth (56) aus Bochum, seit 15 Jahren für die Grünen im Landtag, wird es kaum eine vierte Legislaturperiode geben. Da sein Name selbst auf der Reserveliste nicht auftaucht, ist seine Zeit als Landtagsabgeordneter wohl bald abgelaufen.
Dank Reserveliste war es der Bochumer Kunsthistorikerin Dr. Ute Dreckmann vergönnt, für die FDP abermals in den Landtag zu ziehen. Allerdings erst am 19. November 2009 als Nachrückerin. Dreckmann, die frühere Bochumer FDP-Vorsitzende, war zuvor von 2000 bis 2005 im Landtag, erlebte da noch Möllemann.
Ob Anwalt Jens Lücking, Bochumer FDP-Kreisvorsitzender und Ratsmitglied, den Sprung in den Landtag schafft, ist fraglich. Er hat auf der FDP-Landesreserveliste Platz 30. Da müssten die Liberalen allerdings 13 Prozent schaffen, damit bei Lücking die Sektkorken knallen.

18:53
Ultrarechten??? Geht´s noch? Welcher ultralinke Autor hat das denn geschrieben? Außerdem sind die Republikaner eher mitte-rechts.
10:45
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09:31
Und womit? Mit Recht!
09:08
In Bochum wird eben alles gewählt wo SPD draufsteht, egal was drin ist!