Spannende herbstliche Note
17.10.2008 | 19:30 Uhr 2008-10-17T19:30:40+0200Trompeter Christian Kappe wandert mit der Thealozzi-Hausband durch die Stile
Tatort Jazz - die beliebte Jazzreihe im Thealozzi hatte unlängst einen musikalischen Gast, der sicher einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Trompeter Christian Kappe spielte sein Wunschprogramm "Half steps and others" am Flügelhorn gemeinsam mit der Thealozzi-Hausband. Diese Band aus Pianist Martin Scholz und Schlagzeuger Uwe Kellerhoff wurde diesmal um den geschickten Kontrabassisten Caspar van Meel ergänzt.
Das Instrument mit dem weichen Klang wählte der Münsteraner Trompeter nicht ohne Grund: "Ich habe extra für dieses Konzert im kleinen Kreis das Flügelhorn benutzt, dass knallt einem nicht so ins Ohr wie die Trompete."
In seinem Programm interpretierte Kappe Stücke von zwei Trompetern, die es ihm besonders angetan haben: Freddie Hubbard und Tom Harell. Mit Hubbards "Up Jumped Spring" und "Little Sunflower" strotzte der Virtuose vor Energie, die Martin Kellerhoff am Piano mühelos auffangen konnte. Sehr atmos-phärisch ging es in Harrells "April Mist" und "Sail Away" zu - Jazzstücke, denen es trotz herbstlicher Note nicht an Spannung fehlte.
Mit einen Grund dafür bildete das Publikum, das der Band konzentriert zuhörte und nach den Stücken mit Applaus-Salven dankte.
Eine Einstellung, die der vor allem in den Niederlanden ausgebildete Musiker nicht immer so erlebt hat. "Hier in Deutschland wird auch der konzertante Jazz sehr geschätzt, die Leute hören dir wirklich sehr intensiv zu." In den Niederlanden sei der Jazz zwar sehr populär, "doch die Leute kommen dort in die Jazzkneipen, um vor allem die Atmosphäre zu genießen und dabei ein Schwätzchen zu halten".
Lob hatte der Trompeter - der genauer genommen an dem Abend mit seinem 40 Jahre alten Flügelhorn ein Hornist war - nicht nur für das Publikum und die Organisatorin Milli Häuser übrig, auch die Hausband hatte es dem Musiker angetan.
So ging es in dem Stück "Ballad" von Johannes Kersthold Stück für Stück immer swingiger zu. Diese Interpretation wurde derart überzeugend von Pianist Martin Scholz weiter getragen, dass Kappe es ihm mit den Worten dankte: "Mein Freund Johannes Kersthold hätte sich über das Solo sehr gefreut." Kein schlechtes Lob, kommt es doch von einem weit gereisten Musiker, der bereits mit Jasper van't Hof, Barbara Dennerlein und anderen Jazzgrößen zusammen gearbeitet hat.
Ein buntes harmonisches Gefüge quer durch viele Stile konnte man im Thealozzi erleben: so kam ein lateinamerikanisch anmutendes "Caravan" von W.C. Handy von Christian Kappe ebenso frisch 'rüber wie der Evergreen "The Days of Wine and Roses".

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