Sozialstunden nach Outing-Aktion in Bochumer Jura-Vorlesung

Protest gegen "Neonazi-Kader": Als Weihnachtsmänner verkleidete linke Aktivisten verteilten damals auch Flugblätter.
Protest gegen "Neonazi-Kader": Als Weihnachtsmänner verkleidete linke Aktivisten verteilten damals auch Flugblätter.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Je 100 Sozialstunden sollen zwei Männer ableisten, weil sie in einer umstrittenen Aktion in einem Uni-Hörsaal einen Jura-Studenten geoutet hatten, der der rechtsextremen Szene zugeordnet wird. Sie waren mit einer Gruppe, die sich als Weihnachtsmänner verkleidet hatte, in eine Vorlesung geplatzt.

Bochum.. Nach einer umstrittenen Outing-Aktion von Mitgliedern der linken Szene bei einer Jura-Vorlesung in einem Hörsaal in der Bochumer Innenstadt müssen zwei beschuldigte junge Männer je 100 Sozialstunden ableisten. Das erklärte am Montag Oberstaatsanwalt Dr. Christian Kuhnert auf Anfrage unserer Redaktion.

Wenn die zwei Dortmunder die Arbeitsstunden erfüllen, wird das Verfahren wegen Hausfriedensbruchs eingestellt. Sie haben dieser Lösung zugestimmt. Das Verfahren gegen zwei weitere Beschuldigte, zwei junge Frauen, wurde bereits ohne Auflagen eingestellt, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gab.

Gegenseitige Beschuldigungen

Am 2. Dezember waren bis zu 20 als Weihnachtsmänner verkleidete und mit Scream-Masken maskierte Personen in die Jura-Vorlesung geplatzt, die Uni-Professor Dr. Georg Borges im Hörsaal in der ehemaligen Stadtbad-Galerie hielt. Die Eindringlinge wollten darauf hinweisen, dass in der Vorlesung ein Mann (23) sitzt, der der rechtsextremen Szene zugeordnet wird. Er war damals als Jura-Student eingeschrieben.

Es kam damals zu tumultartigen Szenen, weil der Professor die Aktion wegen ihrer Pranger-Wirkung nicht duldete. Nachher machten sich beide Seiten gegenseitig Vorwürfe, gewalttätig geworden zu sein. Gegen den Professor war dann aber gar nicht erst ermittelt worden, weil es laut Staatsanwalt keinen Anfangsverdacht gegeben habe. (B.Ki.)