Spannender Blick ins Mittelalter

Bochum anno 1415: Wie es da wohl bei uns aussah? „Die Stadt war eher klein mit vielleicht ein paar hundert Einwohnern“, sagt Stadtarchivar Stefan Pätzold. Umliegende Städte wie Essen und Dortmund seien wohl größer gewesen. Doch verlässliche Angaben darüber gibt es nicht.

Was man allerdings sicher weiß: Während des Konstanzer Konzils vor ziemlich genau 600 Jahren wurde im März 1415 eine Ablassurkunde zugunsten der Bochumer Peterskirche (heute Propsteikirche St. Peter und Paul) ausgestellt, die dort lange im Archiv schlummerte. Dieses historisch interessante Dokument ist mit 22 anderen Urkunden bei einer Ausstellung im Stadtarchiv zu sehen, die am Donnerstag, 21. Mai, 17 Uhr, eröffnet wird.

„Dieses Stück ist die am aufwändigsten gestaltete Urkunde des Mittelalters, die heute auf Bochumer Stadtgebiet verwahrt wird“, sagt die Leiterin des Stadtarchivs, Ingrid Wölk. Als Eigentum der Propsteigemeinde hat sie Probst Michael Ludwig dem Stadtarchiv für die Ausstellung überlassen.

Mehrere Themen geben in der Ausstellung Einblicke in die Welt vor 600 Jahren: Es geht etwa um die Gläubigen in Bochum, das Hospital oder um die Verwaltungseinrichtungen und Gerichte der Stadt.

Die Ausstellung zu Bochums mittelalterlichen Urkunden wird von einer Vortragsreihe begleitet. Zur Ausstellungseröffnung hält Stefan Pätzold eine Einführung. Am 16. September wird Bundestagspräsident Norbert Lammert über „600 Jahre Konzil zu Konstanz“ sprechen. Info: Tel.: 0234 / 910-9521.